Fußball

Tah platzt der Kragen: Sané-Kritik ist unfair

Sané spaltet Fans – im DFB-Team feiern ihn alle. Warum Tah schwärmt und Nagelsmann vor der WM Druck macht.

29.05.2026, 06:26 Uhr

Tah stärkt Sané den Rücken – Offensivspieler vor 75. Länderspiel gegen Finnland

Jonathan Tah kann die öffentliche Kritik an Nationalmannschaftskollege Leroy Sané weiterhin nicht nachvollziehen. Der Innenverteidiger des FC Bayern beschrieb den inzwischen bei Galatasaray Istanbul spielenden Offensivmann im WM-Trainingslager der DFB-Elf in Herzogenaurach als geschätzten Mitspieler mit positiver Ausstrahlung.

„Ich kenne in der Mannschaft niemanden, der schlecht über Leroy denkt oder redet – ganz im Gegenteil“, sagte Tah. Sané sei nicht nur ein herausragender Fußballer, sondern auch ein Mensch mit großem Herzen. Wer ihn besser kenne, merke das schnell.

Sanés Lachen sorgt für gute Stimmung

Besonders hob Tah Sanés ansteckende Art hervor. Vor allem dessen markantes Lachen bleibe in der Mannschaft nicht unbemerkt. Es sei extrem laut, verbreite aber sofort gute Laune und sorge für eine positive Atmosphäre, sagte der 30-Jährige über den nur einen Monat älteren Angreifer.

Tah und Sané kennen sich seit vielen Jahren aus der Nationalmannschaft. Ihr Debüt bei einem großen Turnier feierten beide als junge Talente bei der EM 2016 in Frankreich. Während Tah sich zuletzt immer stärker als feste Größe im DFB-Team etablierte, blieb Sané auch in den vergangenen Jahren ein viel diskutierter Spieler.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte im Herbst 2025 noch erklärt, dass Sané unter ihm nicht mehr viele Gelegenheiten bekommen werde. Beim 2:1 gegen Ghana im März in Stuttgart war der Offensivspieler von den eigenen Fans ausgepfiffen worden. Das hatte damals deutliche Reaktionen aus dem Kreis seiner Mitspieler hervorgerufen. Für die WM wurde Sané dennoch nominiert, zunächst aber als Herausforderer für die Startelf.

Gegen Finnland wartet ein kleines Jubiläum

Im letzten Testspiel vor der Abreise zur am 11. Juni beginnenden WM-Endrunde in den USA trifft Deutschland am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in der ausverkauften Mainzer Arena auf Finnland. Für Sané könnte es dabei das 75. Länderspiel sein. Der 30-Jährige steht aktuell bei 16 Toren für die Nationalmannschaft.

Für die DFB-Auswahl ist es insgesamt das 1036. Länderspiel. Die Bilanz vor dem Duell: 598 Siege, 214 Unentschieden und 223 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 2326:1218. Gegen Finnland spricht die Statistik klar für Deutschland: In 23 bisherigen Duellen gab es 16 Siege, sechs Remis und nur eine Niederlage. Diese liegt mehr als ein Jahrhundert zurück – am 12. August 1923 verlor Deutschland in Dresden mit 1:2. Das bislang letzte Aufeinandertreffen endete vor zehn Jahren in Mönchengladbach mit einem 2:0 beim Abschied von Bastian Schweinsteiger.

DFB-Team mit Siegesserie in den WM-Test

Die Nationalmannschaft geht mit Rückenwind in die Partie. Auf die 0:2-Niederlage gegen die Slowakei am 6. September 2025 in Bratislava zum Start in die WM-Qualifikation folgten sieben Siege in Serie. Im März startete Deutschland mit einem 4:3 in Basel gegen die Schweiz und dem 2:1 gegen Ghana ins WM-Jahr.

Für Nagelsmann ist das Spiel gegen Finnland das 32. Länderspiel als Bundestrainer. Seine bisherige Bilanz: 19 Siege, sechs Unentschieden und sechs Niederlagen bei 70:33 Toren.

Neuer fehlt noch, Kimmich vor dem 109. Einsatz

Erfahrenster Spieler im 26-Mann-Kader ist Rekordtorwart Manuel Neuer mit 124 Länderspielen. Der 40 Jahre alte Kapitän des FC Bayern wird wegen Wadenproblemen gegen Finnland aber noch nicht sein Comeback im DFB-Tor geben. Neuer war nach der Heim-EM 2024 eigentlich zurückgetreten.

Neben Rückkehrer Neuer hat auch Kapitän Joshua Kimmich bereits die Marke von 100 Länderspielen überschritten und steht nun vor seinem 109. Einsatz. Hinter dem Bayern-Duo folgen Antonio Rüdiger mit 82 Einsätzen und Sané, der sein 75. Länderspiel bestreiten könnte. Leon Goretzka steht vor Spiel Nummer 70.

Nur wenige zweistellige Torschützen im Kader

Im deutschen WM-Aufgebot kommen nur fünf Spieler auf eine zweistellige Zahl an Länderspieltoren. Kai Havertz ist mit 21 Treffern der erfolgreichste, fehlt in Mainz aber, weil er am Vortag mit dem FC Arsenal das Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain bestreitet. Hinter ihm folgen Sané mit 16 Toren, Goretzka mit 15 sowie Florian Wirtz und Kimmich mit jeweils 10. Die 23 Feldspieler im DFB-Kader kommen zusammen auf 98 Treffer.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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