Basketball

29 Punkte hinten: Knicks sind nur noch einen Sieg weg

Was für ein Finals-Wunder! Die Knicks drehen Spiel 4 sensationell und sind nur noch einen Sieg vom ersten Titel seit 1973 entfernt.

11.06.2026, 05:40 Uhr

Historisches Knicks-Comeback: New York nach 29-Punkte-Wende und Swift-Jubel nur noch einen Sieg vom NBA-Titel entfernt

Die New York Knicks haben in den NBA-Finals einen historischen Kraftakt hingelegt und sind nur noch einen Sieg vom ersten Meistertitel seit 1973 entfernt. Beim dramatischen 107:106 im Madison Square Garden drehte das Team um Jalen Brunson gegen die San Antonio Spurs einen Rückstand von 29 Punkten – das größte Comeback in der Geschichte der NBA-Finals. In der Best-of-seven-Serie führt New York nun mit 3:1.

Im ohrenbetäubenden Garden herrschte Ausnahmezustand, auch auf den Straßen Manhattans wurde der Sieg frenetisch gefeiert. In der ersten Reihe fieberte Taylor Swift mit und tanzte während der Aufholjagd sogar zu DJ Ötzis Partyhit „Hey Baby“.

Knicks-Coach Mike Brown: „Sorry Mama“

Zur Halbzeit lagen die Knicks noch mit 49:76 zurück, nach der Pause kippte die Partie aber komplett. Knicks-Coach Mike Brown lobte anschließend die Widerstandskraft seines Teams – und ließ sich von der Euphorie mitreißen.

„Du brauchst ein bisschen Glück – im Leben, im Sport. Aber du kannst auch für dein eigenes Glück sorgen“, sagte Brown.

Nachdem ihm dabei ein Kraftausdruck herausgerutscht war, schob er noch hinterher:

„Sorry Mama.“

Den Siegtreffer erzielte OG Anunoby praktisch mit der Schlusssirene: 1,2 Sekunden vor dem Ende drückte er einen Offensivrebound per Tip-in über die Linie. Der letzte Wurf der Spurs verfehlte sein Ziel.

„Wir sind enorm widerstandsfähig. Wir haben nie aufgegeben und weiter Druck gemacht“, sagte Anunoby.

Über die Atmosphäre in New York meinte er zudem:

„Das ist elektrisierend. Das sind die besten Fans der Welt. Es ist unfassbar.“

Vor allem Brunson mit 36 Punkten und sieben Assists sowie Anunoby mit 33 Zählern prägten die spektakuläre Wende.

Taylor Swift feiert mit, Sinatra läuft im Garden

Swift verfolgte das Spiel aus der ersten Reihe und reagierte auf das Knicks-Comeback sichtbar begeistert. Nach dem Sieg verschwand die Sängerin mit Freundinnen zunächst in einer Jubeltraube in den Katakomben, ehe sie strahlend die Arena verließ.

Im Innenraum lief anschließend Frank Sinatras Klassiker „New York, New York“, was die Gänsehautstimmung im ausverkauften Madison Square Garden noch verstärkte. Für Tickets waren im Vorfeld teils mehrere hunderttausend Euro verlangt worden.

Auch Brunson beschrieb die besondere Stimmung in der Stadt mit klaren Worten:

„Es gibt nur ein Wort, das das alles beschreibt: Glaube.“

Einen Tag vor dem Start der Fußball-WM in den USA kennt New York sportlich derzeit nur ein Thema: die Knicks. Das Team hat nun 14 der vergangenen 15 Playoff-Spiele gewonnen und kann schon in der Nacht auf Sonntag um 2.30 Uhr (MESZ) – in den USA am Samstagabend – in San Antonio den Titel klarmachen. Zugleich winkt die Revanche für die Final-Niederlage von 1999.

Spurs kollabieren – Barkley rechnet ab

San Antonio hatte die erste Halbzeit klar dominiert, verlor danach jedoch völlig den Rhythmus. TV-Experte Charles Barkley urteilte nach dem Einbruch schonungslos über die Spurs:

„Wir haben die dümmste Basketball-Mannschaft in der Geschichte der Zivilisation gesehen.“

Eine Serie von Fehlern und eine schwache Trefferquote brachte New York zurück ins Spiel. In der hektischen Schlussphase übernahmen Brunson und Anunoby – dort, wo San Antonios Star Victor Wembanyama nicht mehr den Unterschied machte.

Wembanyama stark – und am Ende doch geschlagen

Auch eine starke Statistik von Victor Wembanyama mit 24 Punkten und 13 Rebounds reichte den Spurs nicht zum Ausgleich in der Serie. Der Franzose leistete sich allerdings auch 16 Fehlwürfe und tauchte in der entscheidenden Schlussphase ab.

Schon in der ersten Halbzeit hatte sich Wembanyama ein hitziges Privatduell mit Knicks-Center Mitchell Robinson geliefert und ihn mit den Worten provoziert:

„Ich bin in deinem Kopf. Ich bin in deinem Kopf, Junge.“

Am Ende jubelte jedoch Robinson mit den Knicks.

Der fünfmalige Champion aus San Antonio steht nun massiv unter Druck und muss drei Spiele in Serie gewinnen, um den Titel noch zu holen. Ein solches Finals-Comeback gelang zuletzt 2016 den Cleveland Cavaliers um LeBron James.

Hukporti weiter in Nebenrolle – Trump erneut Thema

Der deutsche Center Ariel Hukporti spielt bei New York weiter nur eine Nebenrolle. Nachdem er in diesen Finals erstmals kurz Einsatzzeit erhalten hatte, wäre er im Fall des Titelgewinns nach Dirk Nowitzki (2011 mit Dallas) und Isaiah Hartenstein (2025 mit Oklahoma City) der dritte deutsche NBA-Champion.

Schon in Spiel drei hatte US-Präsident Donald Trump das Finale aus einer Loge verfolgt, diesmal stand jedoch Swift im Mittelpunkt der prominenten Gästeliste. Brown sagte zur Atmosphäre mit Fans und Stars:

„Diese Arena ist sowieso elektrisierend. Aber bei so einem Run die Fans und Stars genießen zu sehen, war fantastisch.“

Trump bleibt rund um die Serie dennoch ein Thema. Nach seiner Anwesenheit in Spiel drei war er im Garden lautstark ausgebuht worden. Anschließend lieferte er sich eine Fehde mit ESPN-Reporter Stephen A. Smith, der angemerkt hatte, dass New York just dann die erste Niederlage nach 13 Siegen kassierte, als Trump vor Ort war. Über seine Plattform Truth Social beleidigte Trump den Journalisten schließlich als „dumm wie ein Stein“.

TV-Quoten wie seit Jordan nicht mehr

Ein mögliches sechstes Spiel könnte wieder in New York stattfinden – und dann womöglich auch Trump erneut in die Arena locken. Klar ist schon jetzt: Die Serie elektrisiert weit über die Stadtgrenzen hinaus. Das Finale zwischen dem Riesenmarkt New York und Supertalent Wembanyama sorgt für außergewöhnlich starke TV-Quoten. Die Werte von Spiel drei waren laut US-Medien so gut wie seit Michael Jordan und den Chicago Bulls 1998 nicht mehr.

Die Knicks sind damit nur noch einen Erfolg davon entfernt, 53 Jahre des Wartens zu beenden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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