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Macklemore-Eklat: Ed Sheeran räumt schwere Fehler ein

Nach dem Macklemore-Eklat bricht Ed Sheeran sein Schweigen – und gesteht Zweifel. Wie reagieren seine Fans jetzt?

20.09.2026, 13:11 Uhr

Ed Sheeran äußert sich nach Kritik bei Konzert in Philadelphia

Als Ed Sheeran am Samstagabend in Philadelphia auftrat, war ihm die Anspannung deutlich anzumerken. Für den britischen Musiker war es der erste Auftritt, seit es heftige Reaktionen auf die Entscheidung gegeben hatte, US-Rapper Macklemore nicht weiter im Vorprogramm seiner US-Tour auftreten zu lassen.

Noch bevor er mehrere Songs spielte, wandte sich Sheeran mit ernster Miene an das Publikum. Er sagte, er wolle ein paar Worte über die vergangene Woche verlieren. Videoaufnahmen seiner Ansprache verbreiteten sich anschließend in britischen und US-amerikanischen Medien.

Der Sänger erklärte, Kritik an seiner Musik kenne er bereits. Diesmal gehe es jedoch um etwas deutlich Bedeutenderes. Er habe schwierige Entscheidungen treffen müssen, dabei Fehler gemacht und dafür entschuldige er sich aufrichtig. Berichten zufolge sagte Sheeran sogar, dass er zeitweise an seiner Zukunft als Musiker gezweifelt habe. In Philadelphia erhielt er dafür viel Zuspruch von seinen Fans.

Hintergrund der Debatte

Schon vor Beginn des Konzerts war klar, dass der Abend unter besonderen Vorzeichen stehen würde. Vor dem Stadion versammelten sich laut US-Medien einige propalästinensische Demonstrierende. Auf Transparenten und Fahnen war unter anderem „Freedom for Palestine“ zu lesen.

Auslöser der Kontroverse war eine Mitteilung Macklemores zu Wochenbeginn. Der Rapper erklärte, wegen seiner propalästinensischen Äußerungen aus dem restlichen Vorprogramm von Sheerans „Loop“-Tour gestrichen worden zu sein.

Konzert Ed Sheeran
Vor dem Stadion, in dem das Konzert stattfand, hatten sich propalästinensische Demonstranten versammelt. Quelle: Allie Ippolito/AP/dpa

Macklemore, mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty, positioniert sich seit Jahren öffentlich pro-palästinensisch und nutzt auch seine Auftritte regelmäßig, um diese Haltung zu zeigen – zuletzt ebenfalls bei Konzerten von Sheeran. Danach hatten mehrere jüdische Organisationen Sheeran aufgefordert, den Rapper nicht weiter auf der Tour auftreten zu lassen. Macklemore wird zudem immer wieder vorgeworfen, in Songs und Auftritten antisemitische Stereotype zu bedienen. Das weist der Künstler zurück.

Nach seinem Ausschluss sagten mehrere Musiker aus Solidarität mit Macklemore ihre geplanten Support-Auftritte bei Sheeran ab. Sheeran selbst betonte, dass die Entscheidung nicht von ihm, sondern vom Tourveranstalter getroffen worden sei.

Sheeran spricht über Meinungsfreiheit und Krieg

Auf der Bühne sagte Sheeran, die Auseinandersetzung habe ihn mitten in eine leidenschaftlich geführte Debatte über Meinungsfreiheit und eines der kompliziertesten politischen Themen der Welt gezogen. Er habe sich bislang bewusst nicht als politischer Kommentator verstanden. Seine Konzerte sollten vor allem ein Ort des Miteinanders sein.

Gleichzeitig verurteilte er sowohl das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 in Israel als auch das israelische Vorgehen im Gazastreifen deutlich. Die Lage in Gaza bezeichnete er als katastrophal, nicht zu rechtfertigen und unverhältnismäßig.

Fans stärken ihm den Rücken

Während des viel beachteten Konzerts sprach Sheeran Medienberichten zufolge auch offen darüber, wie sehr ihn die Ereignisse belastet hätten. Er habe nicht gewusst, ob die Tour überhaupt fortgesetzt werde und ob er selbst noch einmal auf einer Bühne stehen wolle. In solchen Momenten, sagte er, erkenne man, wer wirklich zu einem halte. Seine Worte wurden vom Publikum mit großem Applaus aufgenommen.

Im Vorfeld war spekuliert worden, ob Sheeran weiterhin auf die Unterstützung seiner Fans zählen könne. Viele Konzertbesucher stellten sich jedoch hinter ihn. Ein Fan aus Pennsylvania sagte laut Berichten, Politik habe ihren Platz, ein Popkonzert sei dafür aber nicht der richtige Rahmen. Ein Besucher aus Kanada erklärte, er wolle Sheeran an diesem Abend gezielt unterstützen – es gehe hier um Musik, nicht um den Nahostkonflikt.

Nicht alle Anhänger teilen diese Sicht

Einigkeit herrschte unter den Fans allerdings nicht. Eine Anhängerin aus Philadelphia berichtete demnach, sie habe ihr Geld für die Tickets zurückbekommen und sich stattdessen den Protesten angeschlossen. Ihrer Ansicht nach ist jede Kunst politisch – und damit auch jede Musik.

Sheeran hatte seine aktuelle Tour im Januar in Auckland in Neuseeland begonnen. Bis Dezember stehen noch mehrere Konzerte an, bevor die Reise mit einem Auftritt in Mexiko endet. Zum Abschluss des Abends sagte er laut PA, die Welt und auch Amerika wirkten derzeit wie ein beängstigender Ort. Der Moment im Stadion gebe ihm jedoch Hoffnung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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