DUH: Bayerns Ministerien weiter mit vergleichsweise klimaschädlichen Dienstwagen unterwegs
Die Dienstwagen der bayerischen Staatsregierung verursachen nach einer Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nach wie vor relativ hohe CO2-Emissionen. Im aktuellen Dienstwagen-Check erhielt das Kabinett insgesamt erneut eine „Rote Karte“. Im Vergleich der Bundesländer verbesserte sich Bayern allerdings leicht und rückte vom 13. auf den 11. Platz vor. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß sank laut DUH von 179 auf 170 Gramm pro Kilometer.
Positiv wirken sich dabei vor allem die Fahrzeuge von Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) und Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) aus. Beide sind der Übersicht zufolge mit reinen Elektroautos unterwegs.
Mehrere andere Kabinettsmitglieder nutzen hingegen weiterhin Dieselautos, darunter Wissenschaftsminister Markus Blume, Finanzminister Albert Füracker, Innenminister Joachim Herrmann (alle CSU) sowie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Die übrigen Ministerinnen und Minister fahren nach DUH-Angaben Hybridmodelle. Für Ministerpräsident Markus Söder enthält die Liste keine genaueren Informationen, da er besonders geschützte Dienstfahrzeuge verwendet.
Umwelthilfe kritisiert Einsatz von Verbrennern
Die Deutsche Umwelthilfe bemängelt grundsätzlich, dass in Bund und Ländern noch immer zu viele Politikerinnen und Politiker auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor setzen. Von 249 untersuchten Dienstwagen seien lediglich 90 reine Elektroautos. Ihr Anteil sei damit im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht zurückgegangen.
DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sprach von einem schlechten Signal für eine moderne Verkehrspolitik und für den Klimaschutz. Aus ihrer Sicht werden Bundes- und Landesregierungen ihrer Vorbildrolle nicht gerecht. Sie forderte, bei neuen Fahrzeugkäufen konsequent auf vollelektrische Modelle zu setzen und keine Plug-in-Hybride mehr anzuschaffen.
Plug-in-Hybride können sowohl mit Kraftstoff als auch elektrisch fahren. Umweltverbände kritisieren jedoch seit längerem, dass diese Fahrzeuge im Alltag oft überwiegend mit dem Verbrennungsmotor genutzt werden. Nach Angaben der DUH stellen sie den größten Anteil der ausgewerteten Dienstwagenflotte. Für die Berechnung der Emissionen geht die Organisation von einem elektrischen Fahranteil von rund 11 Prozent aus. Wenn mehreren Politikerinnen oder Politikern mehr als ein Dienstwagen zur Verfügung stand, floss jeweils das Fahrzeug mit dem höchsten CO2-Ausstoß in die Bewertung ein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber