Wetter

Darum brodelt’s im Sommer zuerst in den Bergen

Warum entladen sich Gewitter oft genau über Bergen – und wieso bleibt es wenige Straßen weiter völlig trocken?

20.06.2026, 04:00 Uhr

Warum Gewitter in den Bergen besonders oft entstehen

Schwüle Luft, dunkle Wolken, Blitze und sintflutartiger Regen: Sommerliche Gewitter treten häufig plötzlich auf und verschwinden oft ebenso schnell wieder. Zurück bleiben jedoch nicht selten umgestürzte Bäume, Hagel oder überflutete Straßen. Besonders oft entwickeln sich solche Unwetter in Mittelgebirgen und Alpenregionen.

Berge begünstigen Gewitter

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sind Gewitter zwar generell schwer exakt vorherzusagen, in bergigen Gegenden treten sie aber deutlich häufiger auf. Dazu zählen vor allem die bayerischen Alpen, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald und das Erzgebirge. Auch angrenzende Regionen sind öfter betroffen, weil sich die Gewitter dort bilden und anschließend weiterziehen.

Der Grund: Trifft Luft auf ein Gebirge, kann sie nicht ausweichen und wird an den Berghängen nach oben gedrückt. In größeren Höhen sinkt der Luftdruck, die Luft dehnt sich aus und kühlt ab. Der enthaltene Wasserdampf kondensiert, Wolken entstehen. Steigt die Luft weit genug auf, können daraus kräftige Gewitterwolken wachsen.

Nicht nur Hitze ist entscheidend

Hohe Temperaturen allein reichen für die Entstehung eines Gewitters nicht aus. Wichtig ist laut Meteorologen vor allem ein deutlicher Temperaturunterschied zwischen den bodennahen Luftschichten und der Luft in größeren Höhen. Zudem muss genügend Feuchtigkeit in der Atmosphäre vorhanden sein.

Für die Bildung eines Gewitters muss die aufsteigende Luft Bereiche erreichen, in denen Temperaturen von deutlich unter minus zehn Grad herrschen. Dort entstehen Eis- und Graupelteilchen, die in der Wolke zur Trennung elektrischer Ladungen beitragen.

Gewitter
Gewitter sind im Sommer üblich. (Archivbild) Quelle: Alexander Wolf/onw-images/dpa

Wie Blitz und Hagel entstehen

In den bis zu zehn oder zwölf Kilometer hohen Gewitterwolken baut sich dadurch ein starkes elektrisches Spannungsfeld auf. Dieses entlädt sich schließlich entweder innerhalb der Wolken oder zwischen Wolke und Boden – es blitzt und donnert.

Auch große Hagelkörner können sich unter bestimmten Bedingungen entwickeln. Das ist besonders dann der Fall, wenn sich mit zunehmender Höhe die Windrichtung ändert oder der Wind stärker wird. Dadurch bleiben die Eisteilchen länger in der Wolke und können weiter anwachsen.

Gerade im Sommer werden Berge damit zu einer Art natürlicher Entstehungszone für Gewitter – mit oft spürbaren Folgen auch für die umliegenden Regionen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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