Fußball

WM-Schocknacht: DFB-Elf raus – und Nagelsmann bleibt?

Trotz WM-Blamage denkt Nagelsmann nicht ans Aufhören – und Klopp? Seine Reaktion auf die Trainerfrage überrascht.

30.06.2026, 05:01 Uhr

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist bei der WM schon in der ersten K.-o.-Runde ausgeschieden. Trotz des bitteren 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay hat Julian Nagelsmann direkt nach dem Spiel signalisiert, dass er Bundestrainer bleiben möchte.

Noch im Stadion von Foxborough erklärte der 38-Jährige bei MagentaTV, er wolle weitermachen und stehe bereit, wenn der DFB weiter auf ihn setze. Sein Vertrag läuft derzeit noch bis nach der EM 2028.

Weitere wichtige Themen der Nacht

Auch die Niederlande scheitern im Elfmeterschießen

Mit den Niederlanden ist ein weiteres europäisches Spitzenteam früh gescheitert – ebenfalls nach einem Krimi vom Punkt. Das Team von Ronald Koeman verlor im Elfmeterschießen mit 2:3 gegen Marokko.

Die Nordafrikaner treffen damit am Samstag um 19.00 Uhr in Houston im Achtelfinale auf Kanada. Für besonders emotionale Bilder sorgte Cody Gakpo: Der niederländische Torschütze zum 1:0 sank nach seinem Treffer zu Boden und weinte. Vor der Partie hatte er öffentlich gemacht, dass sein zweiter Sohn während der Schwangerschaft seiner Freundin gestorben war.

Kimmich schließt Rücktritt aus

Joshua Kimmich denkt nach dem dritten enttäuschenden WM-Turnier in Serie nicht an einen Abschied aus der Nationalmannschaft. Der DFB-Kapitän machte bei MagentaTV klar, dass ihm die Energie für einen neuen Anlauf nicht fehlen werde. Aufgeben komme für ihn grundsätzlich nicht infrage.

Der 31-Jährige fand erneut deutliche Worte. Es sei der Anspruch, Deutschland stolz zu machen. Aus seiner Kindheit kenne er die Nationalmannschaft noch aus Halbfinals und Endspielen – genau solche Momente wolle man auch der heutigen Generation wieder ermöglichen.

Klopp will keine Debatte um seine Person

Jürgen Klopp reagierte nach dem deutschen WM-Aus zurückhaltend auf Spekulationen um ein mögliches Amt als Bundestrainer. Er könne nachvollziehen, dass sein Name in diesem Zusammenhang genannt werde, sagte er bei MagentaTV. Für eine solche Debatte sei jetzt aber nicht der richtige Zeitpunkt.

Nagelsmann hatte unmittelbar nach dem Spiel betont, weiter zur Verfügung zu stehen. Die Entscheidung über die Zukunft auf der DFB-Bank liegt nun beim Verband. Sein Vertrag gilt noch bis 2028.

Ärger um aberkanntes Tor von Tah

Für heftige Diskussionen sorgte ein nicht anerkanntes deutsches Tor im Duell mit Paraguay. Jonathan Tah hatte Deutschland nach einer Ecke per Kopf vermeintlich mit 2:1 in Führung gebracht, doch der Treffer wurde nach VAR-Eingriff wegen eines angeblichen Offensivfouls zurückgenommen.

Nagelsmann sprach im ZDF von einem "Vollskandal" und sagte, ein Foul habe nicht einmal ansatzweise vorgelegen. Bei MagentaTV nannte er die Entscheidung einen "Witz".

Auslöser war ein möglicher Stoß von Waldemar Anton gegen Paraguays Torwart Orlando Gill. Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko sah sich die Szene nach Hinweis aus dem Video-Keller noch einmal am Monitor an und entschied anschließend auf Foulspiel.

Paraguays Keeper als deutscher Albtraum

Orlando Gill wurde im Elfmeterschießen zum Matchwinner für Paraguay. Der 26-Jährige parierte die Versuche von Kai Havertz und Nick Woltemade. Jonathan Tah setzte seinen Schuss danach deutlich über das Tor.

Insgesamt machte Gill drei deutsche Elfmeter unschädlich und hatte damit entscheidenden Anteil am Weiterkommen seines Teams. Der Zeitung ABC sagte er anschließend, der Erfolg sei kein Zufall gewesen. Er habe jeden deutschen Schützen, jeden Aspekt und jedes Detail analysiert. Dass er zwei Elfmeter halten konnte, sei letztlich entscheidend für die Qualifikation gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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