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Zverev „unfassbar sauber“ – jetzt will er ins Viertelfinale

Kein Tropfen im Waschbecken, Schuhe millimetergenau: Zverev enthüllt skurrile Zwänge – und jagt in Wimbledon eine Premiere.

05.07.2026, 13:22 Uhr

Zverev zwischen Ordnungssinn und Wimbledon-Fokus

Alexander Zverev wirkt auf dem Platz meist gelassen und kontrolliert. Abseits des Courts sieht das anders aus: Vor seinem Achtelfinale beim Rasenklassiker in Wimbledon gegen den Tschechen Jiri Lehecka sprach der French-Open-Champion offen über seine ausgeprägten Eigenheiten im Alltag.

Der Olympiasieger von 2021 sagte, er sei im privaten Leben "extrem abergläubisch". Für ihn müsse alles exakt an seinem Platz sein: Schuhe, Zahnbürste und andere Dinge müssten immer ordentlich ausgerichtet sein. Zudem sei er sehr penibel. Selbst ein einzelner Wassertropfen im Waschbecken störe ihn so sehr, dass er es vor dem Schlafengehen noch einmal komplett auswische.

Seine Partnerin Sophia Thomalla, die wie schon in Paris auch in Wimbledon wegen beruflicher Termine nicht vor Ort ist, reagierte auf Instagram mit Humor. Sinngemäß schrieb sie, erst durch ihre Beziehung erfahren zu haben, dass Wasser im Waschbecken offenbar verboten sei.

Für Zverev beginnt das Turnier jetzt erst richtig

Auch auf dem Platz legt Zverev Wert auf Ordnung, doch dort sollen ihn solche Gewohnheiten nicht beeinflussen. In Wimbledon peilt er nun erstmals den Einzug ins Viertelfinale an. Dafür muss er mit Lehecka erstmals an der Church Road einen Gegner aus den Top 20 schlagen.

Zverev erklärte, er habe das Gefühl, dass das Turnier für ihn in diesem Jahr nun erst richtig beginne. Mit seiner aktuellen Form und seiner Position sei er zufrieden und wolle den eingeschlagenen Weg fortsetzen.

Wimbledon 2026
Alexander Zverev gewann seine bisherigen drei Partien ungefährdet. Quelle: John Walton/PA Wire/dpa

Die ersten drei Runden im All England Club meisterte der Weltranglisten-Dritte souverän. Auch beim 6:2, 7:6 (7:4), 6:4 gegen den Amerikaner Marcos Giron geriet er kaum in Bedrängnis und musste nicht an seine Grenzen gehen. Der frühere Wimbledon-Sieger Michael Stich wertete das positiv: Solche Siege könnten stärken, weil man wisse, dass noch Reserven vorhanden seien.

Handy aus, Selbstvertrauen hoch

Eine Gewohnheit aus Paris hat Zverev auch in London beibehalten: Er schirmt sich bewusst ab. Sein Handy sei ausgeschaltet, berichtete er. Daran wolle er auch bei künftigen Grand-Slam-Turnieren festhalten.

Spürbar verändert hat sich nach seinem Triumph in Paris sein Auftreten. Der Erfolg auf Sand habe auch seinem Spiel auf Rasen zusätzlichen Schub gegeben. Zverev sprach von einer neuen Selbstverständlichkeit, die vielleicht etwas arrogant wirken könne, für ihn aber positiv sei. Der Titel bei den French Open habe sein Selbstvertrauen natürlich deutlich gestärkt.

So schätzt Zverev Lehecka ein

Mit einem Erfolg gegen Lehecka würde Zverev sein bisher bestes Wimbledon-Ergebnis übertreffen. Das Achtelfinale war bislang stets Endstation bei seinem vergleichsweise schwächsten Grand-Slam-Turnier – so 2017, 2021 und 2024.

Lehecka hält er für einen äußerst offensiven Spieler, der mit viel Risiko agiert. Zverev beschrieb ihn als jemanden, der entweder einen schwachen oder einen herausragenden Tag erwischen könne. Nach drei Siegen in Folge rechnet der Deutsche jedoch damit, dass der Tscheche in starker Form antreten wird. Für ihn sei das bislang die schwierigste Aufgabe im Turnier. Dennoch fühle er sich bereit und wolle seinem eigenen Spiel vertrauen.

Kräfte sparen – auch emotional

Mit nur einem Satzverlust hat Zverev in den ersten Runden nicht nur körperlich Energie gespart, sondern auch mental. Nach eigener Einschätzung gehört er inzwischen zu den ruhigsten Spielern auf der Tour. Er zeige weder besonders viele positive noch negative Emotionen, sondern versuche, ganz bei sich zu bleiben.

Diese Ruhe dürfte ihm auch nach dem Wirbel um den French-Open-Sieg helfen. Mit fast 30 Jahren wisse er inzwischen besser, wie er mit Höhepunkten und Rückschlägen umgehen müsse, sagte Zverev. Emotional ermüde einen der Zirkus um große Erfolge zwar mitunter, doch die Erfahrung helfe. Ein erneutes Aus im Achtelfinale soll diesmal jedenfalls vermieden werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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