Argentinien feiert den Sprung ins Finale der Fußball-WM und darf vom vierten Titel träumen. Beim 2:1 gegen England war erneut Lionel Messi die prägende Figur: Mit zwei Assists hatte er entscheidenden Anteil an der Wende. Überschattet wurde der Jubel jedoch von einer politisch heiklen Aktion, die den Weltverband FIFA auf den Plan rufen könnte.
Argentinien droht Ärger mit der FIFA
Das Halbfinale in Atlanta war wegen der historischen Spannungen zwischen Argentinien und Großbritannien bereits vor dem Anpfiff emotional aufgeladen. Nach dem Schlusspfiff präsentierten argentinische Spieler während der Feierlichkeiten ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son argentinas“ – auf Deutsch: „Die Malwinen gehören zu Argentinien“.
Mit dieser Botschaft bekräftigt Argentinien seinen Anspruch auf die Falklandinseln, die im Land als Malvinas bezeichnet werden. Um das Inselgebiet vor der argentinischen Küste hatten Argentinien und Großbritannien 1982 mehr als 70 Tage Krieg geführt. Dabei kamen rund 1000 Soldaten ums Leben. Seit 1833 gelten die Inseln als britisches Überseegebiet.
Da die FIFA politische Botschaften im Umfeld ihrer Turniere untersagt, könnte dem argentinischen Verband nun eine Sanktion drohen.
Tuchel nach Englands Aus unter Druck
Bei England richtet sich der Fokus nach dem Halbfinal-Aus auf Nationaltrainer Thomas Tuchel. Trotz der Niederlage muss der frühere Bundesliga-Coach laut übereinstimmenden Medienberichten aber vorerst nicht um seinen Posten bangen. Nach Einschätzung mehrerer britischer Medien will der englische Verband FA weiter an ihm festhalten. Demnach soll Tuchel die Mannschaft voraussichtlich auch bei der Heim-EM 2028 betreuen.

Dennoch steht der Deutsche in der Kritik. Experten werfen ihm vor, nach der 1:0-Führung zu vorsichtig agiert und mit einer defensiven Ausrichtung den Umschwung ermöglicht zu haben. Ex-Nationalspieler Chris Sutton sprach sogar von einer „Coaching-Katastrophe“.
FA-Geschäftsführer Mark Bullingham vermied unmittelbar nach dem Spiel eine klare Aussage zur Zukunft des Trainers. Stattdessen lobte er den Einsatz der Mannschaft und des Betreuerstabs. Spieler, Trainer und Team hätten im Verlauf des Turniers alles investiert, sagte Bullingham.
Prinz William spendet Trost
Auch Prinz William meldete sich nach dem Ausscheiden der Engländer zu Wort. Der britische Thronfolger zeigte sich enttäuscht, würdigte aber zugleich die Leistung der Mannschaft.
Auf X schrieb der Präsident des englischen Fußballverbands, England habe alles gegeben und könne stolz auf sich sein. Zugleich dankte er allen Beteiligten auf und neben dem Platz für ein außergewöhnliches Turnier. Besonders der gezeigte Kampfgeist und der Glaube an den Erfolg hätten viele Menschen beeindruckt, so William.
Am Sonntag trifft Argentinien nun im Endspiel auf Spanien – mit der Chance auf den nächsten WM-Triumph.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber