Fußball

Wiesn-Start: Bayern zerlegt Union gnadenlos

Oktoberfest-Stimmung in München: Bayern zerlegt Union 7:0 – Kane, Olise & Co. liefern Spektakel, sogar ein Comeback gibt’s.

18.09.2026, 22:22 Uhr

Bayern feiert Schützenfest gegen Union

Der FC Bayern hat sich mit einer Gala auf das Oktoberfest eingestimmt. Am Vorabend des Wiesn-Starts überrollten die Münchner den 1. FC Union Berlin in ihren Sondertrikots mit 7:0 (3:0) und rückten damit zumindest für eine Nacht an die Spitze der Bundesliga.

Nach dem Abpfiff gratulierten sich Torjubilar Harry Kane und Dreierpacker Michael Olise im Mittelkreis gegenseitig, ehe es auf die Ehrenrunde ging. Die Fans in der Allianz Arena waren schon vor dem Oktoberfest in Feierlaune versetzt.

Kane knackt die 100 in Rekordtempo

Besonders gefeiert wurde Kane für seinen 100. Bundesliga-Treffer. Der Engländer erreichte diese Marke bereits in seinem 98. Einsatz – schneller als jeder andere zuvor. Passend dazu fiel das Jubiläumstor per Elfmeter, also in jener Disziplin, in der Kane nahezu unfehlbar ist: Von 26 Strafstößen im deutschen Oberhaus verwandelte er 25.

In der 54. Minute legte der Torjäger seinen 101. Bundesliga-Treffer nach. "Darauf bin ich sehr stolz. 101 Bundesliga-Tore erreicht zu haben, ist schon etwas Besonderes in dieser kurzen Zeit", sagte Kane bei Sky. "Ich habe jede Sekunde davon genossen."

Olise überragt mit drei Treffern

Noch auffälliger als Kane war Michael Olise. Der Franzose traf in der 43., 73. und 76. Minute – und eines seiner Tore war sehenswerter als das andere. Zudem war er an beiden Kane-Treffern direkt beteiligt: Erst holte er den Elfmeter gegen Tom Rothe heraus, später lieferte er die Flanke zum Kopfballtor des Engländers.

Trainer Vincent Kompany lobte den Offensivspieler nach dem Spiel ausdrücklich: "Klar, Michael macht diese Tore, aber er hat tatsächlich im Training diese Abschlüsse auch sehr, sehr viel geübt. Auch die Topspieler brauchen mehr als nur Talent."

Den ersten Treffer des Abends erzielte Jamal Musiala in der 18. Minute. Außerdem durfte sich der eingewechselte Ismael Saibari freuen: Der Marokkaner erzielte vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena seinen ersten Pflichtspieltreffer für Bayern – im siebten Einsatz. In der Schlussphase feierte auch Serge Gnabry nach längerer Verletzungspause sein Comeback.

Union ohne Widerstand

Während sich die Bayern-Stars vor der Abreise zu ihren Nationalteams bereits auf den gemeinsamen Wiesn-Besuch am Sonntag einstimmten, musste Union einen bitteren Abend verarbeiten. Vom unangenehmen, kampfstarken Gegner früherer Jahre war bei der Mannschaft des neuen Trainers Mauro Lustrinelli kaum etwas zu sehen. Die Berliner wirkten hinten hilflos und vorne harmlos.

Symptomatisch war bereits das 1:0. Union verlor im zaghaften Vorwärtsgang den Ball, Bayern schaltete schnell um, und über Luis Díaz sowie Alphonso Davies kam das Spielgerät zu Musiala. Der 23-Jährige traf mit einem sehenswerten Distanzschuss und beendete damit seine Bundesliga-Torflaute seit April. Es war sein 49. Treffer in der Liga.

Bayern bleibt gnadenlos effizient

Zwar verhinderte Union-Keeper Frederik Rönnow gegen Jonathan Tah zunächst einen weiteren Treffer und stand auch sonst mehrfach im Mittelpunkt. Beim Elfmeter von Kane war aber auch er machtlos. Ebenso wenig konnte er beim dritten Münchner Tor eingreifen, als Musiala nach einem Freistoß für Olise ablegte und dieser die freie Schussbahn aus halbrechter Position nutzte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Berliner kurz zu ihren einzigen nennenswerten Offensivaktionen. Tim Skarke und Rothe scheiterten jedoch jeweils an Manuel Neuer, der bis dahin kaum beschäftigt gewesen war und dann glänzend reagierte.

Praktisch im Gegenzug zeigte Bayern erneut seine Klasse in der Chancenverwertung. Nach einem langen Ball von Joshua Kimmich legte Olise perfekt für Kane auf, der per Kopf das 4:0 erzielte. Saibari erhöhte nach einer starken Einzelaktion, ehe Olise mit zwei weiteren Treffern den Endstand herstellte.

Kompany hatte vor dem Spiel gefordert: "Wir wollen, dass die Fans sehen, wie hungrig wir sind." Genau das lieferten die Münchner – und erzielten damit im dritten Heimspiel in Serie mindestens fünf Tore.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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