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Hitze-Schock: Offenburg schwitzt, Kiel bleibt cool

Immer weniger Bäume, immer mehr Hitze: Ausgerechnet diese Stadt im Südwesten fällt beim Hitze-Check besonders negativ auf.

09.06.2026, 11:15 Uhr

DUH-Hitze-Check: Offenburg laut Analyse bundesweit am schlechtesten vorbereitet

Nach einer aktuellen Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gilt Offenburg im Vergleich zu anderen deutschen Städten als besonders schlecht auf Hitzewellen eingestellt. Grundlage des sogenannten Hitze-Checks sind unter anderem Sommertemperaturen, Bevölkerungsdichte, der Anteil versiegelter Flächen wie Beton und Asphalt sowie die Zahl von Bäumen und Grünanlagen. Die Bewertung stützt sich auf Luftbilddaten und beruht damit auf Schätzungen, bei denen nicht sämtliche Einflussfaktoren erfasst werden. Neu gepflanzte Bäume fließen beispielsweise kaum ein.

Welche Städte schneiden am besten ab?

Untersucht wurden 195 Städte in Deutschland mit mehr als 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die besten Ergebnisse erzielten Kiel und Wuppertal. Nur diese beiden Städte erhielten in zwei von drei Bewertungskategorien eine grüne Einstufung. Am unteren Ende des Rankings liegen dagegen gleich drei Städte aus Baden-Württemberg: Offenburg, Lahr und Mannheim. Mannheim hatte im Vorjahr noch den letzten Platz belegt.

Wie fällt die Bewertung für Mannheim aus?

Im sogenannten Hitzebetroffenheitsindex bleibt Mannheim weiterhin besonders schlecht bewertet. In diesen Index fließen vier Faktoren ein: die durchschnittlichen Sommertemperaturen, die Bevölkerungsdichte, der Umfang der Grünflächen und der Grad der Versiegelung durch Straßen, Gebäude und Parkplätze.

Neu berücksichtigt wurden diesmal außerdem die Entwicklung der versiegelten Flächen seit 2018 und die sogenannte Baumüberschirmung. Dieser Wert zeigt, wie groß der Anteil einer Stadtfläche ist, der durch Bäume und andere schattenspendende Vegetation bedeckt wird. Gerade hier fällt Offenburg mit knapp 13 Prozent besonders stark ab.

Thermometer
Durch den Klimawandel sind Hitzewellen intensiver und wahrscheinlicher geworden. Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-tmn

Wo gibt es besonders viel Schatten durch Bäume?

Kiel, der Gesamtsieger des Rankings, erreicht laut DUH einen Beschirmungsgrad von etwa 32 Prozent. In dieser Disziplin liegen Potsdam, Oldenburg und Berlin sogar noch vor der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Solche Vegetation ist nicht nur als Schattenspender wichtig. Grünflächen und Pflanzen sorgen zudem durch Verdunstung für Abkühlung. Versiegelte Flächen hingegen heizen sich stark auf und geben die gespeicherte Wärme noch lange an ihre Umgebung ab.

Allerdings zeigt die Analyse auch in den besser platzierten Städten Probleme. In Kiel sollen zwischen 2018 und 2025 rund 7.500 Bäume verloren gegangen sein. Über alle 195 untersuchten Städte hinweg summiert sich das Minus laut Auswertung auf mehr als 900.000 Bäume. DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz warnt, dieser Verlust lasse sich nicht rasch ausgleichen, weil Bäume Zeit zum Wachsen benötigten. Setze sich die Entwicklung fort, drohten in wenigen Jahren lebensfeindliche, stark aufgeheizte Städte.

Sind Kiel und Wuppertal damit Vorbilder ohne Schwächen?

Nein. Beim Thema Flächenversiegelung erhielt keine einzige der 195 untersuchten Städte eine grüne Bewertung. Auch in Kiel und Wuppertal ist der Anteil versiegelter Flächen seit 2018 gestiegen. Barbara Metz fordert deshalb von Bundesbauministerin Verena Hubertz verbindliche Vorgaben zur Entsiegelung sowie deutlich mehr Stadtgrün und Schatten — und zwar bei Sanierungen, Straßenumbauten und neuen Bauvorhaben.

Warum ist Hitze in Städten so gefährlich?

Deutschland ist vom Klimawandel besonders stark betroffen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes hat sich das Land seit vorindustrieller Zeit bereits um 2,5 Grad erwärmt. Dadurch werden Hitzewellen häufiger und intensiver. Das erhöht vor allem für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen die gesundheitlichen Risiken. Länger andauernde Phasen mit Temperaturen von mehr als 30 Grad belasten den Körper erheblich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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