Fußball

Sieben Tore, sechs Schützen: Das DFB-Geheimnis

Nur Curaçao? Für Nagelsmann steckt im 7:1 viel mehr – warum ihn vor allem die Torschützen und die Torarten elektrisieren.

15.06.2026, 06:28 Uhr

Furioser WM-Auftakt: Deutschlands Offensivpower sorgt für 7:1 gegen Curaçao

Mit einem beeindruckenden 7:1 gegen Curaçao ist die deutsche Nationalmannschaft glänzend in das große Turnier in den USA gestartet. Es war der zweithöchste deutsche Sieg in einem WM-Spiel. Besonders zufrieden zeigte sich Bundestrainer Julian Nagelsmann mit der Vielseitigkeit im Angriff.

„Wir haben nach Standards getroffen, aus Ballbesitz heraus und nach schnellen Umschaltmomenten“, sagte Nagelsmann nach der Partie. Den klaren Erfolg gegen den vermeintlich schwächsten Gegner der Gruppe wollte er weder überbewerten noch kleinreden. Entscheidend sei: „Sieben Tore musst du erst einmal machen.“

Noch torreicher verlief aus deutscher Sicht nur das 8:0 zum WM-Auftakt 2002 gegen Saudi-Arabien. Damals führte der Weg bis ins Finale. Positiv fiel Nagelsmann zudem auf, dass sich gleich mehrere Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten.

Felix Nmecha trifft früh zum 1:0

Bereits in der 6. Minute brachte Felix Nmecha Deutschland in Führung und eröffnete damit den Torreigen. Der frühe Treffer erinnerte an Philipp Lahms Auftakttor beim 4:2 gegen Costa Rica zu Beginn des Sommermärchens 2006.

Für den Dortmunder war es ein gelungener WM-Einstand. „Ich freue mich riesig“, sagte Nmecha. Auch Nagelsmann lobte ihn ausdrücklich: Nmecha habe ein starkes Spiel gemacht, ein sehenswertes Tor erzielt und zudem den Elfmeter zum 3:1 herausgeholt. Der Bundestrainer traut ihm in Zukunft noch viel zu.

Nico Schlotterbeck köpft zum 2:1 ein

Auch das zweite deutsche Tor ging auf das Konto eines BVB-Profis. Nico Schlotterbeck verwertete in der 38. Minute eine Ecke von Nathaniel Brown per Kopf mustergültig zum 2:1. Für den Abwehrspieler war es der erste Treffer im 28. Länderspiel.

WM 2026 - Deutschland - Curaçao
Felix Nmecha trifft wie einst Philipp Lahm beim Sommermärchen. Quelle: Federico Gambarini/dpa

Brown erklärte nach dem Spiel, dass die Variante auf den ersten Pfosten genau so einstudiert gewesen sei.

Kai Havertz schnürt den Doppelpack

Kai Havertz traf zweimal und hatte damit großen Anteil am deutlichen Sieg. Zunächst verwandelte der Arsenal-Angreifer einen Elfmeter sicher zum 3:1, später setzte er mit viel Gefühl den Schlusspunkt zum 7:1.

Die FIFA zeichnete ihn als „Man of the Match“ aus. Havertz selbst hob vor allem das gestärkte Selbstvertrauen der Mannschaft hervor.

Musiala feiert besonderes Comeback mit Tor zum 4:1

Für Jamal Musiala war es ein ganz besonderer Abend. Bei der Club-WM 2025 hatte sich der Bayern-Profi in den USA das linke Wadenbein gebrochen und zudem eine schwere Fußverletzung erlitten. Nun kehrte er auf amerikanischem Boden mit der Nationalmannschaft erfolgreich zurück und belohnte das Vertrauen des Trainers mit dem Treffer zum 4:1.

Nagelsmann zeigte sich mit Musialas Auftritt sehr zufrieden. Die Auswechslung nach gut einer Stunde habe nichts mit körperlichen Problemen zu tun gehabt. Vielmehr habe sich der 23-Jährige eher ungern vom Feld nehmen lassen, weil er sich sehr gut gefühlt habe.

Nathaniel Brown krönt starkes Debüt mit dem 5:1

Nathaniel Brown erlebt derzeit einen bemerkenswerten Aufstieg. Erst spielte sich der Frankfurter in die Startelf, nun überzeugte er auch auf der größten Fußballbühne. Nach seiner Eckballvorlage zum 2:1 traf er später selbst mit rechts zum 5:1.

Nach erst sechs Länderspielen sprach Brown von einem unvergesslichen Moment. Kurz vor seinem 23. Geburtstag sei dies einer der schönsten Augenblicke seiner bisherigen Karriere.

Deniz Undav nutzt seine Jokerrolle erneut

Deniz Undav kam erst spät ins Spiel, machte in 27 Minuten aber erneut auf sich aufmerksam. Der Stuttgarter erzielte das 6:1 und bereitete zwei weitere Treffer vor.

Nagelsmann lobte den Angreifer für seinen effektiven Auftritt. Mit sieben Toren in zehn Länderspielen untermauert Undav seine starke Quote und liefert weitere Argumente für mehr Einsatzzeit.

Deutschland setzte mit dem 7:1 ein deutliches Ausrufezeichen zum Turnierbeginn. Vor allem die offensive Durchschlagskraft und die breite Verteilung der Tore dürften dem Team für die kommenden Aufgaben zusätzlichen Rückenwind geben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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