Bayern

Hacker-Angriff auf LMU: Studentendaten abgegriffen

Hackerangriff auf die LMU: Sind auch Ihre Bankdaten dabei? Studierende sollen jetzt besonders wachsam sein.

20.09.2026, 12:51 Uhr

Hackerangriff auf LMU: Möglicherweise sensible Daten von Studierenden abgegriffen

Ein bislang unbekannter Angreifer hat sich nach Angaben der Ludwig-Maximilians-Universität München Zugriff auf ein Hochschulsystem verschafft, in dem Immatrikulationsdaten gespeichert waren. Dabei könnten persönliche Informationen von Studierenden entwendet worden sein.

Nach Mitteilung der Universität betrifft der Vorfall ein IT-System mit Stammdaten. Möglicherweise erbeutete der Hacker Namen, Post- und E-Mail-Adressen, Geburtsorte, Bankdaten sowie weitere private Angaben, etwa zu früheren Bildungsabschlüssen.

Wie viele Personen konkret betroffen sind, ließ die LMU offen. Auch ist derzeit unklar, ob sich der Vorfall ausschließlich auf aktuell eingeschriebene Studierende bezieht oder auch ehemalige betrifft. Im Wintersemester 2025/26 waren an der LMU mehr als 52.000 Studierende registriert. Die Hochschule zählt damit zu den größten Universitäten in Deutschland.

Die Universität erklärte, dass für die Betroffenen keine studienbezogenen Nachteile zu erwarten seien. Gleichzeitig rief sie Studierende dazu auf, bei Nachrichten oder sonstigen Kontaktaufnahmen besonders vorsichtig zu sein.

SPD-Digitalexperte kritisiert Kommunikation der Universität

Nach Angaben der LMU wurde der Vorfall bereits am Mittwoch entdeckt. Öffentlich machte die Universität die Informationen dazu jedoch erst am Samstag. Der SPD-Landtagsabgeordnete und Digitalexperte Florian von Brunn hält diese Verzögerung für erklärungsbedürftig. Aus seiner Sicht müssten Betroffene nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung unverzüglich informiert werden.

Von Brunn sprach von einem schockierenden Angriff, auch weil an der LMU große IT-Kompetenz vorhanden sei. Zugleich kritisierte er, dass bislang offen sei, wann der unbefugte Zugriff begonnen habe und wie lange er andauerte. Nun müssten Ursachen, Ablauf und Verantwortlichkeiten vollständig aufgeklärt werden.

LKA und IT-Forensiker ermitteln

Mit dem Fall befasst sich nach Angaben der LMU das Bayerische Landeskriminalamt. Zusätzlich wurden IT-Forensiker eingeschaltet. Die Universität arbeitet demnach auch mit externen Fachleuten zusammen, um mögliche weitere Angriffe zu verhindern.

Außerdem werde überprüft, ob die entwendeten Informationen im Darknet auftauchen. Bislang gebe es dafür keine Hinweise. Als Darknet wird ein nur eingeschränkt zugänglicher Bereich des Internets bezeichnet, in dem kriminell erlangte Daten teils veröffentlicht oder gehandelt werden.

Der Diebstahl persönlicher Daten kann schwerwiegende Folgen haben. Kriminelle nutzen solche Informationen unter anderem für Identitätsmissbrauch, betrügerische Bankgeschäfte oder Bestellungen im Internet.

Zuletzt hatte bereits ein Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Damals scheiterte eine Hackergruppe mit einem Erpressungsversuch gegen den Berliner Senat und veröffentlichte anschließend mindestens 1,2 Millionen Datensätze im Darknet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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