Fußball

Mit Rahn & Schlager-Fieber: Essen jagt die Relegation

Helmut Rahn zurück an der Hafenstraße – ebnet der restaurierte Glücksbringer RWE jetzt den Weg zurück in Liga zwei?

20.05.2026, 11:25 Uhr

Helmut Rahn kehrt an die Hafenstraße zurück

Pünktlich vor dem Relegations-Hinspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) hat Rot-Weiss Essen ein vertrautes Symbol zurück: Die restaurierte Statue von Helmut Rahn steht wieder vor dem Stadion an der Hafenstraße. Das 130 Kilogramm schwere Bronze-Denkmal des 2003 verstorbenen WM-Helden von 1954 und deutschen Meisters von 1955 war von Unbekannten angesägt worden und musste instand gesetzt werden.

Ein Traditionsverein mit großer Vergangenheit

Die Geschichte spielt bei RWE eine wichtige Rolle. Die bedeutendsten Erfolge des Clubs liegen allerdings schon viele Jahrzehnte zurück: 1953 gewann Essen den DFB-Pokal, zwei Jahre später folgte die deutsche Meisterschaft. Zwischen 1966 und 1977 war der Revierclub insgesamt sieben Spielzeiten in der Bundesliga vertreten und rangiert in der ewigen Tabelle bis heute auf Platz 34. Rekordspieler des Vereins ist Willi „Ente“ Lippens mit 457 Pflichtspielen; er feierte im vergangenen November seinen 80. Geburtstag.

Vom Absturz bis zur neuen Aufstiegschance

In den vergangenen rund 50 Jahren pendelte Rot-Weiss Essen meist zwischen der zweiten und vierten Liga. Nach einer Insolvenz musste der Club in der Saison 2010/11 sogar den Gang in die fünfte Liga antreten. Damals gehörte auch Vincent Wagner zum Kader, der inzwischen als Trainer mit der SV Elversberg überraschend den Aufstieg in die Bundesliga geschafft hat.

Vor vier Jahren gelang den Essenern die Rückkehr aus der Regionalliga in die 3. Liga. Nun bietet sich dem Verein 19 Jahre nach dem letzten Abstieg aus der 2. Bundesliga die Möglichkeit, wieder ins Unterhaus des deutschen Profifußballs zurückzukehren.

Uwe Koschinat
Unter Trainer Uwe Koschinat spielt RWE eine starke Saison. (Archivbild) Quelle: Christoph Reichwein/dpa

Der Vorstand um den Vorsitzenden Marc-Nicolai Pfeifer zeigte sich vor den Relegationsspielen kämpferisch. In einer Mitteilung hob der Club besonders den Teamgeist und die Energie hervor, die Mannschaft und Fans in dieser Saison gemeinsam entwickelt hätten. Genau das soll auch in den beiden Entscheidungsspielen den Unterschied machen. Pfeifer ist seit Juli 2024 im Amt, zuvor war der 45-Jährige mehrere Jahre Geschäftsführer beim TSV 1860 München.

Dramatisches Finale bringt Platz drei

Dass Essen überhaupt noch in die Relegation einzog, war das Ergebnis eines echten Herzschlagfinales in der 3. Liga. Am vergangenen Samstag sprang RWE erst in der Nachspielzeit auf Rang drei und zog noch am Reviernachbarn Duisburg vorbei. Beim Spiel in Ulm traf Ben Hüsing in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum Sieg. Parallel kam Duisburg gegen Viktoria Köln nicht über ein Unentschieden hinaus. Besonders bitter für den MSV: Kapitän Rasim Bulic setzte in der siebten Minute der Nachspielzeit einen Ball nur an den Pfosten.

Trotz des ausgelassenen Jubels der mitgereisten Essener Anhänger in Ulm blieb Trainer Uwe Koschinat anschließend zurückhaltend. Zwar hätten die Fans gefeiert, als sei schon viel erreicht, sagte er sinngemäß. Doch die wirklich entscheidenden beiden Spiele stünden erst noch bevor.

Offensivstark unter Uwe Koschinat

Seit Koschinat im Dezember 2024 übernommen hat, präsentiert sich RWE stark. Essen gehört zu den offensivfreudigsten Teams der Liga und stellte in der 3. Liga die zweitbeste Torquote. Erfolgreichste Torschützen sind Marek Janssen mit 14 Treffern und Torben Müsel mit elf. Im Tor steht Jakob Golz, Sohn des früheren Bundesliga-Keepers Richard Golz.

„Oh RWE“ als musikalisches Markenzeichen

Das Rückspiel in Fürth steigt am Dienstag um 20.30 Uhr (Sky und Sat.1). Um sich dafür eine möglichst gute Ausgangslage zu erarbeiten, wollen die Essener im Hinspiel am Freitag möglichst oft ihre Torhymne erklingen lassen. „Oh RWE“ wurde 1999 von der schwedischen Schlagersängerin Siw Malmkvist eigens für den Verein eingesungen – angelehnt an ihren Hit „Adiole“ aus den 70er Jahren. Auch damit zeigt sich, wie sehr Rot-Weiss Essen von seiner Tradition geprägt ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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