Ein 38-jähriger Pfleger soll in einem Pflegeheim in Hessen mehreren Bewohnerinnen und Bewohnern ohne medizinischen Grund Insulin gespritzt und sie damit erheblich gefährdet haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den Deutschen erhoben. Im Raum stehen unter anderem Vorwürfe des versuchten Mordes, des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung.
Laut den Ermittlern geht es um insgesamt sechs Taten zwischen Juli und September 2025. Der Mann soll im Wetteraukreis vier Frauen im Alter von damals 83 bis 86 Jahren sowie einem 88-jährigen Heimbewohner Insulin ohne ärztliche Notwendigkeit verabreicht haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft führte dies bei den Betroffenen zu einem Abfallen des Blutzuckers.
In einem Fall steht Heimtücke im Raum
In vier Fällen soll der Beschuldigte nach der Insulingabe selbst den Notruf alarmiert haben. Deshalb wird ihm in diesen Fällen gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. In zwei weiteren Fällen, in denen er keinen Notruf abgesetzt haben soll, sehen die Ermittler den Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts.
Bei einer 84-jährigen Frau geht die Staatsanwaltschaft sogar von einem möglichen versuchten Mord aus Heimtücke aus. Die Frau sei wegen ihrer Demenzerkrankung arg- und wehrlos gewesen, was der Mann nach Auffassung der Ermittler bewusst ausgenutzt haben soll.
Der 38-Jährige befindet sich seit September vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Nun muss das Landgericht Frankfurt entscheiden, ob es zur Hauptverhandlung und damit zu einem Prozess kommt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion