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Polizeischuss auf Schüler: GdP kontert Rassismusvorwurf

Schuss auf 14-Jährigen: Polizei-Gewerkschaft wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe – doch eine andere Version wirft Fragen auf.

24.08.2026, 12:11 Uhr

GdP Bayern weist Rassismus-Kritik nach Polizeischuss in München zurück

Nach dem Schuss eines Polizisten auf einen 14-Jährigen in München hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern den Vorwurf rassistischer Motive entschieden zurückgewiesen. Zugleich mahnte sie, die beteiligten Einsatzkräfte nicht vorschnell zu verurteilen. Der Gebrauch einer Schusswaffe gehöre zu den belastendsten und schwerwiegendsten Situationen im Polizeidienst, teilte der Landesverband mit.

Der Jugendliche, ein Schüler mit türkischer Staatsangehörigkeit und kurdischen Wurzeln, war im Stadtteil Schwabing mit einer Softair-Pistole unterwegs, die laut Polizei wie eine echte Waffe wirkte. Nachdem am Wochenende etwa 100 Menschen gegen aus ihrer Sicht rassistische Polizeigewalt demonstriert hatten, reagierte die GdP nun öffentlich.

GdP-Chef reagiert empört auf Vorwürfe

Der bayerische GdP-Landesvorsitzende Florian Leitner bezeichnete die Rassismusvorwürfe als haltlos. Es sei aus seiner Sicht unerträglich, den Beamten in einer mutmaßlich lebensgefährlichen Lage solche Motive zu unterstellen. Herkunft oder Nationalität spielten in einem derartigen Einsatz keine Rolle, betonte er.

Dass ein 14-Jähriger verletzt wurde, mache den Fall besonders tragisch. Dennoch sei eine täuschend echt aussehende Softair- oder Anscheinswaffe in einer dynamischen Situation nicht von einer scharfen Schusswaffe zu unterscheiden. Beamte könnten nicht erst abwarten, ob tatsächlich geschossen werde, sagte Leitner. Wer in diesem Zusammenhang Rassismus unterstelle, verdrehe entweder die Tatsachen oder nutze das Geschehen für eigene Zwecke aus.

Schusswaffengebrauch durch Polizei - Person im Krankenhaus
Das Gelände um den Ort des Geschehens wurde weiträumig abgesperrt. (Archivbild) Quelle: Felix Hörhager/dpa

Zugleich unterstrich die Gewerkschaft, dass jeder polizeiliche Schusswaffeneinsatz vollständig und unabhängig aufgeklärt werden müsse. Auch in diesem Fall solle das Ergebnis der Ermittlungen abgewartet werden.

Polizei schildert bedrohliche Lage

Nach bisherigen Angaben der Polizei soll der Jugendliche aus dem Landkreis Miesbach zusammen mit einem etwa gleichaltrigen Mädchen auf der Straße mit der Pistole hantiert haben. Als zivile Einsatzkräfte ihn aufgefordert hätten, die vermeintlich echte Waffe fallen zu lassen, habe er sich mit der Pistole in der Hand zu ihnen umgedreht. Daraufhin habe ein Beamter geschossen. Der 14-Jährige erlitt schwere Verletzungen.

Die Mutter des Jungen schilderte gegenüber München.TV die Version ihres Sohnes: Er habe sich umgedreht und die Situation wohl zunächst nicht richtig erkannt. Anschließend habe er sofort die Arme gehoben und gerufen, dass es sich nur um ein Spielzeug handle und die Polizisten nicht schießen sollten. Der Schuss sei dennoch gefallen.

Widersprüchliche Darstellungen zum Ablauf

Wie genau sich der Vorfall abgespielt hat, ist derzeit weiter unklar. Am Donnerstag veröffentlichten die Münchner Linke und das Kurdische Zentrum München eine Darstellung, die von der Version der Polizei abweicht. Demnach soll der Schüler die Waffe bereits abgelegt haben, als geschossen wurde. Die Polizei hält dagegen an ihrer Aussage fest, wonach der Jugendliche die Pistole noch in der Hand gehabt habe.

Später teilte die Polizei mit, die Softair-Waffe habe einer Beretta 92 im Kaliber neun Millimeter stark geähnelt. Zudem sei der Jugendliche bereits zuvor wegen eines anderen Vorfalls polizeibekannt gewesen.

Forderungen nach strengeren Regeln für täuschend echte Waffen

Als Reaktion auf den Vorfall verlangen die Stadtratsfraktionen von Grünen/Rosa Liste und SPD politische Konsequenzen. Die Stadt solle sich gegenüber dem Bund, dem Freistaat Bayern und dem Deutschen Städtetag dafür einsetzen, die gesetzlichen Vorgaben zu verschärfen. Ziel sei es, den Verkauf von Spielzeug-, Softair- und ähnlichen Waffen zu untersagen, wenn diese echten Schusswaffen in Größe, Form und Gestaltung zu sehr ähneln.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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