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Mittelfinger! Hamilton reizt Antonelli zum Titelkampf

Hamiltons erster Ferrari-Triumph wirbelt die Formel 1 auf: Wankt Mercedes – und startet jetzt das Generationen-Duell mit Antonelli?

15.06.2026, 10:34 Uhr

Hamiltons Ferrari-Triumph verleiht dem WM-Kampf neue Schärfe

Während Kimi Antonelli nach dem Rennen in Barcelona frustriert in der Garage saß, kostete Lewis Hamilton seinen ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari in vollen Zügen aus. Die emotionalen Szenen nach dem Erfolg des 41 Jahre alten Briten könnten der Auftakt zu einem packenden Duell der Generationen im Kampf um die Weltmeisterschaft sein. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte über seinen früheren Fahrer: Wenn Hamilton einmal Morgenluft wittere, sei er nur schwer aufzuhalten.

In Italien wurde der Erfolg begeistert gefeiert. Die Zeitung Tuttosport sprach vom „roten Hammer“, und viele Ferrari-Fans fühlten sich an den Beginn der Michael-Schumacher-Ära erinnert, der vor 30 Jahren ebenfalls in Barcelona mit einem ersten Sieg für die Scuderia begonnen hatte. Hamilton wirkte nach seinem dominanten Auftritt sichtlich erleichtert und suchte noch Stunden später nach Worten für ein Gefühl, das nach eigener Aussage selbst seine kühnsten Träume übertroffen habe.

Selbst bei seinen Rivalen sorgte der Sieg für Respekt. Antonelli, der durch einen späten Elektronikschaden wertvolle Punkte verlor, zeigte sich trotz seiner Enttäuschung fair. Natürlich schmerze das Ergebnis, sagte der 19-Jährige, doch für Hamilton freue er sich aufrichtig. In der Gesamtwertung ist Antonellis Vorsprung auf Hamilton damit auf 41 Punkte geschrumpft. Mercedes-Pilot George Russell warnte bereits, Hamilton werde im Titelrennen nun zu einer ernsthaften Bedrohung.

Nach langer Durststrecke zurück auf höchstem Niveau

Hamilton hatte mehr als 17 Monate auf einen solchen Moment gewartet, seit seinem viel beachteten Wechsel von Mercedes zu Ferrari. In dieser Zeit musste er mit Zweifeln, Kritik und Spekulationen über ein baldiges Karriereende leben. McLaren-Weltmeister Lando Norris sagte, viele hätten schlecht über Hamilton gesprochen und ihn im Netz hart angegriffen. Umso schöner sei es, dass er nun allen das Gegenteil habe beweisen können.

Formel-1 - Grand Prix von Katalonien
Zurück an der Spitze: Lewis Hamilton hat plötzlich wieder Titelhoffnungen. Quelle: David Davies/PA Wire/dpa

Hamilton räumte ein, dass ihn zwischenzeitlich auch düstere Gedanken beschäftigt hätten. Man frage sich irgendwann schon, ob man das gewisse Etwas vielleicht verloren habe, sagte er. Doch nun habe er gezeigt, dass es noch immer in ihm stecke — man müsse nur hart dafür arbeiten.

Nach eigener Aussage investierte er im Winter so viel wie nie zuvor in sein Training. Auch mental habe er sich noch einmal neu aufgestellt. In seinem ersten Jahr bei Ferrari hatte er oft noch fremdelnd gewirkt und war teamintern meist klar hinter Charles Leclerc geblieben. Es dauerte, bis er die Abläufe und die Kultur in Maranello wirklich verinnerlichte und sich im Team voll etablierte.

Viele kleine Veränderungen als Schlüssel zum Erfolg

Mit der Unterstützung von Teamchef Frédéric Vasseur, der ihn zu Ferrari geholt hatte, stieß Hamilton mehrere Veränderungen an, die nun offenbar Früchte tragen. Er selbst sagte, seine Ankunft sei für das Team zunächst ein Schock gewesen, weil er seine Meinung sehr direkt äußere. Vasseur betonte, am Ende gehe es oft um viele kleine Details.

Genau diese Details scheinen nun zusammenzupassen. Die aktuelle Fahrzeuggeneration kommt Hamiltons Stil besser entgegen, außerdem funktioniert die Zusammenarbeit mit seinem neuen Renningenieur deutlich harmonischer. Auch sein Privatleben scheint ihm Stabilität zu geben. Toto Wolff deutete an, dass eine verlässliche Partnerschaft im Leben eines Fahrers durchaus helfen könne. Hamilton und Kim Kardashian wirkten jedenfalls sehr vertraut, meinte der Österreicher.

Mercedes steht vor einer heiklen Teamentscheidung

Gerade weil Wolff Hamiltons Qualitäten so gut kennt, dürfte er bald auch im eigenen Team eine wichtige Weichenstellung treffen müssen. Im internen Duell zwischen Antonelli und Russell könnte es notwendig werden, die Kräfte klar zu ordnen, um die Titelchancen nicht zu gefährden. Wolff sagte, im direkten Kampf müsse man manchmal den schnelleren Fahrer bevorzugen.

Viele Beobachter deuteten das sofort als Hinweis darauf, dass Antonelli bei Mercedes schon bald Vorrang vor Russell erhalten könnte. In Barcelona war der junge Italiener im Rennen erneut der schnellere der beiden Silberpfeil-Piloten, verlor im direkten Zweikampf mit seinem Teamkollegen aber unnötig Zeit. Sky-Experte Ralf Schumacher meinte, das sei für Russell schwer zu verkraften, doch er werde sich wohl fügen müssen — und das könne ihn auch mental belasten.

Nach sechs Mercedes-Siegen in Serie hatte die Saison lange wie ein klarer Durchmarsch des Teams gewirkt. Doch Hamiltons Comeback an der Spitze verändert die Lage plötzlich grundlegend. Wolff räumte bereits ein, dass er nur ungern gegen Hamilton um den Titel kämpfen würde — weil er genau wisse, was dieser leisten kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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