Ligapräsident und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke hält eine Verpflichtung von Jürgen Klopp als künftigen Bundestrainer trotz gegenseitiger Offenheit noch längst nicht für beschlossen. Im ZDF sagte der 67-Jährige, das Thema sei keineswegs erledigt – schon wegen Klopps aktueller Rolle bei Red Bull.
Der 59-Jährige steht dort bis 2029 als Head of Global Soccer unter Vertrag. Watzke erinnerte zudem daran, dass sich der Deutsche Fußball-Bund in der Vergangenheit bei Personalfragen mitunter zu sicher gewesen sei.
Wahrscheinlichkeit laut Watzke bei über 50 Prozent
Trotzdem sieht der frühere Dortmunder Geschäftsführer realistische Chancen auf eine Einigung. Er schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass Klopp nach dem vorzeitigen WM-Aus in den USA auf Julian Nagelsmann folgen könnte, auf mehr als 50 Prozent.
Watzke sprach von einem klaren "Masterplan A". Gemeinsam mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf will er nach New York reisen, um dort mit Klopp, der bei der WM als TV-Experte arbeitet, sowie dessen Berater Marc Kosicke zu sprechen. Darüber hinaus müssten auch Gespräche mit der Red-Bull-Führung um Oliver Mintzlaff geführt werden – unter anderem über eine mögliche Ablöse.
Geld bleibt ein zentraler Punkt
Ein wesentlicher Faktor in den Verhandlungen dürften die Finanzen sein. Hinzu kommen private Sponsorenverträge von Klopp, die nicht mit den Partnern des DFB übereinstimmen. Watzke zeigte sich dennoch optimistisch und meinte, Probleme seien da, um gelöst zu werden.
Zugleich machte er deutlich, dass es beim Verband finanzielle Grenzen gebe. Mit einem Augenzwinkern sagte er, man hoffe bei Klopp auf einen kleinen "Patriotismus-Abschlag".

Watzke traut Klopp auch strukturelle Impulse zu
Sportlich hält Watzke Klopp für die ideale Lösung. Er sei ein Trainer, der Spieler besser mache. Mit ihm an der Spitze könnte sich die Nationalmannschaft in Spielweise und Auftreten verändern – körperlicher, intensiver und wieder etwas robuster.
Nach Watzkes Vorstellung soll Klopp jedoch nicht nur sportlich wirken, sondern auch bei strukturellen Fragen eingebunden werden. Gleichzeitig betonte er, dass Klopp niemals eine Carte blanche verlangen würde.
Zur Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich Watzke zurückhaltend, ließ aber erkennen, dass er gerne mit ihm weiterarbeiten würde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber