Sport

IOC lockert Russland-Sanktionen vorerst

Paukenschlag beim IOC: Trotz Ukraine-Krieg öffnet sich die Tür für russische Athleten wieder – was steckt dahinter?

07.07.2026, 17:06 Uhr

IOC setzt Beschränkungen für russische Athleten vorläufig außer Kraft

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die bisherigen Einschränkungen für russische Sportlerinnen und Sportler vorerst weitgehend aufgehoben. Die bisher geltenden Empfehlungen zur Begrenzung russischer Starts bei internationalen Wettbewerben gelten damit zunächst nicht mehr. Das betrifft ausdrücklich auch den Weg zur Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2028.

Noch offen ist jedoch, ob russische Athletinnen, Athleten und Mannschaften bei den Spielen in Los Angeles wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne antreten dürfen. Diese Frage will das IOC nach eigenen Angaben erst zu einem späteren Zeitpunkt bewerten.

Mit der Entscheidung nimmt das IOC seine vor drei Jahren ausgesprochenen Empfehlungen an die Ausrichter internationaler Sportveranstaltungen zurück. Auch die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) wurde vorläufig aufgehoben, weil nach Einschätzung des IOC die juristische Grundlage dafür inzwischen entfallen ist.

Die Sanktionen gegen Russland waren ursprünglich damit begründet worden, dass das ROC gegen die Olympische Charta verstoßen habe. Hintergrund war die Eingliederung der annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja in die Struktur des russischen Olympiakomitees. Russland entzog dieser Begründung dem IOC zufolge später mit einem sportrechtlichen Manöver die Grundlage.

Belarus-Sanktionen bereits zuvor gelockert

Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren hatte das IOC sowohl russische als auch belarussische Sportler mit Sanktionen belegt. Belarus gilt als Unterstützer Russlands in dem Krieg. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris sowie bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo in diesem Jahr durften daher nur Einzelsportlerinnen und Einzelsportler aus beiden Ländern unter neutralem Status antreten.

Bereits vor einigen Wochen hatte das IOC auch Athletinnen und Athleten aus Belarus den Zugang zu internationalen Wettbewerben wieder erleichtert. Die Dachorganisation vertritt dabei die Position, dass Sportler bei internationalen Wettkämpfen nicht für das Handeln ihrer Regierungen bestraft werden sollten – auch nicht dann, wenn diese an einem Krieg oder Konflikt beteiligt sind.

IOC-Präsidentin Coventry kündigt weitere Auflagen an

Vor einer vollständigen Rückkehr auf die internationale Bühne müssen sich russische Sportlerinnen und Sportler nach IOC-Angaben mehreren Dopingtests unterziehen. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry stellte zudem klar, dass russische Regierungsvertreter weiterhin nicht zu Olympischen Spielen eingeladen werden. Auch IOC-Veranstaltungen sollen weiterhin nicht nach Russland vergeben werden.

Wie die internationalen Weltverbände die neuen Vorgaben des IOC im Einzelnen umsetzen, bleibt ihnen überlassen. Coventry bekräftigte zugleich die Unterstützung für die Ukraine. Das IOC lehne Krieg und Gewalt in jeder Form ab, dennoch sollten Athletinnen und Athleten aus ihrer Sicht nicht den Preis für politische Entscheidungen ihrer Regierungen zahlen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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