Fußball

London bebt: Arsenal vor dem ganz großen Coup

Arsenal bricht den 20-Jahre-Fluch: Nach Titel-Drama feiern Fans bis zum Morgengrauen – und jetzt winkt Historisches.

20.05.2026, 12:31 Uhr

Arsenal feiert die Rückkehr auf den Thron

Kai Havertz und seine Teamkollegen hüpften singend durch das Trainingszentrum des FC Arsenal und brüllten immer wieder „Campeones“. Rund um das Emirates Stadium feierten Tausende Fans den ersten Meistertitel seit 22 Jahren bis in die frühen Morgenstunden – Londons Straßen waren bis etwa 5 Uhr in Rot und Weiß getaucht.

Der Titelgewinn hat beim Club und seinem Umfeld enorme Emotionen ausgelöst. In der englischen Hauptstadt wächst nun sogar die Hoffnung auf das ganz große Double aus Premier League und Champions League.

Zu den ersten Gratulanten zählte Premierminister Keir Starmer, bekennender Arsenal-Anhänger. „22 lange Jahre für Arsenal“, schrieb Starmer. „Endlich sind wir wieder da, wo wir hingehören. Champions!“

Weil Manchester City im Titelrennen erneut patzte, steht Arsenal schon vor dem letzten Spieltag als Meister fest. Nach drei Vizemeisterschaften in Serie hat das Team von Mikel Arteta damit endlich sein Ziel erreicht. Besonders bemerkenswert: Arteta war einst Co-Trainer von Pep Guardiola bei City und hat seinen früheren Mentor nun übertroffen. Berichten zufolge könnte Guardiola den Club nach zehn Jahren zum Saisonende verlassen.

Arsenal übersteht den dramatischen Saisonendspurt

Seit dem siebten Spieltag stand Arsenal fast durchgehend an der Spitze der Premier League. Zwischenzeitlich betrug der Vorsprung neun Punkte, auch wenn City zu diesem Zeitpunkt weniger Partien absolviert hatte. Im Schlussspurt wirkte die Mannschaft jedoch zunehmend nervös.

Nach der Niederlage gegen Manchester City zog der punktgleiche Rivale wegen der besseren Tordifferenz sogar kurzzeitig vorbei. City-Fans verspotteten Arsenal damals mit einem Banner, auf dem „Panik auf Londons Straßen“ zu lesen war. Nach der Titelentscheidung konterten die Arsenal-Anhänger mit der Botschaft: „Party auf Londons Straßen“.

Havertz ebnet den Weg zur Meisterschaft

Declan Rice hatte nach der Niederlage gegen City auf dem Platz versucht, seine Mitspieler aufzurichten. „Es ist nicht vorbei!“, rief er damals. Er sollte Recht behalten. Die für starke Schlussspurts bekannten Cityzens ließen erst beim 3:3 in Everton und danach beim 1:1 in Bournemouth entscheidende Punkte liegen.

Arsenal selbst hatte am Montag mit 1:0 gegen den FC Burnley gewonnen. Den entscheidenden Treffer erzielte Kai Havertz. Für den deutschen Nationalspieler, der in dieser Saison wegen Verletzungen nur auf elf Premier-League-Einsätze kam, war es ein Tor von enormer Bedeutung: Er schoss Arsenal letztlich zum Titel.

Am 30. Mai könnte für die Londoner bereits der nächste Höhepunkt folgen. Dann trifft Arsenal im Champions-League-Finale auf Paris Saint-Germain. Die Königsklasse hat der Club allerdings noch nie gewonnen.

Ein Umbruch über mehr als fünf Jahre

Als Architekt des Erfolgs gilt Trainer Mikel Arteta. Seit seinem Amtsantritt Ende 2019 hat er den Verein grundlegend umgebaut. Der „Telegraph“ schrieb, Arteta habe damals ein „toxisches Chaos“ übernommen. Von einem ernsthaften Titelkandidaten war Arsenal zu diesem Zeitpunkt weit entfernt. Der letzte große Ligatriumph datierte aus dem Jahr 2004, als die legendären „Invincibles“ unter Arsène Wenger ungeschlagen blieben.

Auch international wurde die Rückkehr an die Spitze gewürdigt. Die spanische „Mundo Deportivo“ schrieb, nach zwei Jahrzehnten und vielen Jahren des Leidens sei die Premier League zu Arsenal zurückgekehrt.

Arteta trennte sich konsequent von Spielern, die sportlich oder menschlich nicht mehr in sein Konzept passten. Dazu gehörten auch Stars wie Mesut Özil und Pierre-Emerick Aubameyang. Stattdessen formte er eine neue Mannschaft, deren Leistungsträger heute Bukayo Saka, Martin Ødegaard und Declan Rice sind. Zugleich stärkte er den Zusammenhalt innerhalb des Teams.

„Trust the process“ wurde zum Leitspruch des Trainers, vor allem in schwierigeren Phasen. Die Geduld der Vereinsführung um Miteigentümer Josh Kroenke hat sich nun ausgezahlt.

Zwar gibt es weiterhin Kritiker, die Artetas Stil als zu kontrolliert und zu stark auf Sicherheit und Ballbesitz ausgerichtet ansehen. Doch spätestens nach diesem Titel dürfte ihn das kaum noch kümmern. Auf der Arsenal-Website hieß es nach dem Gewinn der Meisterschaft, Arteta habe seinen Platz in der Vereinsgeschichte als einer der größten Trainer aller Zeiten gefestigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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