Allgemein

Polizei: Rave-Angriff in der Schweiz war Amoklauf

Bluttat auf Rave in Aargau: Eine Frau stirbt, mehrere werden verletzt – jetzt spricht die Polizei von einem Amoklauf.

02.09.2026, 14:23 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen auf einem Rave im Schweizer Kanton Aargau gehen Polizei und Staatsanwaltschaft inzwischen von einem Amoklauf aus. In der Nacht zum Sonntag wurde auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins eine 22 Jahre alte Frau getötet, sechs weitere Menschen wurden verletzt.

Knapp 24 Stunden nach der Tat nahmen die Ermittler einen 43-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht fest. Nach Angaben der Behörden spricht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alles für einen Einzeltäter. Staatsanwalt Christoph Rüedi sagte, der Mann habe keine Mitwisser oder Mittäter gehabt. Für die Bevölkerung bestehe kein Zusammenhang mit einer weiteren Gefahr.

Mehr als 40 Schüsse mit Sturmgewehr

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand fuhr der Verdächtige mit dem Auto zu dem Gelände, auf dem seit Samstag ein Techno-Musikevent stattfand. Der Rave war praktisch schon beendet, als die Schüsse fielen. Dennoch hielten sich laut Polizei noch mehr als 100 Menschen dort auf.

Der Mann soll zunächst mit einem Sturmgewehr rund 40 Mal wahllos in die Menschenmenge geschossen haben. Von einem weiteren Standort aus soll er zudem mit einer Pistole gefeuert haben. In seinem Auto fanden die Ermittler eine Kalaschnikow sowie zwei Pistolen.

Tatverdächtiger stellte sich selbst

Der 43-Jährige stellte sich in der Nacht zum Montag selbst und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung, Mordes, mehrfacher Gefährdung des Lebens und Verstößen gegen das Waffengesetz ermittelt.

Nach ersten Erkenntnissen könnte bei dem Mann ein psychisches Leiden vorliegen. Ein Motiv ist bislang jedoch unklar. Vorstrafen seien nach Angaben der Ermittler nicht bekannt. Der Verdächtige war früher Truppenkoch und schied 2013 aus der Armee aus.

Sechs Verletzte gemeldet

Fünf Menschen im Alter zwischen 24 und 31 Jahren wurden durch Schüsse verletzt. Eine weitere Person meldete sich später mit Verletzungen durch einen sogenannten Abpraller. Die getötete 22-Jährige war Italienerin.

Unter den Verletzten ist auch eine 24 Jahre alte Deutsche, die in der Schweiz lebt. Laut einem Bericht der Zeitung Blick sprach sie von zwei Streifschüssen. Alle Opfer leben in der Schweiz.

Unmittelbar nach der Tat war zunächst unklar, ob ein oder mehrere Täter beteiligt waren. Deshalb lief eine groß angelegte Fahndung, an der auch deutsche Behörden beteiligt waren. Der Tatort liegt rund 25 Kilometer südlich von Bad Säckingen in Baden-Württemberg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen