Fußball

Drama statt Märchen: Österreichs WM-Aus schockt früh

Hammerlos, bittere Tränen, frühes WM-Aus: Österreich scheitert - doch ausgerechnet jetzt macht Alabas Botschaft Hoffnung.

03.07.2026, 06:42 Uhr

Marko Arnautovic brach nach dem letzten Nationalteam-Einsatz seiner Laufbahn auf dem Rasen in Tränen aus, während seine Mitspieler versuchten, das WM-Aus mit Haltung anzunehmen. "Natürlich tut das extrem weh. Auch in der Kabine sind Tränen geflossen", sagte Kapitän David Alaba. Zugleich betonte er, dass die Entwicklung der Mannschaft grundsätzlich stimme: Österreich habe fast drei Jahrzehnte auf eine Weltmeisterschaft warten müssen, dennoch sei der eingeschlagene Weg aus seiner Sicht der richtige.

Spanien für Österreich noch zu stark

Einigkeit herrschte darüber, dass Spanien derzeit noch eine Nummer zu groß ist. Das 0:3 gegen den Europameister spiegelte die Kräfteverhältnisse klar wider. Mikel Oyarzabal traf doppelt (36./89.), Pedro Porro steuerte das zwischenzeitliche 2:0 bei (66.).

Schwierige Ausgangslage seit der Auslosung bekannt

Schon seit der Auslosung im Dezember war klar, wie schwer Österreichs Weg bei dieser Weltmeisterschaft werden würde. 28 Jahre nach der bislang letzten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich war die Rückkehr auf die große Bühne in den USA, Kanada und Mexiko von Beginn an mit hohen Hürden verbunden. Teamchef Ralf Rangnick verwies darauf, dass Österreich die wohl schwierigste Gruppe des Turniers erwischt hatte.

In Gruppe J bekam es die Mannschaft mit Weltmeister Argentinien, Algerien und Jordanien zu tun. Nach einem nervenaufreibenden Finish gegen Algerien belegte das Team Rang zwei. Dass damit im Sechzehntelfinale mit großer Wahrscheinlichkeit der Europameister warten würde, war seit der Auslosung absehbar.

WM 2026 - Spanien - Österreich
Der schwere Weg bei der WM war für die Auswahl von Ralf Rangnick vorgezeichnet. Quelle: Georg Hochmuth/APA/dpa

Alaba meinte, in Partien gegen Topgegner müsse man sich auch das nötige Glück erarbeiten. Die Mannschaft habe das Potenzial, an einem außergewöhnlich guten Tag auch solch einen Gegner zu bezwingen. Dafür müsse jedoch nahezu alles zusammenpassen. Gleichzeitig räumte er ein, dass weiterhin Luft nach oben vorhanden sei.

Alaba äußert sich nicht zu seiner Zukunft

Wie es für ihn persönlich im Nationalteam weitergeht, ließ Alaba offen. Ob er bei der Qualifikation für die EM 2028 und beim Turnier selbst noch eine Rolle spielen werde, wollte er nicht festlegen. Er habe sich bislang weder mit seiner Zukunft im Nationalteam noch auf Vereinsebene beschäftigt, weil sein gesamter Fokus auf dieser Weltmeisterschaft gelegen habe.

Alabas Vertrag bei Real Madrid lief Ende Juni aus. Wie es für den 34-Jährigen nun weitergeht, ist damit sowohl im Klub- als auch im Nationalteam-Kontext ungewiss. Zunächst müsse er dieses bittere Ausscheiden verarbeiten, sagte Alaba. Danach werde er sich Gedanken über die nächsten Schritte machen.

Arnautovics Abschied hinterlässt Spuren

Der Abschied von Marko Arnautovic bewegte die Mannschaft spürbar. In den Katakomben des modernen Stadions in Los Angeles sprach Alaba mit merklichen Pausen, gezeichnet von Enttäuschung, Frust und den Emotionen rund um das Aus sowie das Karriereende des 37-Jährigen im Nationaldress. Auch seine Teamkollegen wirkten trotz aller Professionalität sichtlich mitgenommen.

Konrad Laimer würdigte Arnautovic mit deutlichen Worten. Er habe immer alles für das Team gegeben und Verantwortung übernommen, dafür verdiene er großen Respekt. Laimer sagte zudem, er sei dankbar, ein kleiner Teil von Arnautovics Weg gewesen zu sein.

Gleichzeitig richtete Laimer den Blick nach vorn. Österreich müsse den nächsten Entwicklungsschritt machen. Für eine abschließende Bewertung sei es unmittelbar nach dem Spiel aber noch zu früh. An diesem Tag überwiege zunächst die Enttäuschung. Die notwendigen Analysen würden folgen, ebenso die richtigen Entscheidungen. Er zeigte sich überzeugt, dass die Mannschaft trotz des bitteren Endes viel Positives aus dieser Weltmeisterschaft mitnehmen könne.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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