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Schock für Mette-Marit: Sohn bleibt in U-Haft

Trotz schwerkranker Mutter: Norwegens Royals-Skandalsohn bleibt in U-Haft – warum das Berufungsgericht hart durchgreift

10.06.2026, 11:52 Uhr

Marius Borg Høiby bleibt trotz der lebensbedrohlichen Erkrankung seiner Mutter weiter in Untersuchungshaft. Ein norwegisches Berufungsgericht wies seinen Antrag auf Freilassung ab und begründete dies mit einer aus seiner Sicht weiterhin hohen Wiederholungsgefahr.

Nach Einschätzung der Richter besteht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass der 29-Jährige im Fall einer Entlassung erneut Straftaten begehen könnte. Eine zentrale Rolle spielte dabei laut norwegischen Medien ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, gegen das Høiby in der Vergangenheit mehrfach verstoßen haben soll.

Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, hatte seine Freilassung beantragt, um seiner schwer kranken Mutter nahe sein zu können. Ein Gericht in Oslo hatte dem Antrag am Montag zunächst stattgegeben. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch umgehend Berufung ein, wodurch die Entscheidung zunächst nicht wirksam wurde.

Berufungsgericht: Keine Sonderbehandlung für Høiby

Vor Gericht hatte Høiby nach Medienberichten erklärt, inzwischen drogenfrei zu sein. Zudem habe er beteuert, wegen der Krankheit seiner Mutter nichts mehr zu tun, was die Lage zusätzlich verschlimmern könnte. Das Berufungsgericht schenkte diesen Aussagen jedoch keinen Glauben.

In seiner Begründung verwies das Gericht darauf, dass Høiby sich der Folgen früherer Verstöße gegen das Kontaktverbot bewusst gewesen sei, ihn das aber nicht abgehalten habe. Auch habe er wissen müssen, welche Belastung seine Taten, sein umfangreicher Drogenkonsum und die große mediale Aufmerksamkeit für seine Familie bedeuteten. Dennoch habe er weitere Straftaten begangen.

Nach Auffassung des Gerichts senkt auch die schwere Erkrankung seiner Mutter dieses Risiko nicht. Zwar zeigten die Richter Verständnis für Høibys Lage und bezeichneten die Untersuchungshaft als belastend. Zugleich stellten sie klar, dass sie keine besondere Härte erkennen könnten, die ihn von anderen Inhaftierten mit schwer kranken Eltern unterscheide.

Nach dem Beschluss hätte Høiby noch den Obersten Gerichtshof anrufen können. Laut seiner Verteidigerin Ellen Holager Andenæs verzichtete er jedoch darauf. Sie sagte dem Sender NRK, man sei sehr enttäuscht und könne die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Urteil im großen Strafprozess bereits am Montag erwartet

Schon am kommenden Montag soll das Urteil im umfangreichen Verfahren gegen Høiby verkündet werden. Gegen den ältesten Sohn der Kronprinzessin liegen 40 Anklagepunkte vor. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, vier Frauen nach norwegischem Recht vergewaltigt zu haben, während diese schliefen. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung des Berufungsgerichts dürfte laut Medien die vergleichsweise kurze verbleibende Zeit bis zur Urteilsverkündung gewesen sein.

Für Mette-Marit bedeuteten sowohl der Prozess gegen ihren Sohn als auch die Debatte um ihre frühere Verbindung zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in den vergangenen Monaten eine zusätzliche schwere Belastung. Die Kronprinzessin leidet an Lungenfibrose, einer chronischen und nicht heilbaren Erkrankung.

Mette-Marit wartet auf eine Lungentransplantation

In der vergangenen Woche wurde sie auf die Warteliste für eine neue Lunge gesetzt. Norwegische Medien berichten, dass dies in der Regel voraussetzt, dass Betroffene ohne Transplantation voraussichtlich höchstens noch ein Jahr leben würden. Im Alltag ist die Ehefrau von Kronprinz Haakon inzwischen auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Wegen einer erneuten Verschlechterung ihres Gesundheitszustands kehrte Erbprinzessin Ingrid Alexandra aus Australien nach Norwegen zurück, wo sie derzeit studiert. Auch Kronprinz Haakon brach eine Japan-Reise vorzeitig ab, um bei seiner Frau zu sein.

Obwohl Høiby mit der Erkrankung seiner Mutter argumentierte, sprach sich die Polizei am Freitag gegen eine Entlassung aus der Untersuchungshaft aus. Das erstinstanzliche Gericht hatte dies am Montag noch anders bewertet. Laut der Zeitung Verdens Gang hieß es dort, eine Fortsetzung der Inhaftierung wäre in der ohnehin schwierigen Lage sowohl für Høiby als auch für seine Mutter besonders belastend.

Høiby: Jeder Besuch meiner Mutter könnte der letzte sein

Bei der Gerichtsanhörung in Oslo erklärte Høiby nach Angaben von Verdens Gang, es sei kaum zu ertragen, im Gefängnis zu sitzen, während seine Mutter so schwer krank sei. Jeder Besuch von ihr könne womöglich der letzte sein.

Bereits im Mai hatte Høiby beantragt, mit einer elektronischen Fußfessel aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Dieser Vorstoß blieb erfolglos und beschäftigte damals sogar das höchste norwegische Gericht. Den neuen Antrag begründete die Verteidigung mit der Verschlechterung des Gesundheitszustands von Mette-Marit.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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