Pierre Gasly darf sich wieder über Rang drei beim Grand Prix von Monaco freuen. Nach dem erfolgreichen Einspruch seines Teams Alpine wurden die beiden gegen ihn verhängten Fünf-Sekunden-Strafen aufgehoben. Die Sanktionen wegen angeblich zu schnellen Fahrens in der Boxengasse beruhten auf einer fehlerhaften Berechnung von nur 77 Zentimetern. Damit verliert Isack Hadjar von Red Bull, der nachträglich auf Platz drei vorgerückt war, seinen Podestplatz wieder.
Am vergangenen Sonntag hatte es in Monaco mehrere Strafen wegen Überschreitens des Tempolimits in der Boxengasse gegeben. Auch Gasly wurde zunächst vorgeworfen, schneller als die erlaubten 60 km/h unterwegs gewesen zu sein. Anders als andere Fahrer hatte der Franzose die spät ausgesprochene Strafe jedoch nicht während des Rennens abgesessen. Nach Alpines umgehendem Protest gegen seine Rückversetzung auf Platz sieben konnte der Fall daher noch einmal neu geprüft werden.
Alpine weist Messfehler nach
Vor dem Grand Prix von Barcelona-Katalonien legte Alpine Belege dafür vor, dass Gasly das Limit tatsächlich eingehalten hatte. Hintergrund war eine zu lang angesetzte offizielle Messzone in der Boxengasse. Wegen veränderter Streckenbegrenzungen hatte die FIA den Abschnitt um 77 Zentimeter falsch berechnet. Unter Berücksichtigung der korrekten Distanz lag Gasly in den beiden strittigen Fällen mit 58,7 km/h und 58,8 km/h innerhalb der erlaubten Werte.
Damit ist der dritte Platz offiziell wiederhergestellt, und der 30-Jährige darf sich über das sechste Podium seiner Formel-1-Karriere freuen.
Entscheidung womöglich noch nicht endgültig
Ganz abgeschlossen ist der Fall aber möglicherweise noch nicht. Medienberichten zufolge behalten sich McLaren und Red Bull weitere Schritte gegen die Entscheidung zugunsten von Alpine vor. Durch die neue Wertung fiel Hadjar wieder auf Rang vier zurück, McLarens Oscar Piastri wurde nur noch als Fünfter geführt. Den betroffenen Rennställen bleiben nun 96 Stunden, um die Entscheidung prüfen zu lassen und gegebenenfalls anzufechten.
Mercedes berät sich mit Anwälten
Auch Mercedes prüft rechtliche Schritte, nachdem George Russell nach einer Durchfahrtsstrafe nur als Zwölfter gewertet worden war. Teamchef Toto Wolff betonte jedoch, dass sich ein mögliches Vorgehen nicht gegen Gaslys Ergebnis richte. Zugleich machte er deutlich, dass Mercedes den Fall Russell noch einmal vom Automobil-Weltverband FIA überprüfen lassen will.
Wolff verwies auf die engen zeitlichen Grenzen, sagte aber auch, man habe bereits Anwälte eingeschaltet. Realistisch sei die Chance auf eine nachträgliche Änderung zwar wohl gering, dennoch wolle Mercedes jede noch so kleine Möglichkeit ausloten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber