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Pogacars Pyrenäen-Coup: So holt er Gelb zurück

Tourmalet-Drama bei der Tour: Auf Etappe sechs setzt sich im neuen Zielort Gavarnie-Gédre wieder der Superstar durch.

09.07.2026, 17:21 Uhr

Tadej Pogacar hat die erste große Bergprüfung der Tour de France eindrucksvoll gewonnen, das Gelbe Trikot zurückerobert und seinen Rivalen in den Pyrenäen früh die Grenzen aufgezeigt. Der 27 Jahre alte Slowene entschied die sechste Etappe nach einer spektakulären Solo-Fahrt für sich und übernahm damit wieder klar die Führung in der Gesamtwertung.

Attacke am Tourmalet entscheidet die Etappe

Auf den 186,2 Kilometern von Pau nach Gavarnie-Gédre setzte Pogacar rund 45 Kilometer vor dem Ziel am Col du Tourmalet die entscheidende Attacke. Etwa fünf Kilometer vor der Passhöhe zog er davon und war danach nicht mehr einzuholen. Nach der Bergankunft kam der Weltmeister mit 2:38 Minuten Vorsprung vor Jonas Vingegaard ins Ziel. Dritter wurde Pogacars Teamkollege Isaac del Toro.

Im Ziel riss Pogacar beide Arme hoch, verbeugte sich und feierte seinen 23. Tour-Etappensieg. Später sprach er von einem besonderen Erfolg. Es sei ein „unglaublicher Sieg“, einer der „süßesten“ seiner Karriere bei der Frankreich-Rundfahrt und für ihn einer der fünf besten Tour-Auftritte überhaupt. An Zeitabstände habe er während seiner Attacke nicht gedacht. Er habe einfach voll durchziehen wollen.

Mitgefühl für Traeen nach Sturz

Nach seinem Triumph dachte Pogacar auch an Torstein Traeen, der das Gelbe Trikot überraschend zwei Tage lang getragen hatte. Der Slowene sagte, er habe vom Sturz des Norwegers gehört und hoffe, dass es ihm gut gehe. Am liebsten wäre es ihm gewesen, Traeen hätte das Trikot behalten.

Sportlich nahm Pogacar dem Außenseiter die Führung jedoch klar ab. Für Traeen war am Tourmalet Schluss mit der Spitzenposition. In einer Abfahrt stürzte der Norweger später auch noch und musste behandelt werden, konnte das Rennen aber fortsetzen.

Lipowitz stark, aber Pogacar in eigener Liga

Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz belegte auf der Etappe Rang sechs. Dabei zeigte er erneut seine Qualitäten an langen Anstiegen und präsentierte sich stark im Vergleich zu seinem Teamkollegen Remco Evenepoel, der zunächst Zeit verlor, später aber wieder aufschließen konnte und als Vierter ins Ziel kam.

Lipowitz sagte anschließend, er könne mit seinem Auftritt zufrieden sein. Mit Blick auf Pogacar stellte er jedoch klar, dass dessen Niveau derzeit kaum zu erreichen sei. Bei einer solchen Leistung könne man wenig ausrichten. Der Deutsche sieht den Kampf um Platz drei in der Gesamtwertung nun als realistisches Ziel. Zugleich betonte er, dass die Zusammenarbeit mit Evenepoel gut funktioniert habe und das Team zuversichtlich sein könne.

Pogacar baut Gesamtführung aus

In der Gesamtwertung liegt Pogacar nun 2:42 Minuten vor dem Dänen Vingegaard. Auf Rang drei folgt del Toro mit 3:27 Minuten Rückstand. Lipowitz verbesserte sich vom elften auf den siebten Platz und liegt exakt vier Minuten hinter Pogacar.

Macron verfolgt die Show in den Pyrenäen

Die Bergetappe wurde auch von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron begleitet. Er verfolgte einen Teil des Rennens gemeinsam mit Tour-Chef Christian Prudhomme und applaudierte Pogacar später bei der Siegerehrung. Dort wechselten beide auch noch ein paar Worte.

Der Zielort Gavarnie-Gédre war zum ersten Mal Gastgeber einer Tour-Etappe. Mit dem Col d’Aspin auf 1489 Metern und dem legendären Tourmalet warteten zwei schwere Prüfungen auf das Feld. Der Tourmalet, ein Anstieg der höchsten Kategorie, ist 17,1 Kilometer lang und im Schnitt 7,3 Prozent steil. Insgesamt standen mehr als 4000 Höhenmeter auf dem Programm. Pogacar-Helfer Nils Politt hatte die Etappe deshalb schon vor dem Start als „Brett“ bezeichnet.

Hohe Belastung und nächste Chance für die Sprinter

Trotz der schweren Bergetappe war das Tempo von Beginn an hoch. Damit wirkte Pogacars spätere Solo-Show umso beeindruckender.

Am Freitag dürften wieder die Sprinter im Mittelpunkt stehen. Das Peloton fährt dann über 175,1 weitgehend flache Kilometer von Hagetmau nach Bordeaux. Dort werden erneut extreme Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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