Fußball

Neuer Deal: Eberls Grinsen trotz Hoeneß-Zweifeln

Bayern zieht im Hintergrund die Strippen: Zwei Bosse vor neuen Deals – und bei Eberl zeigt sich, wie schnell alles kippen kann.

24.08.2026, 12:04 Uhr

FC Bayern: Vertragsverlängerung für Eberl und Dreesen wohl kurz bevor

Max Eberl wirkte im Dortmunder Stadion gelassen, als er vor laufender Kamera auf Fragen zu seiner Zukunft beim FC Bayern nur mit einem vielsagenden „Abwarten“ reagierte. Hintergrund ist die Sitzung des neunköpfigen Aufsichtsrats am Dienstag, an der unter anderem Präsident Herbert Hainer sowie die einflussreichen Ex-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge teilnehmen.

Vieles spricht dafür, dass das Gremium dabei nicht nur über die Zukunft von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, sondern auch über Eberls weitere Rolle entscheidet. Beide sollen ihre Verträge vorzeitig bis 2029 verlängern. Gerade bei Eberl war das zuletzt allerdings keineswegs selbstverständlich.

Eberl hofft auf Fortsetzung seiner Arbeit

Der Sportvorstand machte deutlich, dass ihm eine Verlängerung viel bedeuten würde. Es wäre seine erste Vertragsausweitung in München. Sein Anspruch sei es immer gewesen, eine schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft zusammenzustellen. Wenn die Verantwortlichen mit seiner Arbeit zufrieden seien, werde man auf ihn zukommen, erklärte der 52-Jährige. Positive Signale soll er bereits während der jüngsten Asienreise des Clubs erhalten haben.

Gute Stimmung nach gelungenem Saisonstart

Im Profifußball können sich Stimmungen schnell ändern. Noch am Samstag feierten die Bayern mit einem 2:1 in Dortmund und dem Gewinn des Supercups einen erfolgreichen Auftakt in die neue Saison. Nach dem Double im Vorjahr soll die kommende Spielzeit möglichst noch erfolgreicher verlaufen.

Vincent Kompany (M)
Ein Bayern-Trio für die Zukunft: Vorstandschef Jan-Christian Dreesen (v.l.), Trainer Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Vor wenigen Monaten gab es noch Zweifel

Ganz anders war die Lage noch vor drei Monaten nach dem Pokalsieg in Berlin. Damals wurde Eberl sogar mit Spekulationen über eine mögliche sofortige Trennung konfrontiert. Auslöser waren Aussagen von Uli Hoeneß, die am Finaltag veröffentlicht wurden. Der Ehrenpräsident hatte die Chancen auf eine Vertragsverlängerung damals nur mit „60 zu 40“ angegeben und offen von bestehenden Zweifeln gesprochen.

Eberl zeigte sich darüber irritiert, nicht zuletzt wegen des Zeitpunkts. Er betonte jedoch, dass er seine Aufgabe mit großer Leidenschaft ausübe und bereit sei, weiterzumachen, sofern der Verein dies wolle. Zugleich machte er klar, dass sein Leben auch ohne eine Verlängerung weitergehen würde.

Kein leichter Job in München

Seit seinem Amtsantritt am 1. März 2024 befand sich Eberl beim FC Bayern in einem anspruchsvollen Umfeld. Kritik gehörte schnell zum Alltag. Hinzu kommt, dass in München viele starke Persönlichkeiten mitreden, während Eberl aus Gladbach eher die Rolle des zentralen Entscheiders kannte.

Beim Rekordmeister arbeitet er unter ständiger Beobachtung der früheren Führung um Hoeneß und Rummenigge. In diesem Umfeld braucht ein Sportvorstand Durchsetzungsvermögen und vor allem sichtbare Ergebnisse.

Transfers und Trainerwahl sprechen für Eberl

Insgesamt fällt Eberls Bilanz inzwischen positiv aus. Trainer Vincent Kompany, im Sommer 2024 zunächst nicht unumstritten, hat sich als großer Erfolg erwiesen. Auch bei den Transfers landete Eberl mit Michael Olise und Luis Díaz wichtige Treffer.

Kritisch gesehen wurden intern allerdings die kostspieligen Vertragsverlängerungen mit Jamal Musiala, Alphonso Davies und Joshua Kimmich. Dort gab es Stimmen, die Eberl einen zu großzügigen Umgang mit dem Budget vorwarfen.

Hoeneß inzwischen voll überzeugt

Spätestens mit den teuren, aber vielversprechenden Verpflichtungen von Nationalspieler Nathaniel Brown und Marokkos WM-Star Ismael Saibari scheint Eberl auch die letzten Skeptiker überzeugt zu haben. Hoeneß sprach zuletzt sogar von einer „perfekten Transferperiode“. Seine frühere Zurückhaltung ist damit offenbar verflogen: Die Wahrscheinlichkeit für Eberls neuen Vertrag sieht er inzwischen bei „100 Prozent“.

Nächste Großaufgabe: Harry Kane

Damit dürfte Eberl mindestens bis 2029 beim FC Bayern weitermachen. So lange läuft auch der Vertrag von Trainer Kompany, mit dem er eng zusammenarbeitet. Ruhe wird in München dennoch nicht einkehren.

Eberl selbst betonte am Wochenende, dass die Arbeit bei einem Club wie Bayern nie stillstehe. Ganz oben auf der Liste steht nun die ebenfalls kostspielige Vertragsverlängerung mit Torjäger Harry Kane. Erste Gespräche laufen bereits, wie Eberl nach dem Supercup bestätigte. Nun gehe es darum, eine Einigung zu erzielen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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