Musiker Danger Dan reagiert auf die kurzfristige Absage seines geplanten ZDF-Auftritts mit einem Ersatzkonzert in Berlin. Wie seine Agentur mitteilte, steht er am Dienstagabend um 21.00 Uhr gemeinsam mit Pianist Igor Levit im Columbia Theater auf der Bühne. Die Veranstaltung trägt den Titel „Die keine Angstalt“ und soll nach Angaben der Veranstalter ein Zeichen für die Freiheit der Kunst setzen. Das Konzert wird zudem auf YouTube live übertragen.
Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf sollen an den Verein Opferperspektive fließen. In der Mitteilung wird der Verein als wichtigste Anlaufstelle in Brandenburg für Menschen beschrieben, die von rechter, rassistischer oder antisemitischer Gewalt betroffen sind.
Eigentlich sollte Danger Dan in der 100. Ausgabe der ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ auftreten und dort seinen neuen Song „Keine Angst“ präsentieren. Die Jubiläumsfolge befasst sich mit Radikalisierung und der Frage, wie wehrhaft eine Demokratie sein muss. Das ZDF strich den Auftritt jedoch kurzfristig. Die Moderatoren kritisierten diese Entscheidung in der bereits vorab online bereitgestellten Sendung. Im Fernsehen läuft die Ausgabe am Dienstag um 22.15 Uhr.
Warum das ZDF den Auftritt absagte
Der Sender begründete die Entscheidung damit, dass der Liedtext als mögliche Anleitung zu politischem Extremismus verstanden werden könne. Aus Sicht des ZDF könne er außerdem Selbstjustiz nahelegen und rechtswidrige Handlungen oder Gewalt zumindest nicht eindeutig ausschließen. In der Sendung „Aspekte“ griff das ZDF das Thema am Samstagabend nochmals auf und ließ dazu mehrere Fachleute zu Wort kommen.
Danger Dan wiederum warf dem Sender einen Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit vor. Gegenüber „Spiegel Online“ erklärte der Musiker, sein Lied fordere niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund zu gehen. Vielmehr gehe es ihm um die Frage, wie sich wirksame antifaschistische Strukturen aufbauen lassen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber