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Verheerende Brände: Was jetzt alle Rekorde sprengt

Flammen-Alarm in Europa: In Spanien und Großbritannien fliehen Menschen aus ihren Häusern – die Lage spitzt sich weiter zu.

16.07.2026, 16:34 Uhr

Mehrere europäische Länder kämpfen derzeit gegen teils schwere Wald- und Flächenbrände. Besonders angespannt ist die Lage in Frankreich, doch auch in Spanien und Großbritannien sind Einsatzkräfte gefordert.

Frankreich

Frankreich erlebt nach den Worten von Präsident Emmanuel Macron die schwersten Waldbrände seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei einem Besuch der Feuerwehr im Wald von Fontainebleau südlich von Paris sagte Macron, dass dort rund zehn Prozent des Waldgebiets zerstört worden seien. Fontainebleau zählt zu den größten zusammenhängenden Waldregionen Westeuropas.

Macron warnte zudem vor einem schwierigen Sommer im ganzen Land. Obwohl die eigentliche Saison für Waldbrände noch gar nicht begonnen habe, seien bereits jetzt Rekordwerte erreicht worden. Er rief zu gemeinsamer Anstrengung im Kampf gegen die Feuer auf.

Unterdessen gibt es Hinweise, dass der erste Brand in Fontainebleau möglicherweise durch Fahrlässigkeit ausgelöst wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Unternehmen und zwei Arbeiter, die bei Reparaturen an Leitplanken entlang der Autobahn A6 mit einem Trennschneider gearbeitet haben sollen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnten Funken die Vegetation entzündet haben, woraufhin sich das Feuer schnell in den angrenzenden Wald ausbreitete.

Später nahmen die Behörden zudem einen freiwilligen Feuerwehrmann fest. Nach offiziellen Angaben gestand er, mit Benzin und einem Feuerzeug selbst einen Brand gelegt zu haben. In einem weiteren Fall soll auch eine weggeworfene Zigarettenkippe unbeabsichtigt zur Entstehung eines Feuers beigetragen haben.

Frankreichs Präsident Macron trifft Feuerwehrkräfte
Frankreichs Präsident Macron besuchte die Einsatzkräfte Quelle: Mohammed Badra/Pool EPA/AP/dpa

Spanien

Auch in Spanien ist die Lage ernst. In der Region Aragonien im Nordosten des Landes hat ein Feuer nach Angaben der Behörden bereits etwa 4.500 Hektar Wald, Buschland und landwirtschaftliche Flächen vernichtet. Der Brand bei der Ortschaft Orés ist weiterhin außer Kontrolle.

Die Orte Orés, Asín, Luesia und Malpica de Arba wurden geräumt. Medienberichten zufolge sind rund 500 Menschen von den Evakuierungen betroffen.

Mehr als 400 Einsatzkräfte sind vor Ort im Kampf gegen die Flammen. Starke und wechselnde Winde erschweren die Löscharbeiten erheblich. Die Behörden gehen davon aus, dass es noch mehrere Tage dauern könnte, bis das Feuer eingedämmt ist.

Großbritannien

Auch in Schottland hat ein größerer Flächenbrand zu Evakuierungen geführt. Betroffen ist ein Gebiet im Cairngorms-Nationalpark in den Highlands nahe Nethy Bridge, südöstlich von Inverness. Nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA fraßen sich die Flammen über eine Strecke von rund 3,5 Kilometern durch die Heidelandschaft.

Das Feuer war bereits am Mittwochmorgen ausgebrochen und brannte die ganze Nacht weiter. Häuser, Campingplätze und andere Einrichtungen wurden vorsorglich geräumt. Touristen wurden aufgefordert, das Gebiet zu meiden. Berichte über Verletzte oder Todesopfer gab es zunächst nicht.

Fachleute weisen darauf hin, dass der Klimawandel das Risiko solcher Brände erhöht. Vor allem im Mittelmeerraum sorgen längere Phasen von Trockenheit und großer Hitze dafür, dass sich Feuer leichter entzünden und schneller ausbreiten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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