Julian Nagelsmann hat sich bei der Fußball-WM ähnlich kritisch geäußert wie Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel: Beide stören sich daran, dass Fotografen während der Nationalhymnen direkt vor den Trainern stehen und ihnen die Sicht auf ihre Mannschaften nehmen.
Nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste in Toronto schilderte der Bundestrainer die Situation deutlich. Die Kameraleute seien extrem nah positioniert. Sinngemäß sagte Nagelsmann, teils halte man ihm aus kürzester Distanz ein großes Objektiv vors Gesicht.
Besonderer Moment geht verloren
Schon zuvor hatte Tuchel nach dem 4:2 Englands gegen Kroatien beklagt, dass dadurch ein besonderer Moment vor dem Anpfiff verloren gehe. Nagelsmann schloss sich dieser Sicht an. Gerade während der Hymne wolle er die Verbindung zur Mannschaft spüren und sehen, wie die Spieler auftreten.
Nach seinen Worten stehen die Fotografen bei diesem Turnier sogar noch näher an der Bank als aus Bundesliga oder Champions League bekannt. Dadurch sei praktisch kein Blick auf das Team möglich. Ein Ausweichen zur Seite helfe ebenfalls nicht, weil dann andere Mitglieder des Trainerstabs den Platz blockieren würden.
Bei dieser WM stehen erstmals alle 26 Kaderspieler während der Hymnen auf dem Rasen, die Trainer bleiben dagegen an der Ersatzbank. Für Nagelsmann ist das ärgerlich, weil er in diesem Moment nicht erkennen kann, wie emotional die Spieler mitsingen, ob sie sich gegenseitig noch einmal pushen oder nach der Hymne zusätzlich anfeuern.
Die FIFA hatte nach Tuchels Kritik angekündigt, den Abstand der Fotografen zu verändern. In Toronto war davon allerdings noch nichts oder zumindest zu wenig zu sehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion