Politik

Proteste vor AfD-Parteitag spitzen sich zu

AfD-Parteitag in Passau: Schon am Morgen formieren sich 1000 Gegner – und die Lage könnte noch eskalieren.

20.06.2026, 09:52 Uhr

AfD-Parteitag in Passau von Protesten begleitet

Während die bayerische AfD zu ihrem zweitägigen Landesparteitag in Passau zusammenkommt, regt sich in der Stadt deutlicher Widerstand. Nach Angaben der Polizei versammelten sich bereits Stunden vor dem Beginn am Samstag rund 1.000 Gegendemonstranten in der Innenstadt. Der Parteitag findet in der Dreiländerhalle statt, wo auch die größte Kundgebung geplant ist.

Für die verschiedenen Demonstrationen und Versammlungen sind insgesamt etwa 5.000 Teilnehmer angemeldet. Nach Polizeiangaben kam es am Morgen zu einzelnen Störungen: So wurde eine Rauchbombe gezündet, zudem versuchten Demonstranten, eine Straße zu blockieren. Bei einem Protestzug wollten einige Teilnehmer außerdem von der genehmigten Route abweichen.

Mehrere hundert Polizeikräfte sind im Einsatz, um die Sicherheit von Teilnehmern und Anwohnern zu gewährleisten. Rund um die Dreiländerhalle gilt am Samstag zudem eine Flugverbotszone, die auch Drohnen einschließt.

Neuwahlen mit Kampfabstimmung

Im Mittelpunkt des Parteitags steht die komplette Neuwahl des Landesvorstands. Bereits beim Vorsitz kommt es zu einer Kampfabstimmung: Der AfD-Bundestagsabgeordnete Reinhard Mixl tritt gegen den bisherigen Landeschef Stephan Protschka an, der ebenfalls dem Bundestag angehört. Beide Bewerber haben eigene Teams um sich versammelt, zu denen auch Abgeordnete aus Bundestag und Landtag zählen.

Nach außen bemühten sich Protschka und Mixl im Vorfeld um demonstrative Geschlossenheit. Hinter den Kulissen soll jedoch ein erbitterter Machtkampf laufen. Sichtbar wurde das unter anderem in einem Schreiben aus dem Lager Protschkas an den Bundesvorstand. Darin wird von einem gezielten Versuch gesprochen, mithilfe externer Netzwerke Einfluss auf die freie Willensbildung des Landesverbands zu nehmen. Protschka sieht sich nach eigenen Angaben zudem Druck und Drohungen ausgesetzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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