Fußball

Manzambi trifft: Schweiz stürmt locker ins WM-Achtelfinale

Manzambi zündet früh den Turbo: Die Schweiz marschiert bei der WM weiter – für Algerien endet das Turnier im Nichts.

03.07.2026, 06:56 Uhr

Die Schweiz bleibt bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko ungeschlagen und darf weiter vom ersten Viertelfinaleinzug seit 1954 träumen. Im Sechzehntelfinale setzte sich die Nati in Vancouver souverän mit 2:0 (1:0) gegen Algerien durch. Im Achtelfinale geht es am Dienstag um 22.00 Uhr MESZ erneut in Vancouver gegen den Sieger der Partie Kolumbien gegen Ghana. Erst in einem möglichen Viertelfinale könnten Weltmeister Argentinien und Lionel Messi warten.

Vor 52.497 Zuschauern im ausverkauften Stadion brachte Breel Embolo die Schweizer bereits in der 10. Minute in Führung. Direkt nach der Pause erhöhte Dan Ndoye auf 2:0 und sorgte früh für klare Verhältnisse. Den Führungstreffer hatte Johan Manzambi mit einem starken Solo über die linke Seite vorbereitet.

Xhaka krönt sein 150. Länderspiel

Im Fanblock von Vancouver läuteten nach dem Schlusspfiff die Schweizer Kuhglocken, Kapitän Granit Xhaka führte seine Mitspieler stolz vor die Kurve. Auch in der Heimat verfolgten trotz des Anpfiffs um 5 Uhr Schweizer Zeit Tausende die Partie beim Public Viewing.

Für Xhaka war es ein besonderer Abend: Der 33-Jährige absolvierte sein 150. Länderspiel für die Eidgenossen. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Jubilar nach dem Schlusspfiff. Er sprach von einem reifen Auftritt und verriet, er habe sich gewünscht, dass die Mannschaft ihm diesen besonderen Tag mit einem Sieg zusätzlich versüßt.

Auch Torschütze Embolo richtete Grüße in die Heimat. Man habe den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern wollen, wenn sie morgens aufstehen, sagte der Angreifer nach der Partie.

Manzambi ragt wieder heraus

Erneut war Manzambi eine der prägenden Figuren im Schweizer Spiel. Der 20 Jahre alte Profi des SC Freiburg leitete mit seiner Einzelleistung vor dem 1:0 den Sieg ein und bestätigte einmal mehr seinen starken Eindruck bei diesem Turnier. Embolo lobte das Zusammenspiel mit ihm ausdrücklich und sagte, 95 Prozent seines Tores gehörten eigentlich dem Vorlagengeber.

In Schweizer Medien wurde das Duo bereits als „Manzambolo“ gefeiert. Manzambi selbst traf diesmal zwar nicht, seine WM-Bilanz ist dennoch beeindruckend: drei Tore und zwei Vorlagen. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil Trainer Murat Yakin ihn in den ersten beiden Turnierspielen nur als Joker gebracht hatte.

Xhaka hob vor allem die Mentalität seines jungen Mitspielers hervor. Manzambi wolle sich jeden Tag verbessern, sagte der Kapitän – mit einer solchen Einstellung könne man sehr große Dinge erreichen. Im Schweizer 4-2-3-1-System hat sich Manzambi inzwischen klar als Zehner festgespielt.

Kaum Gegenwehr von Algerien

Von Algerien wird bei dieser WM wohl vor allem das spektakuläre 3:3 gegen Österreich aus der Gruppenphase in Erinnerung bleiben. Im K.-o.-Spiel gegen die Schweiz fand die Mannschaft um Dortmund-Profi Ramy Bensebaini dagegen kaum Mittel.

Für Vladimir Petkovic war das Duell ebenfalls besonders. Der 62-Jährige hatte die Schweizer Nationalmannschaft einst von Ottmar Hitzfeld übernommen und von 2014 bis 2021 betreut, nun stand er als Nationaltrainer Algeriens an der Seitenlinie. Ein sportlicher Vorteil ergab sich daraus aber nicht: Die Nordafrikaner wirkten über weite Strecken zu harmlos.

Frühe Führung und schnelle Entscheidung nach der Pause

Die Schweiz legte engagiert los und belohnte sich früh. Manzambi ließ mehrere Gegenspieler stehen, drang bis zur Grundlinie vor und spielte scharf in die Mitte, wo Embolo nur noch einschieben musste. Auf der anderen Seite erlebte Gregor Kobel im Schweizer Tor lange einen ruhigen Abend, weil sich das Spielgeschehen überwiegend in der algerischen Hälfte abspielte.

Petkovic reagierte in der Pause, doch seine Pläne wurden sofort durchkreuzt. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff bekam Algerien den Ball gleich zweimal nicht aus der Gefahrenzone, Ndoye nutzte das eiskalt und traf zum 2:0 ins lange Eck. Gegen diesen Abschluss war Luca Zidane, der Sohn von Zinédine Zidane, im algerischen Tor chancenlos.

Danach war die Partie praktisch entschieden. Yakin unterstrich das mit einer frühen Auswechslung von Manzambi. Der eingewechselte Fabian Rieder hatte später sogar noch die Chance auf das 3:0, schoss aber aus guter Position den bereits am Boden liegenden Torhüter an statt ins leere Tor.

Erster K.-o.-Sieg seit 1938 – mit historischem Zusatz

In der Schweiz wurde der Erfolg als erster Sieg in einem WM-K.-o.-Spiel seit 1938 gewertet. Formal stimmt das, auch wenn der historische Vergleich durch das erstmals ausgetragene Sechzehntelfinale des auf 48 Teams erweiterten Turniers nur bedingt taugt. Denn das Achtelfinale hatte die Nati auch 2006, 2014, 2018 und 2022 erreicht – dort war dann jeweils gegen die Ukraine, Argentinien, Schweden und Portugal Schluss.

Yakins Startelf scheint gefunden

Mit dem problemlosen Sieg verdichten sich die Hinweise darauf, dass die Schweiz ihre stärkste Formation für die großen WM-Spiele gefunden hat. Manzambi besetzt die Zehnerrolle, hinter ihm stabilisieren Xhaka und Remo Freuler das Zentrum. Die zuletzt offene Position hinten rechts übernimmt der vielseitige Denis Zakaria, der gegen Algerien sein bislang bestes Turnierspiel zeigte.

Die Nati reist damit mit viel Selbstvertrauen ins Achtelfinale – und mit der realistischen Hoffnung, bei dieser WM noch deutlich weiter zu kommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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