TSV 1860 München setzt auf Neustart nach Insolvenz der KGaA
Beim TSV 1860 München soll nach den Turbulenzen der vergangenen Monate ein neues Kapitel beginnen. Präsident Gernot Mang sprach von einem wichtigen Wendepunkt für den Traditionsclub, der nach dem Zwangsabstieg nur noch in der Regionalliga spielt. Durch das laufende Insolvenzverfahren der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) und die Rückführung der Markenrechte an den Stammverein wolle man nun die Basis für einen Neustart schaffen. Gegenüber BR24Sport bezeichnete Mang die unterzeichnete Vereinbarung als ein "historisches Dokument".
Im Zuge des Insolvenzverfahrens sicherte sich der Mutterverein die Rechte an den zentralen Markenzeichen der insolventen KGaA. Dazu gehören unter anderem der geschützte Name TSV 1860 München sowie das traditionelle Vereinswappen mit dem Löwen im Achteck und der Zahl 1860.
Aktuelles Trikot bleibt vorerst unverändert
Trotz der Rückkehr der Markenrechte wird in der laufenden Saison weiterhin das Wappen der Fußball-Abteilung auf den Trikots zu sehen sein. Auf dieses Logo war der Club erst vor wenigen Wochen ausgewichen. Mang erklärte, dieses Zeichen stehe für den Aufbruch und könne auch künftig eine symbolische Rolle spielen. Zugleich machte er deutlich, dass der Löwe wieder Bestandteil der Identität des Vereins sei und in den kommenden Jahren auch wieder auf der Brust der Mannschaft erscheinen werde.
Verein will wirtschaftlich vorsichtiger handeln
Nach dem Bruch mit Investor Hasan Ismaik sieht Mang den Club nun besonders in der Pflicht, wirtschaftlich umsichtig zu agieren. Der Verein müsse effizienter arbeiten und behutsam wachsen. Einnahmen müssten künftig stets vor Ausgaben stehen, betonte der Präsident. Geld zu erwirtschaften habe oberste Priorität. Zudem müsse 1860 langfristiger planen und dürfe nicht nur von einer Transferphase zur nächsten denken.

Offen für strategische Partner
Grundsätzlich schließt Mang externe Unterstützung weiterhin nicht aus. Allerdings ziehe er den Begriff strategischer Partner dem bisherigen Investorenmodell vor. Dieses Kapitel sei beendet. Sollte der Verein aus einer stärkeren Position heraus Anteile veräußern können, könne ein Partner helfen, den sportlichen und wirtschaftlichen Aufstieg voranzutreiben. Mang machte zugleich klar, dass finanzieller Rückhalt im Fußball unverzichtbar sei, wenn man erfolgreich sein wolle.
Dämpfer im Landespokal
Neben aller Aufbruchstimmung gab es sportlich jedoch einen Rückschlag. Die Mannschaft von Trainer Alper Kayabunar verlor am Dienstagabend vor heimischer Kulisse im Achtelfinale des Landespokals mit 1:3 gegen den TSV Buchbach, den aktuellen Spitzenreiter der Regionalliga Bayern. Damit ist der Wettbewerb für die Münchner frühzeitig beendet.
Kayabunar sagte nach der Partie, man hätte den nächsten Schritt im Pokal gerne gemacht, habe aber gewusst, wie schwierig die Aufgabe werden würde. Nun richte sich der volle Fokus auf die Liga, wo weiterhin die Chance bestehe, sich noch für den DFB-Pokal zu qualifizieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber