Aigner reist mit Landtagspräsidium auf den Westbalkan
Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) bricht ab Mittwoch zu einer dreitägigen Reise auf den Westbalkan auf. Gemeinsam mit dem Präsidium des Bayerischen Landtags führt sie der Besuch zunächst nach Sarajevo, in die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina. Als zentraler politischer Termin gilt ein Treffen mit dem bosnischen Staatspräsidenten Denis Bećirović.
Für Donnerstag ist außerdem ein Besuch der Gedenkstätte für die Opfer des Massakers von Srebrenica vorgesehen. Dort will Aigner mit einer Kranzniederlegung an die Getöteten erinnern.
Erinnerung an Srebrenica
In Srebrenica im Osten des Landes wurde im Juli 1995 eines der schwersten Verbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verübt. Bosnisch-serbische Truppen töteten innerhalb weniger Tage mehr als 8.000 muslimische Jungen und Männer.
Vor ihrer Abreise in München betonte Aigner die besondere Bedeutung der Region: Der Westbalkan sei für Europa von strategischer Wichtigkeit. Dort träfen bis heute politische und historische Konfliktlinien aufeinander, die bereits in den 1990er Jahren Krieg, Völkermord und tiefgreifende Umbrüche ausgelöst hätten.
EU-Perspektive für Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina besitzt seit 2022 den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Im Jahr 2024 entschied der Europäische Rat, offizielle Beitrittsverhandlungen zu eröffnen. Voraussetzung dafür bleiben jedoch umfangreiche Reformen, unter anderem bei Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Bekämpfung von Korruption.

Delegation will direkte Eindrücke gewinnen
Mit Aigner reisen auch die Vizepräsidenten des Landtags Tobias Reiß (CSU), Alexander Hold (Freie Wähler), Ludwig Hartmann (Grüne) und Markus Rinderspacher (SPD). Ziel der Delegation sei es, sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Aigner erklärte, man wolle zuhören, Zusammenhänge besser verstehen und, wo möglich, den Heilungsprozess unterstützen. Der parlamentarische Austausch könne dazu beitragen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Lösungen zu fördern.
Gespräche mit internationalem Vertreter und Bundeswehrsoldaten
Nach den Worten Aigners geht es bei der Reise auch um die Perspektive eines friedlichen und stabilen Europas. Dauerhafte Stabilität in der Region könne nur durch enge europäische Zusammenarbeit erreicht werden.
Geplant sind zudem Treffen mit dem Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt (CSU), mit deutschen Soldaten der EU-Mission Eufor sowie mit Studierenden der Universität Sarajevo.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber