Seider kritisiert deutsche WM-Leistung scharf
Das mögliche Vorrunden-Aus der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz hat bei NHL-Verteidiger Moritz Seider für großen Unmut gesorgt. Der Abwehrspieler sprach von einem selbst verschuldeten Dilemma und betonte, dass Deutschland schon früh im Turnier zu viele Chancen liegengelassen habe. Um die Hoffnung auf das Weiterkommen zu bewahren, muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes am Montagabend gegen Außenseiter Großbritannien unbedingt gewinnen.
Deutschland ist auf fremde Hilfe angewiesen
Neben einem eigenen Sieg braucht das Team von Bundestrainer Harold Kreis nun auch Unterstützung aus den anderen Partien. Lettland darf sich keinen Ausrutscher erlauben, und auch Österreich darf keinen weiteren Zähler mehr holen. Zudem gibt es noch weitere mögliche Szenarien, bei denen sogar Titelverteidiger USA ausscheiden könnte. Die endgültige Entscheidung über die Viertelfinal-Teilnehmer fällt jedoch erst am Dienstag. Die Ausgangslage in Zürich bleibt damit äußerst kompliziert.
Siege gegen Ungarn und Österreich reichen nicht als Maßstab
Seider bemängelte vor allem, dass Deutschland den Gegnern in entscheidenden Momenten zu viel angeboten habe. Solche Nachlässigkeiten würden sich in einem so engen Turnier schnell rächen. Daran änderten auch die klaren 6:2-Erfolge gegen Ungarn und zuletzt gegen Österreich nichts. Nach Ansicht des 25-Jährigen von den Detroit Red Wings sind diese Gegner nicht der Maßstab für den eigenen Anspruch.

Besonders schmerzhaft ist aus deutscher Sicht weiterhin die 0:2-Niederlage gegen Lettland im zweiten Turnierspiel. Auch das 3:4 nach Penaltyschießen gegen die USA wird im Rückblick als verpasste Chance gesehen.
Reichel gehört zu den Lichtblicken
Stürmer Lukas Reichel zeigte sich ebenfalls enttäuscht, wollte den Blick aber lieber nach vorn richten. Zwar habe die Mannschaft nicht ideal ins Turnier gefunden, nun müsse man sich jedoch auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Reichel, der beim Sieg gegen Österreich drei Tore erzielte, gehört mit insgesamt vier Treffern zu den auffälligsten deutschen Spielern in Zürich.
Auch zuletzt gab es Rückschläge
Schon bei der vergangenen Weltmeisterschaft war für Deutschland nach der Gruppenphase Endstation, obwohl das Team 2023 noch Vize-Weltmeister geworden war. Auch bei den Olympischen Spielen blieb die DEB-Auswahl trotz NHL-Stars um Leon Draisaitl hinter den Erwartungen zurück und verlor im Viertelfinale deutlich mit 2:6 gegen die Slowakei.
Viele offene Fragen vor der Heim-WM
Ein Jahr vor der Heim-Weltmeisterschaft, die nach dem Eröffnungsspiel in der Fußball-Arena auf Schalke auch in Mannheim und Düsseldorf ausgetragen wird, gibt es deshalb weiterhin einige Unsicherheiten rund um die deutsche Nationalmannschaft.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion