Wetter

Deutschland: Hitze, dann Chaos

Hitze-Hammer mit Unwetter-Kehrseite: Sonntag kracht es im Westen und in der Mitte – und die Sommerglut bleibt.

21.06.2026, 03:00 Uhr

Deutschland erlebt zum kalendarischen Sommerbeginn äußerst gegensätzliches Wetter: Während in einigen Regionen weiterhin drückende Hitze herrscht, drohen andernorts kräftige Gewitter bis hin zu Unwettern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte am Abend mit, dass vor allem in Teilen des Landes am Sonntag mit schweren Gewittern zu rechnen ist.

Bereits in der Nacht zum Sonntag warnten die Meteorologen im Westen vor wiederholten Gewittern mit Starkregen von rund 20 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, kleinem Hagel und stürmischen Böen bis etwa 70 Kilometer pro Stunde. Am Sonntagvormittag sollen sich die Gewitter von Westen in Richtung Landesmitte verlagern. Ab Mittag rechnet der DWD besonders in der östlichen Mitte Deutschlands mit häufigeren und teils heftigen Gewittern, begleitet von intensivem Starkregen, Hagelkörnern von bis zu drei Zentimetern und orkanartigen Böen um 100 Kilometer pro Stunde.

Saarbrücken-Burbach mit 37,5 Grad am wärmsten

Abseits der Unwetter bleibt die Hitze zunächst bestehen. Vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands werden bis Mittwoch Höchstwerte zwischen 32 und 39 Grad erwartet. Nach vorläufigen DWD-Angaben war Saarbrücken-Burbach mit 37,5 Grad am Samstag der heißeste Ort des Landes. Zugleich warnte der Wetterdienst vor starker, regional sogar extremer Wärmebelastung.

Ob im Südwesten in den nächsten Tagen die Marke von 40 Grad überschritten wird, ist laut DWD-Meteorologe Christian Herold noch offen. Für weite Teile Deutschlands gilt derzeit eine amtliche Hitzewarnung, die von Samstag, 11 Uhr, bis Sonntag, 21 Uhr, angesetzt ist.

Die Kombination aus Gewittern, Sturm und großer Hitze hat bereits Folgen gezeigt. Bei einem Blitzeinschlag während eines Sportfestes in Rastatt in Baden-Württemberg wurden am Samstag neun Menschen verletzt. Darunter war auch eine junge Frau Anfang 20, die schwere Verletzungen erlitt. Im ostfriesischen Moormerland musste ein Zeltlager mit etwa 300 Kindern wegen eines Unwetters geräumt werden. Auch ein Festival südlich von Flensburg mit rund 5.000 Besucherinnen und Besuchern wurde evakuiert; 13 Menschen erlitten dort leichte Verletzungen. Außerdem führten die hohen Temperaturen in mehreren Regionen zu Straßenschäden, unter anderem auf der A13 in Brandenburg und auf der A1 in Schleswig-Holstein.

Auch in Europa extreme Hitze

Nicht nur in Deutschland leiden die Menschen unter der Hitzewelle. In Frankreich rief der Wetterdienst Météo France für Sonntag in fast dem gesamten Land die höchste oder zweithöchste Warnstufe aus. Erwartet werden Spitzenwerte zwischen 38 und 41 Grad. Für 35 Départements, darunter auch Paris, gilt die höchste Warnstufe Rot.

In Griechenland kämpfte die Feuerwehr am Samstag auf der Insel Euböa gegen den ersten großen Waldbrand des Jahres. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte, 35 Löschfahrzeuge, sieben Hubschrauber und acht Flugzeuge im Einsatz. Starke Winde fachten die Flammen nahe den Orten Mesochoria und Raptei zusätzlich an. Zwei Ortschaften wurden vorsorglich geräumt.

Auch in Spanien bleibt die Lage angespannt. Der staatliche Wetterdienst rechnet für Sonntag in weiten Teilen Andalusiens mit Temperaturen um 40 Grad. Dort sowie in weiteren Regionen, etwa im Süden Mallorcas mit möglichen 39 Grad, gilt die zweithöchste Warnstufe Orange. In Teilen des Baskenlands wurde wegen der außergewöhnlichen Belastung sogar die höchste Alarmstufe Rot verhängt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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