Politik

Meloni giftet Trump an: «Geht dich nichts an!»

Foto-Lüge, Iran-Streit, harte Worte: Zwischen Trump und Meloni eskaliert der Zoff – und plötzlich geht es um viel mehr.

20.06.2026, 22:43 Uhr

Streit zwischen Meloni und Trump eskaliert in sozialen Medien

Zwischen Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und US-Präsident Donald Trump ist ein offener Konflikt ausgebrochen. Auslöser waren erneute Aussagen Trumps, wonach Meloni ihn beim G7-Gipfel angeblich um ein gemeinsames Foto gebeten habe. Die Regierungschefin hatte diese Darstellung bereits zuvor entschieden zurückgewiesen und als frei erfunden bezeichnet.

Trump griff Meloni anschließend auf seiner Plattform Truth Social scharf an. Er warf ihr vor, die USA beim Vorgehen gegen den Iran nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nach dem amerikanischen Militäreinsatz wolle sie nun wieder die Nähe zu ihm suchen, um angeblich ihre Umfragewerte aufzubessern. Seinen Beitrag beendete er mit einem deutlichen „Nein danke!!!“.

Meloni reagierte ihrerseits mit scharfen Worten. Auf Instagram erklärte sie, ihre Beliebtheit in Italien gehe Trump nichts an. Er solle sich besser um seine eigenen Werte kümmern.

Italiens Außenminister sagt USA-Reise ab

Die Spannungen blieben nicht ohne diplomatische Folgen. Italiens Außenminister Antonio Tajani strich einen geplanten Besuch in den Vereinigten Staaten. Er begründete dies mit den aus seiner Sicht schweren und beleidigenden Äußerungen des US-Präsidenten.

Trump behauptete außerdem, Melonis Rückhalt in Italien habe gelitten, weil sie den USA im Konflikt mit Iran die Unterstützung verweigert habe. Besonders kritisierte er, dass Italien amerikanischen Streitkräften die Nutzung von Landebahnen nicht erlaubt habe, was aus seiner Sicht ein erheblicher logistischer Nachteil gewesen sei.

Meloni entgegnete, Trumps wiederholte Angriffe seien sinnlos. Die Nutzung amerikanischer Militärstützpunkte in Italien unterliege klaren Abkommen, an die auch sie als Regierungschefin gebunden sei. Sie betonte zudem, Italien sei ein souveräner Staat. Mit Blick auf ihre Popularität schrieb sie, Trumps Freundschaft habe ihr sicher nicht genutzt, und ihre Zustimmungswerte hingen nicht von ihrem Verhältnis zu ihm ab.

Früher galt Meloni als Vermittlerin

Lange Zeit war Meloni als wichtige Verbindung zwischen Europa und den USA angesehen worden. Das Verhältnis zu Trump verschlechterte sich jedoch deutlich, nachdem sie dessen verbalen Angriff auf Papst Leo XIV. als inakzeptabel bezeichnet hatte.

Schon im Januar hatte sie nach Trumps Zollankündigungen gegen mehrere EU-Staaten im Zusammenhang mit dem Grönland-Streit vorsichtig Abstand zu ihm erkennen lassen. Auch im Krieg gegen Iran lehnte die 49-Jährige eine Beteiligung Italiens an den amerikanisch-israelischen Angriffen ab. Darüber hinaus verweigerte Italien mehreren US-Militärflugzeugen die Landung auf dem sizilianischen Stützpunkt Sigonella.

Meloni will Debatte nicht weiter anheizen

Am Sonntag erklärte Meloni, sie wolle sich zu der Fotodiskussion nicht weiter äußern. Zur Begründung sagte sie, sie glaube weiterhin an die Einheit des Westens und halte es nicht für angemessen, daraus ein politisches Schauspiel zu machen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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