Bayern

Söder-Tochter schockt: Ihre Generation weiß zu wenig

Adenauer und Kohl? Erkannte sie einst nicht. Jetzt rechnet Gloria-Sophie Burkandt schonungslos mit der Bildung ihrer Generation ab.

20.09.2026, 12:51 Uhr

Gloria-Sophie Burkandt über Wissen, KI und den Wandel ihrer Generation

Model Gloria-Sophie Burkandt ist überzeugt, dass es um das Allgemeinwissen ihrer Altersgruppe nicht besonders gut bestellt ist. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte die 27-Jährige, die ältere Generation bemängele das zu Recht. Zugleich stellte sie die Frage, warum man sich heute noch alles einprägen solle, wenn Informationen jederzeit in wenigen Sekunden online abrufbar seien.

Burkandt war bereits früher in die Schlagzeilen geraten: In der Sendung „Deutschlands dümmster Promi“ erkannte die Tochter von CSU-Chef Markus Söder ausgerechnet die früheren konservativen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Helmut Kohl nicht. Nun legt sie ein Buch über die „Generation KI“ vor, das an diesem Montag, dem 21. September, erscheint.

Nach eigenen Angaben nutzt sie Künstliche Intelligenz regelmäßig, teils sogar mehrmals pro Stunde. Die Technik erleichtere den Alltag enorm, führe aber auch zu einer gewissen Abhängigkeit, weil Informationen ständig und sofort verfügbar seien.

„Goethe hatte kein TikTok“

In ihrem Buch beschreibt Burkandt, dass sich das Denken stark verändert habe: Es sei heute zersplittert, hektisch und immer auf den nächsten Reiz ausgerichtet. Als Vergleich führt sie an, dass Goethe weder TikTok noch Push-Mitteilungen oder Instagram gekannt habe. Wenn ihm langweilig gewesen sei, habe er mit seinen Gedanken allein sein müssen — und genau daraus sei Kreatives entstanden.

Aus ihrer Sicht kommt es deshalb heute vor allem auf Fähigkeiten an. Junge Menschen müssten möglichst viele Kompetenzen erwerben. Das sei entscheidend und werde auf lange Sicht darüber mitbestimmen, wie erfolgreich ihre Generation und die nachfolgenden Generationen privat wie beruflich sein werden.

In ihrem Werk verbindet Burkandt persönliche Erfahrungen und Beobachtungen mit gesellschaftlichen Einschätzungen. Laut Vorwort richtet sich das Buch an alle, die den aktuellen kulturellen Wandel wahrnehmen und bereit sind, zuzuhören, dazuzulernen und Brücken zwischen den Generationen zu schlagen.

Zeitlose Fragen in neuer Form

Als Beispiel nennt die Autorin die Gedankenwelt Goethes, die heute sogar auf TikTok wieder auftauche. Was zunächst widersprüchlich wirke, zeige bei genauerem Hinsehen, wie zeitlos manche Ideen seien. Zwar hätten sich Plattformen und Kommunikationsformen verändert und seien heute deutlich schneller und knapper geworden. Die grundlegenden Fragen, die Menschen bewegen, seien jedoch im Kern gleich geblieben. Genau darin liege womöglich die Verbindung zwischen Goethe und TikTok: Die äußere Form wandelt sich, die menschlichen Themen dahinter bleiben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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