Judo-Eklat in der Bundesliga: Japaridze äußert sich nach Angriff auf Cavelius
Nach seinem gewaltsamen Ausraster gegen den deutschen Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius hat sich der Leipziger Gastkämpfer Akaki Japaridze erstmals öffentlich geäußert. In einem Statement auf Instagram erklärte der Georgier, körperliche Gewalt habe im Sport keinen Platz. Zugleich betonte er, dass er die Verantwortung für den Vorfall nicht von sich weise.
Der 24-Jährige vom JC Leipzig hatte Cavelius, der für den TSV Abensberg antrat, nach einem Bundesliga-Duell so schwer attackiert, dass dieser mit einem Kieferbruch ins Krankenhaus musste. Nun versuchte Japaridze, die Hintergründe seines Handelns darzustellen. Nach seiner Version sei der Angriff nicht aus Frust über eine sportliche Niederlage entstanden. Stattdessen sprach er von respektlosem Verhalten seines Gegners, das sowohl verbal als auch durch Gesten erfolgt sei. So etwas sei im Sport nicht hinnehmbar und für ihn persönlich besonders verletzend gewesen.
In seinem Instagram-Beitrag veröffentlichte Japaridze zudem ein Video des ersten von zwei Kämpfen im Limit bis 90 Kilogramm. Darauf ist zu sehen, wie Cavelius nach seiner Niederlage durch Ippon mit der Entscheidung des Kampfrichters hadert, während Japaridze sich mehrfach verbeugt. Das zweite Duell entschied dann Cavelius für sich. Anschließend jubelte der Deutsche mit geballter Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung des Georgiers. Kurz darauf eskalierte die Situation, als Japaridze plötzlich auf Cavelius losging und ihn schwer im Gesicht verletzte.
Cavelius widerspricht den Vorwürfen
Timo Cavelius wies die Darstellung seines Gegners zurück. In einer Stellungnahme erklärte er, sein Jubel habe ausschließlich dem eigenen Team gegolten und sei Ausdruck der Freude über den gewonnenen Kampf gewesen. Es habe nie die Absicht bestanden, Japaridze als Sportler herabzusetzen oder ihn wegen seiner Herkunft, Nationalität oder Identität zu beleidigen.
Zugleich räumte Cavelius ein, dass sein Jubel möglicherweise anders angekommen sein könnte, als er gemeint war. Sollte Japaridze dies als persönliche Provokation empfunden haben, bedaure er das. Beabsichtigt sei eine solche Wirkung jedoch nicht gewesen.
Der 29-Jährige wurde nach dem Vorfall am vergangenen Samstag in der Universitätsklinik Leipzig umgehend operiert. Sein gebrochener Kiefer musste mit drei Platten stabilisiert werden. Bis er wieder auf die Matte zurückkehren kann, werden nach derzeitiger Einschätzung zehn bis zwölf Wochen vergehen. Gegenüber der dpa sagte Cavelius, er befinde sich auf dem Weg der Besserung.
Rückblickend stellte der Bayer klar, dass selbst mögliche negative Gefühle aufseiten Japaridzes einen derartigen Gewaltausbruch weder erklären noch rechtfertigen könnten. Er habe seinen Gegner weder beleidigt noch körperlich attackiert. Für Cavelius hat die Verletzung zudem sportlich schwerwiegende Folgen: Die Weltmeisterschaft vom 4. bis 11. Oktober in Baku wird er verpassen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber