Freiburgs Finaltraum platzt deutlich gegen Aston Villa
Der SC Freiburg hat den erhofften Triumph in der Europa League klar verpasst. Im Finale in Istanbul unterlagen die Breisgauer Aston Villa mit 0:3 (0:2) und mussten im wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte anerkennen, dass der Premier-League-Club an diesem Abend zu stark war. Phasenweise wurde der Mannschaft aus Südbaden der Klassenunterschied deutlich vor Augen geführt.
Während Aston-Villa-Anhänger Prinz William den englischen Sieger lächelnd beklatschten, war die Enttäuschung bei Freiburg riesig. SC-Stürmer Igor Matanovic spuckte frustriert auf den Rasen des Besiktas Parks, seine Teamkollegen stellten sich ernüchtert vor die mitgereisten Fans.
Schmerzhaftes Ende einer historischen Europa-Reise
Der Traum vom ersten großen internationalen Titel des SC Freiburg ist damit geplatzt. Trotzdem bleibt der Lauf durch den Wettbewerb ein großer Erfolg für den Verein. Noch nie war Freiburg auf europäischer Bühne weiter als bis ins Achtelfinale gekommen – nun stand der Club erstmals in einem Endspiel.
"Es ist ein Spiel für die Geschichte für Freiburg", hatte Joachim Löw vor dem Anpfiff bei RTL gesagt. Daran änderte auch die Niederlage nichts, auch wenn Aston Villa im letzten Schritt zu stark war.
Statt mit einem Titelgewinn im Besiktas Park erstmals in die Champions League einzuziehen, muss sich der Sport-Club nun mit der Conference League begnügen. Für den erneuten internationalen Startplatz hatte die Mannschaft mit Rang sieben in der Bundesliga gesorgt.
Schuster trauert – und lobt seine Mannschaft dennoch
Entsprechend gedrückt fiel die Stimmung nach dem Schlusspfiff aus. "Für den Moment spüre ich keine Zufriedenheit. Wir haben ein Finale verloren. Das ist das, was für den Moment überwiegt und auch schmerzt", sagte Trainer Julian Schuster bei RTL.
Die ersten 40 Minuten bewertete der Freiburger Coach noch als ordentlich, ehe sein Team die Partie aus seiner Sicht nach Standards aus der Hand gab. Für die zweite Halbzeit sprach Schuster seinen Spielern sogar ein Kompliment aus – gereicht habe es trotzdem nicht. Die Enttäuschung überwog klar.
Emery bestätigt einmal mehr seinen Ruf
Damit bleibt Eintracht Frankfurt vorerst der letzte deutsche Gewinner der Europa League aus dem Jahr 2022. Auf der anderen Seite untermauerte Aston-Villa-Coach Unai Emery erneut seinen Ruf als Spezialist für diesen Wettbewerb. Für den Spanier war es bereits der fünfte Europa-League-Triumph – nach drei Erfolgen mit dem FC Sevilla und einem mit dem FC Villarreal.
Vor dem Spiel hatte sich Freiburg noch zuversichtlich gezeigt. Sportvorstand Jochen Saier sprach von der Krönung eines langen Weges und sagte, es fühle sich an, als sei die Mannschaft bereit. Rund 15.000 Fans verfolgten die Partie beim Public Viewing auf der Freiburger Messe, während im Stadion in Istanbul von Beginn an eine eindrucksvolle, teils ohrenbetäubende Atmosphäre herrschte.
Die Schlussphase vor der Pause wird entscheidend
Zu Beginn wirkte das Team von Julian Schuster etwas angespannt und geriet zunächst unter Druck. Vor 37.324 Zuschauern – unter ihnen auch Bundestrainer Julian Nagelsmann – präsentierte sich Aston Villa abgeklärter und reifer.
Dennoch verteidigte Freiburg zunächst im Verbund diszipliniert und fand besser ins Spiel. Lange begegneten die Breisgauer dem Favoriten auf Augenhöhe. Im Angriff fehlte aber die nötige Durchschlagskraft. Die beste Freiburger Chance vor der Pause hatte Nicolas Höfler, dessen Abschluss nach einer Standardsituation in der 17. Minute knapp am rechten Pfosten vorbeiging.
Dann leistete sich der SC in der Schlussphase der ersten Halbzeit entscheidende Unaufmerksamkeiten. Nach einer kurz ausgeführten Ecke wurde Youri Tielemans nicht konsequent gedeckt und traf in der 41. Minute per Volley zur Führung. Tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte legte Emiliano Buendia mit einem sehenswerten Schlenzer das 2:0 nach.
Rogers macht alles klar – Fans feiern trotzdem weiter
Spätestens nach dem 0:3 durch Morgan Rogers in der 58. Minute war die Begegnung entschieden. Beim dritten Gegentor bekam Freiburg erneut keinen entscheidenden Zugriff, Philipp Lienhart konnte Rogers nicht stoppen.
Die Freiburger Fans ließen sich davon jedoch nicht entmutigen. Trotz der klaren Niederlage sangen, hüpften und schunkelten sie weiter auf den Rängen und feierten ihre Mannschaft für eine außergewöhnliche Europapokal-Saison.
Große Enttäuschung, bleibender Erfolg
Am Ende stand für Freiburg ein bitteres 0:3 in einem Finale, das sich die Mannschaft mit einer beeindruckenden Europa-League-Saison überhaupt erst verdient hatte. Der ganz große Wurf blieb aus – doch der Weg bis ins Endspiel wird beim Sport-Club trotzdem einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte behalten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion