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Hitzeschock in Deutschland – knackt morgen der Rekord?

Deutschland glüht: Jetzt könnten Hitzerekorde fallen – und ausgerechnet Saharastaub entscheidet, wie extrem es wird.

25.06.2026, 04:30 Uhr

Hitzewelle in Deutschland: Wärmste Nacht seit Messbeginn eingestellt – DWD warnt vor historischer Lage mit bis zu 41 Grad

Deutschland erlebt derzeit die bislang heißesten Tage des Jahres. Während der laufenden Hitzewelle wurde bereits ein erster Rekord erreicht: Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat die vergangene Nacht den Rekord für die wärmste Nacht in Deutschland seit Messbeginn eingestellt. In Bad Bergzabern in Rheinland-Pfalz fiel die Temperatur nicht unter 26,2 Grad.

Damit wurde der bisherige Höchstwert vom 25. Juli 2019 erreicht, als am Weinbiet in Rheinland-Pfalz ebenfalls nachts 26,2 Grad gemessen wurden. Zugleich rechnen Meteorologen damit, dass die kommenden Nächte in Teilen Deutschlands noch wärmer ausfallen könnten.

Tropennächte im Süden und in Städten häufiger

Wenn die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad sinkt, spricht der DWD von einer Tropennacht. Solche Nächte treten in Deutschland zwar regelmäßig auf, bleiben an einzelnen Stationen meist aber selten.

In besonders heißen Sommern steigt ihre Zahl deutlich. So wurden 2003 in Kehl bei Straßburg 21 Tropennächte gezählt. Im Sommer 2015 registrierten die Stationen Waghäusel-Kirrlach und Bad Bergzabern jeweils 13 Tropennächte.

Nach Angaben des Umweltbundesamts kommen Tropennächte vor allem im Süden und Westen Deutschlands häufiger vor. Besonders betroffen sind zudem dicht bebaute Innenstädte, weil sich Wärme dort stärker staut und nachts langsamer entweicht.

Mehrere Tage mit über 40 Grad möglich

Der DWD erwartet, dass es an mehreren Tagen hintereinander Spitzenwerte von mehr als 40 Grad geben kann. Bereits am Freitag könnte die 40-Grad-Marke erstmals in einem Juni in Deutschland überschritten werden. Besonders vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet sind laut DWD bis zu 41 Grad möglich.

Auch bundesweit bleibt die Belastung extrem: Vielerorts werden 35 bis 39 Grad erwartet. Samstag und Sonntag sind örtlich ebenfalls bis zu 41 Grad denkbar.

DWD: Hitzewelle könnte am Ende „historisch“ sein

Nach Einschätzung des DWD könnte diese Hitzewelle außergewöhnliche Ausmaße annehmen. Meteorologe Oliver Reuter von der Wettervorhersagezentrale in Offenbach erklärte, es sei gut möglich, dass man diese Lage am Ende als „historisch“ bezeichnen werde.

Als Gründe nennt der Wetterdienst nicht nur einen vermutlich deutlich übertroffenen deutschen Juni-Rekord, sondern auch die Aussicht auf drei aufeinanderfolgende Tage mit Spitzenwerten von über 40 oder sogar 41 Grad in einem großen Gebiet – eine Konstellation, die es in dieser Form bislang nicht gegeben habe.

Hitze nimmt mit der Klimakrise zu

Seit Tagen schwitzt Deutschland bei Temperaturen bis nahe 40 Grad, nun teils auch darüber. Solch intensive Hitzewellen sind im Zuge der Klimakrise hierzulande häufiger geworden und dürften weiter zunehmen.

Zahlen des DWD zeigen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland gestiegen ist. Trotz teils deutlicher Schwankungen zwischen einzelnen Jahren sei der langfristige Trend laut Umweltbundesamt klar nach oben gerichtet. Weltweit gelten Hitzewellen durch den Klimawandel als wahrscheinlicher und intensiver.

Extremhitze wird zum sozialen Gesundheitsrisiko

Mit der anhaltenden Hitze wächst auch die Sorge um die Gesundheit vieler Menschen. Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, bezeichnete die aktuelle Lage als soziales Gesundheitsrisiko, das die Schwächsten zuerst treffe.

Besonders gefährdet seien demnach ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke und wohnungslose Menschen. Sie bräuchten jetzt verlässliche Schutzmaßnahmen, leicht zugängliche Informationen, kühle Räume, Trinkwasser und konkrete Unterstützung im Alltag. Engelmeier forderte von Bund, Ländern und Kommunen, Hitzeaktionspläne flächendeckend und verbindlich umzusetzen.

Fehlende Abkühlung bedroht die Gesundheit

Auch die Bundesärztekammer warnt vor erheblichen Gesundheitsgefahren. Großflächige Hitzewellen bedrohten sehr viele Menschen und gehörten zu den tödlichsten Extremwetterereignissen überhaupt.

Besonders problematisch ist, dass die hohen Temperaturen über mehrere Tage anhalten. Gebäude, Wohnungen und Praxisräume heizen sich dadurch immer weiter auf und kühlen nachts kaum noch ab. Gerade diese fehlende Erholung macht die Lage für viele Menschen besonders riskant.

Als besonders gefährdet gelten unter anderem ältere Menschen, chronisch Kranke, pflegebedürftige und allein lebende Personen, Schwangere, kleine Kinder sowie Menschen, die körperlich im Freien arbeiten.

Deutsche Bahn bietet erstmals Hitze-Sonderkulanz an

Wegen der Extremwetterlage hat die Deutsche Bahn erstmals eine Hitze-Sonderkulanz angekündigt. Wer eine geplante Fernreise aufgrund der erwarteten Hitze nicht antreten möchte, kann sein Ticket kostenfrei stornieren.

Die Regelung gilt für Fernverkehrstickets bis einschließlich 30. Juni, sofern sie bis zum 23. Juni gekauft wurden. Nach Angaben des Konzerns schließt die Kulanz auch Sparpreis- und Supersparpreis-Tickets ein.

Ab Montag spürbar kühler

Eine Entlastung wird erst zum Wochenstart erwartet. Nach Angaben des DWD wird es ab Montag deutlich kühler, allerdings nicht wirklich kühl.

Statt der extremen 35 bis 41 Grad am Wochenende sind dann voraussichtlich noch 25 bis 31 Grad möglich. Auch nachts soll die Luft wieder spürbar frischer werden: Im Süden werden Tiefstwerte von etwa 14 bis 16 Grad erwartet, im Norden können die Temperaturen auf 10 bis 13 Grad sinken.

Insgesamt bleibt es damit zwar sommerlich warm, die außergewöhnliche Hitzebelastung dürfte aber zumindest etwas nachlassen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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