Fußball

WM-Nacht irre: DFB-Elf siegt, Curaçao hilft

Deutschland ist durch und Gruppensieger – doch nach dem Sieg droht der Ausfall eines Stars. Hoffnung gibt's für den Helden.

21.06.2026, 05:00 Uhr

Deutschland steht in der K.-o.-Runde

Deutschland hat bei einer Fußball-WM erstmals seit dem Titelgewinn 2014 wieder die Runde der letzten 32 erreicht. Beim 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste drehte der eingewechselte Deniz Undav mit einem Doppelpack die Partie. Nach dem 7:1 gegen Curaçao und dem zweiten Sieg ist der Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann das Sechzehntelfinale nicht mehr zu nehmen.

Weil Außenseiter Curaçao anschließend sensationell ein 0:0 gegen Ecuador holte, steht das deutsche Team sogar schon vor dem letzten Gruppenspiel am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen die Südamerikaner als Sieger der Gruppe E fest. Für die übrigen drei Mannschaften geht es dann noch um das Weiterkommen.

DFB bangt um Schlotterbeck

Sorgen gibt es allerdings um Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger verletzte sich im zweiten WM-Spiel in Toronto am linken Sprunggelenk. Nach Angaben von Nagelsmann ist das Innenband betroffen. "Er muss morgen ins MRT, es sieht leider nicht ganz so gut aus", sagte der Bundestrainer nach dem Spiel.

Erst die Untersuchung soll genauere Erkenntnisse über eine mögliche Ausfallzeit bringen. Schlotterbeck hatte bereits im vergangenen Jahr wegen eines Meniskusrisses im linken Knie fast ein halbes Jahr gefehlt. Gegen die Elfenbeinküste zog er sich die Blessur nach knapp einer Viertelstunde zu, als er sich in einem Zweikampf selbst am linken Bein traf. Antonio Rüdiger wurde daraufhin eingewechselt.

Eloy Room wird zum Helden der Karibik-Insel

Nach Kap-Verde-Keeper Vozinha rückte bei dieser WM der nächste kaum bekannte Torwart ins Rampenlicht: Eloy Room rettete Debütant Curaçao mit mehreren starken Paraden das überraschende 0:0 gegen Ecuador und damit den ersten WM-Punkt der Landesgeschichte.

Der 37-Jährige vereitelte sämtliche Großchancen der Ecuadorianer und wurde nach dem Schlusspfiff von seinen Mitspielern gefeiert. Während der Schlussphase schnellte auch seine Zahl an Followern in den sozialen Netzwerken nach oben. Room steht bei Miami FC in der zweithöchsten US-Liga unter Vertrag und wird laut "Transfermarkt" mit 150.000 Euro bewertet. Curaçao ist zudem der kleinste WM-Teilnehmer dieses Turniers.

Königspaar erlebt doppelten Jubel

Für das niederländische Königspaar verlief der Tag perfekt. Zunächst verfolgten König Willem-Alexander und Königin Máxima in Houston den klaren 5:1-Sieg der Niederlande gegen Schweden. Später reisten sie weiter nach Kansas City, wo Curaçao überraschend Ecuador ein Remis abtrotzte.

Willem-Alexander ist als König der Niederlande zugleich Staatsoberhaupt des gesamten Königreichs, zu dem auch Curaçao gehört. Passend dazu zeigte sich das Paar in beiden Stadien in den jeweiligen Teamfarben: erst in Orange, später im rund 1.200 Kilometer entfernten Kansas City in Blau.

Trainerwechsel verpufft: Tunesien scheidet aus

Für Tunesien ist die WM dagegen vorzeitig beendet. Die Nordafrikaner verloren auch mit dem erst während des Turniers verpflichteten Trainer Hervé Renard klar mit 0:4 (0:2) gegen Japan und stehen schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Niederlande als Tabellenletzter der Gruppe F fest.

Im 1000. Spiel der WM-Geschichte trafen Daichi Kamada (4.), Ayase Ueda (31./83.) und Junya Ito (69.) in Monterrey für Japan. Tunesien, das sich nach dem 1:5 zum Auftakt gegen Schweden von Coach Sabri Lamouchi getrennt hatte, zeigte erneut eine schwache Leistung. Japan hat damit das Erreichen des Sechzehntelfinales im direkten Duell mit Schweden selbst in der Hand.

Vozinha bekommt familiäre Unterstützung

Kap Verdes erfahrener Torhüter Vozinha kann beim Turnier in den USA auf Rückhalt aus der Familie bauen. Seine Mutter Ana Candida Evora ist nach geklärten Visa-Fragen in den Vereinigten Staaten angekommen und wird das zweite Gruppenspiel gegen Uruguay in Miami live im Stadion verfolgen.

Der 40-Jährige, der schon beim überraschenden 0:0 gegen Europameister Spanien glänzte, sprach von einer besonderen Situation. Die Unterstützung seiner Familie bedeute ihm viel, sagte er im Teamquartier in Tampa. Auch sein Vater und sein Bruder sollen vor Ort sein.

Quelle: dpa/bearbeitet

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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