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Chaos nach Ätna-Ausbruch: Flugverbot bleibt

Ätna-Chaos trifft Sizilien hart: Millionenverluste im Tourismus, Flughafen dicht – Reisende müssen weiter zittern.

13.08.2026, 10:30 Uhr

Auch knapp eine Woche nach Beginn des jüngsten Ätna-Ausbruchs ist weiter offen, wie lange der Vulkan aktiv bleibt. Für Sizilien hat das spürbare Folgen, vor allem im Reiseverkehr: Am Flughafen Catania bleibt der Betrieb weiterhin eingeschränkt. Die Sperrung für Ankünfte wurde am Donnerstagnachmittag bis Freitag, 8.00 Uhr, verlängert. Für Abflüge wurde zunächst keine entsprechende Verlängerung mitgeteilt. Zuvor war der Flugbetrieb noch komplett bis 2.00 Uhr ausgesetzt worden.

Stefano Branca, Direktor der Vulkanabteilung am Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV), betonte, dass derzeit niemand sagen könne, wie lange die Aktivität des Ätna noch andauern werde. Den Beginn eines Ausbruchs lasse sich mit Mess- und Überwachungssystemen vergleichsweise gut erkennen – wann eine Eruption endet, sei dagegen nicht vorhersagbar.

Flughafen Catania weiter beeinträchtigt

Wegen des starken Ascheausstoßes musste der Betreiber die Einschränkungen in den vergangenen Tagen mehrfach verlängern. Ob und wann der Airport wieder vollständig normal arbeiten kann, hängt von der weiteren Entwicklung am Vulkan ab.

Nach Angaben von Branca ist die eruptive Aktivität zuletzt zwar leicht zurückgegangen, dennoch bleibe die Lage unberechenbar. Seine Einschätzung: Die einzige Gewissheit sei, dass es keine Gewissheiten gebe.

Der Flughafenbetreiber und das INGV stehen dabei in engem Austausch. Je nach Windrichtung und Aschekonzentration in der Luft entscheiden die Behörden oft sehr kurzfristig über weitere Sperrungen oder mögliche Lockerungen.

Tourismus leidet unter Millionenschäden

Die Auswirkungen auf den Tourismus auf Sizilien sind bereits deutlich zu spüren. Nach Schätzungen des Handelsverbands Assoesercenti summieren sich die wirtschaftlichen Schäden durch Flugausfälle und Behinderungen inzwischen auf rund 12 bis 24 Millionen Euro.

Seit Beginn des Ausbruchs am vergangenen Freitag wurden Hunderte Flüge gestrichen, verspätet oder auf andere Flughäfen umgeleitet. Zehntausende Urlauber mussten ihre Reisepläne ändern.

Wie lange Verbindungen – auch von und nach Deutschland – noch betroffen bleiben, ist derzeit nicht absehbar. Ausschlaggebend sind die weitere Aktivität des Vulkans und die jeweilige Wetter- und Windsituation.

Situation am Airport etwas entspannter

Am Flughafen selbst hat sich die Lage im Vergleich zu den chaotischen Tagen zuvor inzwischen etwas beruhigt. Viele Reisende prüfen ihren Flugstatus bereits vor der Fahrt zum Airport. Zudem werden Bus- und Transferverbindungen zu anderen Flughäfen der Insel organisiert.

Trotzdem kommt es an den Informationsschaltern immer wieder zu längeren Warteschlangen. Einige Passagiere verbringen sogar die Nacht vor Ort, um auf neue Auskünfte zu warten.

Vulkan-Experten kaum überrascht

Der Ätna ist der aktivste Vulkan Europas und zeigt regelmäßig Aktivität. Für Vulkanologe Branca kommt der aktuelle Ausbruch deshalb kaum überraschend. Seiner Einschätzung nach handelt es sich eher um eine kleinere Eruption – kleiner als andere Ereignisse, die sich noch vor etwa sechs Monaten ereignet hatten.

Ungewöhnlich sei weniger der Ausbruch selbst als vielmehr die aktuelle Windsituation. Gerade sie sorge dafür, dass besonders viel Asche in Richtung Flughafen getragen werde und der Flugbetrieb stark beeinträchtigt ist.

Großer Andrang für Ätna-Touren

Trotz der Gefahren bleibt der Vulkan ein starker Besuchermagnet. In der Region werden weiterhin täglich Touren auf den Ätna angeboten. Medienberichten zufolge sind Bergführer derzeit überlastet und können die vielen Anfragen von Schaulustigen kaum noch bedienen.

Gleichzeitig wird eindringlich davor gewarnt, sich der heißen Lava zu nähern. Videos der Lavaströme verbreiten sich rasant in sozialen Netzwerken und ziehen zusätzlich Besucher an.

Zuletzt geriet auch die italienische Moderatorin Diletta Leotta, Ehefrau von Schalke-Torwart Loris Karius, in die Kritik. Sie hatte auf Instagram Fotos in unmittelbarer Nähe der glühenden Lava veröffentlicht. Nutzer warfen ihr vor, die Gefahr am Vulkan zu unterschätzen und ein schlechtes Vorbild abzugeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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