Filmfest München endet mit Besucherplus, Preisen und prominenten Gästen
Das Filmfest München hat in diesem Jahr erneut gezeigt, warum es als sommerliches Publikumsfestival so beliebt ist: Zehn Tage lang prägten hohe Temperaturen, viel Glamour und große Gefühle die Veranstaltung.
Das Programm umfasste 130 Filme aus 56 Ländern und stieß offenbar auf großes Interesse. Nach einer vorläufigen Bilanz kamen rund 95.000 Besucherinnen und Besucher – etwa 4.000 mehr als im Vorjahr.
Zum Abschluss wurde es noch einmal besonders feierlich. Mehrere Preisverleihungen, eine Abschlussparty und der Besuch von David Duchovny sorgten am letzten Wochenende für Höhepunkte. Der aus Serien wie Akte X und Californication bekannte Schauspieler erhielt den Ehrenpreis des Festivals, den nicht dotierten CineMerit Award.
In seiner Dankesrede setzte Duchovny auch einen politischen Akzent. Mit Blick auf Donald Trump und dessen Erfolgsrhetorik sagte er, nicht Siege oder Höhenflüge würden Menschen verbinden, sondern Schmerz und Verlust. Amerika gelte oft als Nation der Gewinner, sagte er sinngemäß – doch vielleicht solle man auch das Verlieren zulassen, einander in den Arm nehmen und anerkennen, dass Verletzlichkeit alle verbinde.
100.000 Euro für „Strange River“
Der höchstdotierte Preis des Festivals ging an die internationale Koproduktion Strange River von Jaume Claret Muxart. Das Werk erhält 100.000 Euro. Im Zentrum der Coming-of-Age-Geschichte steht Dídac, der mit seiner Familie entlang der Donau unterwegs ist und dabei einen Jungen kennenlernt, der ihn tief beeindruckt. Gedreht wurde unter anderem in Lauingen. Der CineCoPro Award wird vom FilmFernsehFonds Bayern gemeinsam mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei vergeben und zeichnet internationale Produktionen mit deutscher Beteiligung aus.

Als bester internationaler Debütfilm wurde das Familiendrama A Girl Unknown der chinesischen Regisseurin Jing Zou ausgezeichnet. Im Kinderfilmwettbewerb setzte sich Mein Sommer bei Nonna von Margherita Spampinato durch. Der Film erzählt von Nico, der den Sommer bei seiner Großtante auf Sizilien verbringen muss – ohne Internet und ohne seine Freunde.
Publikumspreise für Komödie, Drama und Kinderfilm
Auch das Publikum vergab Auszeichnungen. Zum beliebtesten deutschen Film wurde Helena Hufnagels Lieblingsmenschen – Die außergewöhnliche Freundschaft von Agnes & Amir gewählt. Darin nimmt eine 101-jährige Frau einen jungen Geflüchteten bei sich auf. Aus dem zunächst pragmatischen Zusammenleben entwickelt sich eine ungewöhnliche Nähe. Der Kinostart ist für den 26. November geplant.
In der internationalen Kategorie gewann If Only the Year Had 364 Days von Almourad Aldeeb. Der Film erzählt von einem geflüchteten Syrer, der in seine Heimat zurückkehrt. Beim jungen Publikum lag Plitsch Platsch Forever vorn – eine sommerliche Geschichte über Kinder, die das Freibad in ihrem Ort retten wollen. Der Film startet bereits am Donnerstag im Kino.
Internationale Stars auf dem roten Teppich
David Duchovny war nicht der einzige prominente Gast des Festivals. Bereits zu Wochenbeginn war der italienische Schauspieler Toni Servillo in München und nahm ebenfalls einen CineMerit Award entgegen. Auch Elyas M’Barek zeigte sich nach seinem Umzug von New York zurück nach München auf dem Festival.
Zu den weiteren bekannten Gästen zählten Regisseur Pedro Almodóvar, der seinen neuen Film Bitteres Fest vorstellte, sowie Schauspielerinnen und Schauspieler wie Sandra Hüller, Veronica Ferres, Tobias Moretti und Florian und Maximilian Brückner.
Hitze prägt Festivalatmosphäre
Auch Politikerin Claudia Roth war bei der Eröffnung anwesend. Die Grünen-Abgeordnete und frühere Kulturstaatsministerin erschien zur Premiere des historischen Dramas Vaterland – passend zu den extremen Temperaturen mit Fächer. Gerade am ersten Festivalwochenende war dieses Accessoire angesichts der Hitze an vielen Orten zu sehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber