Fußball

Schon wieder Haaland! Norwegen ist vorzeitig durch

Haaland zündet spät – und Norwegen steht im Achtelfinale! Jetzt wartet das brisante Duell um den Gruppensieg.

23.06.2026, 03:59 Uhr

Norwegen dank Haaland früh im WM-Achtelfinale

Erling Haaland bleibt Norwegens entscheidender Mann. Mit einem weiteren Doppelpack führte der Stürmer sein Team zu einem 3:2-Erfolg über Senegal und sicherte den Skandinaviern damit schon vorzeitig den Einzug in die K.-o.-Phase der WM. Es war bereits der zweite Sieg im laufenden Turnier.

Nach dem Abpfiff genoss Haaland den Erfolg noch auf besondere Weise: Gemeinsam mit seinen Mitspielern und den Fans setzte sich die Mannschaft vor die Tribüne und stimmte die bekannte norwegische Ruder-Choreografie an. Es sei „der perfekte Moment“ dafür gewesen, sagte der Angreifer. Nach eigenen Worten hatte er sich schon vor dem Spiel mit Kapitän Martin Ödegaard abgesprochen, dass im Falle eines Sieges gemeinsam „gerudert“ werden sollte.

Im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich geht es nun um den Gruppensieg in Gruppe I. Dafür braucht Norwegen einen weiteren Erfolg. Die Partie ist auch mit Blick auf einen möglichen deutschen Gegner im Achtelfinale von Bedeutung. Senegal dagegen steht nach der zweiten Niederlage im Wettbewerb stark unter Druck und droht das frühe Aus.

Vor 80.663 Zuschauern in East Rutherford brachte Marcus Pedersen Norwegen kurz vor der Pause in Führung (43.). Nach dem Seitenwechsel erhöhte Haaland mit zwei Treffern in der 48. und 58. Minute. Für Senegal traf Ismaila Sarr doppelt (53./90.+3).

Trotz Warnungen des US-Wetterdienstes vor Starkregen und möglichen Überschwemmungen konnte die Begegnung ohne Verzögerung stattfinden. Nach Spielende wurde der Regen allerdings wieder deutlich stärker.

Haaland zunächst unauffällig, dann spielentscheidend

Nach seinem überzeugenden Turnierauftakt gegen den Irak, als ihm beim 4:1 ebenfalls zwei Tore gelangen, stand Haaland erneut besonders im Fokus. In der ersten Halbzeit tauchte der Angreifer von Manchester City allerdings zunächst kaum auf. Gegen Ende des Durchgangs rückte er dann doch mehrfach ins Zentrum des Geschehens.

Zunächst setzte Martin Ödegaard den Stürmerstar stark in Szene, doch Senegals Torwart Edouard Mendy parierte glänzend gegen den norwegischen Kapitän (37.). Kurz darauf bot sich Haaland selbst eine große Gelegenheit: Nachdem er Mendy den Ball abgenommen hatte, traf er aus kurzer Distanz und spitzem Winkel nur den Pfosten (45.+4).

Wenig später machte es Pedersen besser. Nach einem schweren Fehler in Senegals Hintermannschaft nutzte der Außenverteidiger seine Chance zur verdienten Führung für Norwegen.

Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff schlug Norwegen erneut zu. Nach einer sehenswerten Vorlage von Ödegaard vollendete Haaland zum 2:0 (48.). Senegal antwortete schnell: Nach Vorarbeit von Sadio Mané verkürzte Sarr auf 1:2. Doch Norwegen behielt die Kontrolle. Haaland nutzte anschließend den nächsten Abwehrfehler der Westafrikaner, sein Abschluss sprang von der Unterkante der Latte ins Netz zum 3:1.

Mit seinen beiden Treffern bestätigte Haaland einmal mehr seine außergewöhnliche Form. Der frühere Dortmunder steht nun bei 59 Toren in 52 Länderspielen und traf zudem im zwölften Pflichtspiel mit der Nationalmannschaft in Serie.

Überraschende Worte vor dem Frankreich-Spiel

Norwegen gilt bei diesem Turnier inzwischen als einer der Geheimfavoriten. Entsprechend groß ist die Spannung vor dem Gruppenfinale gegen Frankreich. Haaland zeigte sich dabei bemerkenswert zurückhaltend. Über den kommenden Gegner sagte er: „Wahrscheinlich gewinnen sie gegen uns. Wahrscheinlich gewinnen sie das ganze Turnier.“ In der aktuellen Verfassung muss sich Norwegen vor dem zweimaligen Weltmeister allerdings kaum verstecken.

Ryerson muss früh verletzt vom Platz

Überschattet wurde die starke Phase der Norweger von einer verletzungsbedingten Auswechslung. Julian Ryerson vom BVB musste bereits in der 13. Minute angeschlagen raus. Der 28-Jährige nahm später mit einem dicken Eisbeutel am Oberschenkel an der Seitenlinie Platz. Für ihn kam Pedersen ins Spiel, der später auch direkt traf.

Senegal hielt zwar engagiert dagegen, blieb vor der Pause offensiv aber zu harmlos. Nicolas Jackson zeigte sich wie schon im Spiel gegen Frankreich bemüht, konnte jedoch zunächst keine entscheidenden Akzente setzen.

Kurz darauf musste auch Senegal einen Rückschlag hinnehmen: Torhüter Mendy konnte verletzt nicht weitermachen und wurde durch Mory Diaw ersetzt. Der frühere Afrikameister stemmte sich in der Schlussphase noch einmal gegen die Niederlage. Ein Fallrückzieher von Sarr ging zunächst noch vorbei (83.), ehe er in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Tor noch einmal Hoffnung aufkommen ließ. Zu mehr reichte es für Senegal jedoch nicht mehr.

Königlicher Beistand auf der Tribüne und Jubel voller Emotionen

Auf der Tribüne jubelten unter anderem Norwegens Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus mit. Auch Trainer Stale Solbakken zeigte sich nach dem Schlusspfiff emotional: Der frühere Coach des 1. FC Köln stürmte direkt zu seiner Frau, nahm sie in den Arm und küsste sie. Das sei „pure Liebe“, sagte der 58-Jährige später.

Auch für die Fans fand Solbakken lobende Worte. Die Anhänger seien „fantastisch“, sagte der Nationaltrainer. Mit ihrer Ruder-Choreografie sorgten sie erneut für Stimmung – und bekamen diesmal sogar Haaland und die ganze Mannschaft direkt vor ihrer Kurve als Mitstreiter.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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