Fußball

Wie 1978? Osnabrück will Bayern im Pokal schocken

Die Bayern an der Bremer Brücke – und Osnabrück träumt vom nächsten Pokal-Wunder. Wiederholt sich jetzt die Sensation?

01.09.2026, 12:28 Uhr

Dass der FC Bayern im DFB-Pokal verwundbar ist, hat der VfL Osnabrück einst eindrucksvoll gezeigt. Vor 48 Jahren sorgten die Lila-Weißen für eine der größten Pokalüberraschungen ihrer Vereinsgeschichte, als sie die Münchner im Olympiastadion mit 5:4 besiegten und aus dem Wettbewerb warfen. Der 23. September 1978 ist deshalb bis heute ein denkwürdiger Tag an der Bremer Brücke.

An diesem Mittwoch kommt es nun zur Neuauflage. In der ersten Runde des DFB-Pokals empfängt der Zweitligist den amtierenden Double-Gewinner FC Bayern München an der traditionsreichen Bremer Brücke. Beim VfL hofft man auf einen weiteren besonderen Fußballabend.

Bremer Brücke als Faktor

Osnabrücks Trainer Timo Schultz kündigte an, dass seine Mannschaft mutig auftreten werde. Das Umfeld mit Flutlicht, Live-Übertragung und der besonderen Atmosphäre im Stadion biete alles für ein großes Pokalspiel. Ziel sei es, den Bayern den Abend so unangenehm wie möglich zu machen.

Schultz arbeitet seit etwas mehr als einem Jahr in Osnabrück und führte den Club zurück in die 2. Bundesliga. Entscheidend für den Aufstieg war vor allem die starke Defensive. In der vergangenen Drittligasaison ließ der VfL lediglich 34 Gegentore zu und sicherte sich damit auch die Meisterschaft.

Rückenwind durch den Erfolg in Bochum

Umso überraschender war der holprige Start in die Zweitliga-Saison. An den ersten beiden Spieltagen kassierte Osnabrück gleich sieben Gegentreffer. Besonders die 0:3-Niederlage gegen Magdeburg sorgte für Unruhe. Doch rechtzeitig vor dem Duell mit den Bayern gelang ein wichtiges Erfolgserlebnis: Beim VfL Bochum gewann der Aufsteiger am Freitag mit 1:0.

Fans des VfL Osnabrück
Die Fans des VfL Osnabrück sind heiß auf den Pokal-Kracher gegen Bayern München. (Archivbild) Quelle: David Ebener/dpa

Für Schultz war vor allem die stabile Abwehrleistung von Bedeutung. Genau daran will der VfL auch gegen München anknüpfen. Möglichst lange ohne Gegentor zu bleiben, dürfte der Schlüssel sein, auch wenn allen klar ist, dass viel Defensivarbeit auf die Gastgeber zukommen wird.

Schultz verwies darauf, dass seine Mannschaft auch mit wenig Ballbesitz umgehen könne. Schon in der vergangenen Saison habe der VfL Spiele gewonnen, obwohl der Gegner deutlich mehr vom Ball hatte und sich mehr Standards erarbeitete. Für Osnabrück sei es daher nichts Ungewöhnliches, über weite Strecken gegen den Ball zu arbeiten.

Respekt vor Bayern und Kompany

Gegen den Rekordmeister dürfte eigener Ballbesitz allerdings noch seltener werden. Die Münchner setzten gleich zum Bundesliga-Start mit dem 5:1 gegen den VfB Stuttgart ein Ausrufezeichen und untermauerten, dass sie ihre Vormachtstellung in Deutschland sogar noch weiter ausbauen könnten.

Schultz fand lobende Worte für Bayern-Trainer Vincent Kompany. Besonders beeindruckend sei, mit welcher Konsequenz und Schärfe dessen Team in jedes Spiel gehe.

Trotzdem weiß man in Osnabrück, dass der DFB-Pokal immer wieder Raum für Überraschungen bietet. Auch Bayern tat sich in diesem Wettbewerb zuletzt nicht immer leicht und gewann in der vergangenen Saison zum Auftakt nur knapp mit 3:2 in Wiesbaden. Sollte der Favorit diesmal nicht voll konzentriert sein, möchte der VfL bereitstehen.

Schultz ist überzeugt, dass seine Mannschaft mit einer mutigen Herangehensweise eine starke Leistung zeigen kann. Zusätzliche Motivation liefert dabei die Erinnerung an den Coup von 1978. Passend dazu wird Osnabrück gegen die Bayern in einem Sondertrikot auflaufen, das optisch an das damalige Outfit erinnert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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