Das Rennen um eine mögliche deutsche Olympia-Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 ist weiter offen. Nach dem Ausstieg Hamburgs kommen derzeit noch Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region als Kandidaten infrage. Ungeklärt ist allerdings weiterhin, wo die Segelwettbewerbe stattfinden sollen. Als Austragungsorte gelten derzeit Kiel und Rostock-Warnemünde als Optionen.
Bei der Kieler Woche nutzt die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt erneut die Bühne, um für sich zu werben und ihre Chancen auf die Rolle als olympischer Partnerstandort zu verbessern. Auf einer Pressekonferenz im Olympiazentrum Schilksee betonte Sportchef Dirk Ramhorst die internationale Bedeutung der Veranstaltung. Mit Teilnehmenden aus 58 Nationen stehe die Kieler Woche für ihr Motto, die Welt zu verbinden. Bereits 1936 und 1972 wurden vor Schilksee olympische Segelwettbewerbe ausgetragen.
Gespräche mit München und Rhein-Ruhr geplant
Im Vorjahr hatte der Weltmeister und dreifache Olympiateilnehmer Philipp Buhl den Standort Kiel noch als nicht bereit für Olympia bezeichnet. Nach Angaben von Ramhorst habe es seither jedoch einen erfolgreichen Rückmeldeprozess und zahlreiche Verbesserungen gegeben. Am 1. Juli will er gemeinsam mit Kiels Oberbürgermeister Samet Yilmaz (Grüne) und Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) zu Gesprächen nach München reisen.
Auch mit Vertretern der Rhein-Ruhr-Region sollen Gespräche stattfinden. Ramhorst sieht diese beiden Bewerber derzeit im Vorteil. Deshalb solle in den kommenden Wochen vor allem die Zusammenarbeit mit ihnen vertieft werden. Berlin hat sich unterdessen bereits auf Rostock-Warnemünde als Segelstandort festgelegt.
Philipp Buhl hat seine frühere Kritik an Kiel inzwischen zurückgenommen. Im Vergleich der möglichen Reviere spricht er sich nun klar für die Förde aus. Als Gründe nennt er den dort ansässigen Bundesstützpunkt, der aus seiner Sicht auch erhalten bleiben soll. Zudem hält er Warnemünde für womöglich ungeeignet für die modernen Bootsklassen, etwa bei westlichen Windverhältnissen.
Deutscher Segler-Verband legt sich noch nicht fest
Mona Küppers, Präsidentin des Deutschen Segler-Verbandes, wollte sich in der Standortfrage noch nicht positionieren. Der Verband werde am 17. August zunächst ein erstes Gespräch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund führen, um die eingereichten Konzepte aus sportfachlicher Sicht zu bewerten. Eine endgültige Entscheidung soll bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden fallen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber