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Trauer um Alexander Held: Er starb mit 67

Trauer um München-Mord-Star Alexander Held: Der Schauspieler starb mit 67 – bekannt wurde es erst Tage später.

19.05.2026, 11:00 Uhr

Der Film- und Fernsehschauspieler Alexander Held ist tot. Der unter anderem aus der ZDF-Krimireihe „München Mord“ bekannte Darsteller starb bereits am vergangenen Dienstag nach kurzer Krankheit im Alter von 67 Jahren. Das bestätigte sein enger Freund, der TV-Produzent Sven Burgemeister, der Deutschen Presse-Agentur.

Zuletzt lebte der gebürtige Münchner in Erl in Tirol in Österreich. Neben „München Mord“ war Held auch durch Filme wie „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, „Der Schuh des Manitu“, „Der Untergang“, „Die Päpstin“ und Steven Spielbergs „Schindlers Liste“ einem breiten Publikum bekannt. Insgesamt wirkte er in mehr als 160 Filmen mit.

Würdigungen von ZDF und Weggefährten

Das ZDF zeigte sich tief betroffen. Für den Sender stand Held nicht nur bei „München Mord“ vor der Kamera, sondern auch für die Krimireihe „Stralsund“ sowie die Mehrteiler „Tannbach – Schicksal eines Dorfes“ und „Unterleuten – Das zerrissene Dorf“. Der stellvertretende Programmdirektor Frank Zervos würdigte Helds „hintergründigen, melancholischen Blick“, der seinem Spiel eine fast philosophische Note gegeben habe, ebenso wie seinen feinen Humor.

Auch Produzent Sven Burgemeister, der nach eigenen Angaben bei mehr als 30 Filmen mit Held zusammenarbeitete, erinnerte an ihn als außergewöhnlichen Menschen und Künstler. Als Freund und Produzent sei Held für ihn ein Geschenk gewesen – ein Gentleman mit Feinsinn, Witz und großer Zuwendung. Seine Rollen habe er stets mit Tiefe, Überraschungskraft und Haltung ausgefüllt. Burgemeister sagte, Held werde vielen sehr fehlen; für ihn bleibe Alexander Held „für immer ein Held“.

Auch im Fußballumfeld wurde getrauert: Die Fanseite „Dieblaue24“ von 1860 München veröffentlichte ein Foto des langjährigen Sechzig-Anhängers und schrieb dazu: „Ein großer Löwe ist tot.“

Frühe Talente: Sänger und Fußballtorwart

Held hatte schon früh vielseitige Begabungen. Zwischen 1968 und 1970 war er Solosänger bei den Regensburger Domspatzen. Auch später ließ er in einzelnen Rollen immer wieder Gesangseinlagen einfließen. Einmal sagte er in einem Interview, Singen sei wie Fahrradfahren – man verlerne es nicht.

Außerdem stand er als Jugendlicher für 1860 München im Tor und gewann mit dem Traditionsverein mehrere Jugendmeisterschaften. Eine Verletzung beendete jedoch den Traum von einer Profikarriere im Fußball – und lenkte seinen Weg zur Schauspielerei.

Weg auf Bühne und Leinwand

Seine Ausbildung absolvierte Held an der Otto-Falckenberg-Schule. 1980 begann er an den Münchner Kammerspielen. Es folgten Engagements an der Freien Volksbühne Berlin unter Hans Neuenfels, beim Staatsschauspiel Hannover, am Theater Basel sowie bei den Salzburger Festspielen.

Sein Filmdebüt gab Held 1993 in der Krimireihe „Derrick“. Danach folgten zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen, darunter auch internationale Produktionen. In Interviews erinnerte er sich später daran, dass er sogar Angebote für große Filme ausschlagen musste – etwa für Wolfgang Petersens „Das Boot“ oder Michael Verhoevens „Die Weiße Rose“ –, weil Theaterverpflichtungen Vorrang hatten. Mit einem Anflug von Ironie sagte er rückblickend, vielleicht wäre er dem Star-Sein sonst nicht ganz entkommen.

Vom Charakterdarsteller zum Publikumsliebling

Prominent wurde Held dennoch – nicht als klassischer Star, sondern als feinsinniger Charakterdarsteller mit großer Bandbreite. Seine Filmografie reichte von historischen und politischen Stoffen wie „Schindlers Liste“, „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ und „Der Untergang“ bis zu komödiantischen Formaten wie „Der Schuh des Manitu“.

Regisseur Marc Rothemund, der ihn für das oscarnominierte NS-Drama „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ besetzte, erinnerte zudem an Held als warmherzigen Gastgeber in seiner Wahlheimat Tirol. Gemeinsam mit seiner Frau Patricia habe er aus einer alten, verfallenen Käserei ein kleines Paradies geschaffen. Gästen habe Held dort eigens hergestellte Café-de-Paris-Butter serviert, im Winter habe er Nachbarn auf seine selbst angelegte Eisstockbahn zum gemeinsamen Sport eingeladen.

Privates Schicksal

Privat war Held mit Patricia Fugger, einer geborenen Gräfin Fugger von Babenhausen, glücklich. Das Paar heiratete 2005. 2014 erlitt der Schauspieler einen schweren Verlust: Seine Frau starb mit nur 51 Jahren völlig überraschend an inneren Blutungen.

Den Bayerischen Fernsehpreis als bester Serien-Darsteller widmete Held ihr damals mit bewegenden Worten. Regisseur Rothemund erinnerte sich später daran, dass Held den Tod seiner Frau nie wirklich verwunden habe.

Nachdenkliche Worte über das Leben

Bei Dreharbeiten zu „München Mord“ hatte sich Held auch über die eigene Vergänglichkeit geäußert. Auf die Frage, was vom Leben übrig bleibe, antwortete er sinngemäß, vielleicht nichts – vielleicht aber sehr viel. Entscheidend sei, was man aus dem eigenen Leben gemacht habe. Für ihn selbst, sagte er damals, sei vor allem das Heute wesentlich.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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