Wirtschaft

Abzocke? Tanken an der Autobahn so teuer

ADAC deckt auf: Wer zum Tanken kurz abfährt, spart oft kräftig – doch in manchen Bundesländern kaum.

07.07.2026, 04:00 Uhr

Wer zum Tanken die Autobahn verlässt und eine Station in der Nähe der Ausfahrt anfährt, kann nach Angaben des ADAC deutlich Geld sparen. Im bundesweiten Schnitt lag der Preisunterschied in einer aktuellen Untersuchung sowohl bei Diesel als auch bei Super E10 bei 33 Cent pro Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das einer Ersparnis von 16,50 Euro. Der Verkehrsclub sieht darin einen klaren Beleg dafür, dass sich ein kurzer Umweg von der Autobahn oft lohnt.

Besonders auffällig waren einzelne sehr teure Autobahntankstellen: Dort kostete Diesel teils 47 Cent mehr je Liter als im Durchschnitt an Tankstellen abseits der Autobahn, bei Super E10 lag der Aufschlag bei 44 Cent. Es gab allerdings auch Ausnahmen. So verlangte die günstigste Autobahntankstelle sogar etwas weniger als der bundesweite Durchschnitt der Straßentankstellen. Laut ADAC handelt es sich dabei jedoch um einen Sonderfall.

Deutliche Unterschiede je nach Bundesland

Wie stark die Preise voneinander abweichen, hängt auch vom Bundesland ab. Das gilt ebenso für den Abstand zwischen Autobahn- und Straßentankstellen.

Die größten Differenzen stellte der ADAC in Rheinland-Pfalz fest: Dort betrug der Abstand 42 Cent bei E10 und 43 Cent bei Diesel. Danach folgen Bayern mit 40 Cent bei E10 und 39 Cent bei Diesel sowie Baden-Württemberg mit 40 beziehungsweise 37 Cent.

Relativ ähnliche Werte wurden in Sachsen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gemessen. Dort lagen die Unterschiede bei E10 zwischen 33 und 36 Cent, bei Diesel zwischen 31 und 37 Cent.

Niedrigere Abstände im Nordosten

Unter dem Durchschnitt lagen die Preisunterschiede unter anderem in Hessen mit 28 Cent bei E10 und 29 Cent bei Diesel. Im Saarland waren es 25 und 24 Cent, in Thüringen 24 und 23 Cent, in Sachsen-Anhalt jeweils 23 Cent.

Noch geringer fielen die Differenzen in Brandenburg mit jeweils 17 Cent sowie in Mecklenburg-Vorpommern mit 17 Cent bei E10 und 16 Cent bei Diesel aus. Für Berlin und Bremen lagen laut ADAC keine Daten vor.

Viele Autofahrer bleiben trotzdem auf der Autobahn

Trotz der teils erheblichen Preisaufschläge fährt nicht jeder zum Tanken von der Autobahn ab. In einer aktuellen ADAC-Umfrage unter mehr als 1.500 Autobahnfahrern gaben knapp ein Viertel der Befragten an, dies unabhängig vom Preisunterschied nicht zu tun. 63 Prozent sagten dagegen, dass sie die Autobahn zum Tanken verlassen würden. Die meisten von ihnen schon dann, wenn der Preisunterschied bei bis zu 20 Cent pro Liter liegt.

Der ADAC hat Autobahn- und Straßentankstellen bereits früher miteinander verglichen, bislang jedoch nur auf Basis kleinerer Stichproben. Diesmal flossen erstmals Daten von allen 360 Autobahntankstellen sowie von rund 14.000 Tankstellen in Deutschland in die Auswertung ein. Untersucht wurden die Preise im Zeitraum vom 6. bis 19. April. Dieser fiel zwar in eine Phase starker Schwankungen an den Zapfsäulen, doch am grundsätzlichen Ergebnis ändere das nach Angaben des ADAC nichts.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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