Politik

Greift der Bund jetzt nach Panzerbauer KNDS?

Monatelang wurde gestritten – nun fällt die Entscheidung zu KNDS. Was der Bund beim Panzerbauer jetzt plant, überrascht.

20.05.2026, 20:23 Uhr

Bund steigt bei KNDS ein

Die Bundesregierung hat nach längerem Ringen über einen Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS entschieden. Nach Informationen aus Regierungskreisen will sich der Bund zunächst mit 40 Prozent an dem Panzerbauer beteiligen. Zugleich soll die feste Absicht erklärt werden, diesen Anteil innerhalb von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent zu verringern.

KNDS produziert Waffensysteme wie den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand aus dem Zusammenschluss von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Rüstungskonzern Nexter. Derzeit gehören die Anteile der deutschen Unternehmerfamilie hinter Krauss-Maffei Wegmann sowie dem französischen Staat.

Medienberichten zufolge wird KNDS mit rund 20 Milliarden Euro bewertet. Das Unternehmen strebt zudem in naher Zukunft einen Börsengang an.

Gleiche Rechte für Deutschland und Frankreich angestrebt

Aus deutschen Regierungskreisen hieß es zudem, nach Möglichkeit solle auch Frankreich seinen derzeitigen Anteil von 50 Prozent an KNDS verringern. Unabhängig davon solle sichergestellt werden, dass Deutschland und Frankreich bei wichtigen Fragen – etwa bei Standortentscheidungen – die gleichen Rechte haben, auch wenn der deutsche Staatsanteil später auf 30 Prozent sinkt.

Der Kaufpreis für den Bund soll sich am sogenannten IPO-Preis orientieren, also an dem Ausgabepreis der Aktien beim Börsengang für private und institutionelle Investoren. Einen Aufschlag für das Aktienpaket soll es nach Regierungsangaben nicht geben.

Innerhalb der Bundesregierung soll das Bundeswirtschaftsministerium unter Führung von Katherina Reiche (CDU) für die Beteiligung zuständig sein.

Pistorius drängt auf mehr Staatsbeteiligungen

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte bereits im Juli des vergangenen Jahres einen staatlichen Einstieg bei KNDS ins Gespräch gebracht. Grundsätzlich wirbt er für stärkere staatliche Beteiligungen an deutschen Rüstungsunternehmen.

Pistorius hatte im Oktober dem Handelsblatt gesagt, staatliche Beteiligungen seien aus seiner Sicht notwendig, um Know-how und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. Neben KNDS verwies er dabei auch auf den Schiffbauer TKMS.

Quelle: dpa

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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