Sport

Neues Safe-Sport-Zentrum soll Gewalt stoppen

Neuer Schutzschirm für den Sport: Ein Safe-Sport-Zentrum soll Gewalt ahnden – warum Athleten und DOSB jetzt aufatmen.

09.07.2026, 13:08 Uhr

Zentrum für Safe Sport in Deutschland gegründet

Bund und Länder haben eine unabhängige Einrichtung zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch im Sport ins Leben gerufen. Das neue Zentrum für Safe Sport soll Fälle von körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt im deutschen Sport nach einheitlichen Standards untersuchen, bewerten und aufarbeiten. Wie das Bundeskanzleramt mitteilte, ist der Start der Arbeit für das Frühjahr 2027 in Kassel vorgesehen.

Bei der Gründungsveranstaltung im Bundeskanzleramt in Berlin betonte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein (CDU), Betroffene müssten sich darauf verlassen können, dass Anschuldigungen unabhängig geprüft und konsequent verfolgt werden. Träger der neuen Einrichtung ist ein gemeinsamer Verein von Bund und Ländern.

Athleten Deutschland sieht wichtigen Schritt

Die Interessenvertretung Athleten Deutschland begrüßte die Gründung ausdrücklich. Nach Angaben des Vereins soll das Zentrum nicht nur Untersuchungen führen und disziplinarisch tätig werden, sondern auch Maßstäbe für Prävention, Intervention und Aufarbeitung entwickeln. Zudem solle es Sportorganisationen bei der Umsetzung dieser Standards unterstützen.

Geschäftsführer Johannes Herber sprach von einem wichtigen Fortschritt für Betroffene. Mit dem neuen Zentrum rücke das Ziel näher, ihnen den Zugang zu unabhängigen Untersuchungs- und Disziplinarverfahren zu ermöglichen.

Auch der Deutsche Olympische Sportbund wertete die Gründung positiv. DOSB-Vorstandsmitglied Michaela Röhrbein bezeichnete sie als starkes und wichtiges Signal für den deutschen Sport. Der Schutz vor Gewalt sei keine Nebensache, sondern eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Menschen Sport mit Vertrauen, Freude und Sicherheit erleben könnten.

Forderung nach Transparenz beim Aufbau

An einem Zentrum für Safe Sport wird bereits seit Jahren gearbeitet. Vertreter aus Sport, Politik, Athleten- und Betroffenenorganisationen sowie der Wissenschaft waren an dem Prozess beteiligt.

Herber mahnte jedoch, die Gründung nicht als Endpunkt zu verstehen. Der Aufbau der Einrichtung bleibe anspruchsvoll und lasse kaum Raum für Fehlentscheidungen. Jeder Schritt müsse sorgfältig vorbereitet und auf mögliche Folgen geprüft werden. Entscheidend für das Vertrauen in das Zentrum seien nach seiner Einschätzung vor allem Transparenz und die enge Einbindung der wichtigsten Beteiligten – insbesondere der Betroffenen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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