WM-Dokus zwischen Politik, Nostalgie und Porträts
Drei Gastgeberländer, darunter die USA unter Präsident Donald Trump, dazu ein größeres Teilnehmerfeld und mehr Partien als je zuvor: Die Fußball-Weltmeisterschaft liefert reichlich Stoff für Debatten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur sportliche Fragen, sondern auch politische Themen – etwa die Rolle der USA oder die Sicherheitslage in Mexiko angesichts des Einflusses der Drogenkartelle.
Das Großturnier wirft viele Fragen auf, die in mehreren Dokumentationen aufgegriffen werden. Neben politischen Blickwinkeln gibt es auch persönliche und emotionale Filme – etwa über DFB-Kapitän Joshua Kimmich oder über den deutschen WM-Triumph von 1990 in Italien.
„Spielfeld der Macht – Die WM in Trumps Amerika“ (ARD-Mediathek)
In dieser Dokumentation vertritt der Soziologe Ben Carrington aus Los Angeles die provokante These, bei dieser WM sei „die Welt bei Feinden zu Gast“. Die USA, lange für viele das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, stehen unter Trump zunehmend in der Kritik.
Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni und Sportjournalist Philipp Awounou sprechen vor Ort mit Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern und Lebenswelten. Die Doku untersucht, wie stark das Turnier gerade in Trumps Amerika politisch aufgeladen ist.
„Take me to America – Die Macht der WM“ (Arte-Mediathek)
Auch diese Produktion fragt danach, welche politische Bedeutung der Fußball tatsächlich hat und wer die WM-Bühne in den fünf Turnierwochen für sich nutzen kann.

In der Reihe „Tracks East“ werden Menschen begleitet, für die Sport zugleich Ausdruck von Identität und politisches Instrument ist. Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf die Gastgeber USA, Mexiko und Kanada, sondern auch auf andere Länder wie Usbekistan, das erstmals bei einer WM dabei ist.
„Mexiko – WM im Schatten der Kartelle“ (ARD-Mediathek)
Die Doku beleuchtet die Lage in Mexiko und fragt, wie groß der Einfluss der Drogenkartelle im Mitgastgeberland weiterhin ist, welche Regionen als besonders gefährlich gelten und welche Sorgen viele Menschen dort stärker beschäftigen als das Fußballturnier.
Gezeigt wird ein Land voller Gegensätze zwischen großem Reichtum und extremer Armut. Angehörige von mehr als 130.000 verschwundenen oder vermissten Menschen schildern ihre Schicksale, während Politiker ihre Sicht auf die tatsächlichen Machtverhältnisse im Land darlegen.
„WM-Wahnsinn und Titel-Träume“ (ARD-Mediathek)
Für diesen Film reisen Moderatorin Esther Sedlaczek und Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger durch alle drei Gastgeberländer. Hitzlsperger macht zudem Halt auf Curaçao, dem ersten deutschen Gegner im Turnier.
Zu Wort kommen unter anderem Bundestrainer Julian Nagelsmann und NHL-Star Leon Draisaitl. Die Dokumentation will klären, was diese WM leisten kann – und was nicht.
„Ein Sommer in Italien – Die WM 1990“ (Sky)
Diese Dokumentation blickt zurück auf die Weltmeisterschaft 1990 und den deutschen Titelgewinn in Italien. Im Zentrum steht nicht nur der ikonische Moment, als Franz Beckenbauer nach dem Finalsieg über den Rasen von Mailand lief, sondern auch der Teamgeist jener Mannschaft.
Der Film erzählt von Zusammenhalt, großem Siegeswillen und vielen Geschichten rund um das Turnier. In rund 90 Minuten entsteht so ein lebendiges Bild jener besonderen WM-Wochen.
„Kapitän Kimmich“ (ZDF-Mediathek)
Das Porträt über Joshua Kimmich geht bewusst über das Geschehen auf dem Platz hinaus. In der 102 Minuten langen Dokumentation ist nicht nur der Nationalmannschaftskapitän zu sehen, sondern auch der Familienmensch an der Seite seiner Frau Lina und der vier Kinder.
Filmautor Jan Mendelin begleitet Kimmich laut ZDF bereits seit mehr als zehn Jahren. „Kapitän Kimmich“ ist bereits seine vierte Dokumentation über den inzwischen 31 Jahre alten Fußballprofi.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion